Der Verein eve&rave (Schweiz) wurde am 16. Februar 1996 nach dem Vorbild von eve&rave Berlin gegründet. Ziel war es, die Konsumierenden von Partydrogen neutral über Substanzen und die mit dem Konsum verbundenen Risiken aufzuklären. Der Ansatz der Schadensminderung war damals noch neu, stiess aber auf grosses Interesse. Im Rahmen eines einjährigen Pilotversuches konnte eve&rave in Zusammenarbeit mit dem pharmazeutischen Institut Bern Drugcheckings durchführen und so Konsumierende über die Inhaltsstoffe ihre Partydrogen informieren. Daneben engagierte sich eve&rave in Vorträgen und Symposien, organisierte eine eigene Tagung zum Thema Drugchecking und klärte Partybesucher vor Ort über die Wirkungen und Risiken von Partydrogen auf.
Nach Ablauf des Pilotversuches führte eve&rave das Drugchecking auf eigene Kosten durch, doch die Kosten und bürokratische Hindernisse führten dazu, dass das Drugchecking 2003 eingestellt wurde.
Bereits 2001 hatte Streetwork Zürich, das zum Bereich Sucht und Drogen der Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich gehört, angefangen, an Partys mit einem mobilen Labor Drugcheckings anzubieten. 2006 wurde dann das Angebot um ein wöchentlich stattfindendes stationäres Drugchecking im DIZ (Drogen Informationszentrum Zürich) erweitert. Seit 2016 können Substanzen nicht mehr nur am Dienstag sondern auch am Freitag abgegeben werden.
eve&rave engagiert sich nach wie vor an Partys. An einem Stand können sich Partybesucher über Substanzen und ihren Safer Use informieren und Personen, denen es nicht so gut geht, können sich betreuen lassen. Daneben bietet eve&rave Weiterbildungen an und ist mit relevanten anderen Organisationen des Themenbereichs in ständigem Austausch.
Bekannt ist eve&rave heute vor allem durch sein Internetforum, welches Informationen zum Safer Use breit verfügbar macht und damit zur Schadensminderung beiträgt. Das seit 2001 bestehende Internetforum hat sich schnell zum grössten deutschsprachigen Forum zum Thema Drogen entwickelt. Mit dem Aufkommen von immer mehr neuen psychoaktiven Substanzen (dazu gehören unter anderem die sogenannten «Badesalze» und die «Räuchermischungen», aber auch neue Substanzen in ihrer Reinform, sogenannte Research Chemicals) zeigte sich die Relevanz dieses Forums deutlich. Da diese Substanzen im Gegensatz zu den «alten» Drogen wie MDMA, Kokain, Amphetamin, etc. kaum erforscht sind, sind experimentierfreudige Konsumierende auf die Informationen anderer User angewiesen, um die Risiken möglichst gering zu halten.
Die Vereinsmitglieder und Moderatoren von eve&rave sind alle ehrenamtlich tätig. Die Ausgaben für Präsenzen, Material und Spesen werden durch Mitgliederbeiträge, Spenden, Erträge aus Weiterbildungen und durch Benefizpartys gedeckt.
Am 17. September soll deswegen nicht nur gefeiert sondern auch gespendet werden. Für die Vorveranstaltung mit Vorträgen zur Geschichte von eve&rave (unter anderem mit Hans Cousto und Roger Liggenstorfer, den Gründungsvätern von eve&rave) und des Drugcheckings von
Saferparty (Streetwork Zürich), sowie einer Podiumsdiskussion zum Thema Risikokompetenz und Drogenmündigkeit wird kein Eintritt verlangt; stattdessen findet eine Kollekte statt.
An der darauffolgenden Party werden bekannte nationale und internationale Acts aus der Psy- und Progessive-Szene spielen. Während der Nacht ist das Team von Saferparty mit dem Labor vor Ort, um Substanzen zu testen.
