| Statement zur Abstimmung |
|
|
|
| Eve & Rave News | |||
| Geschrieben von: dea | |||
| Sonntag, den 02. November 2008 um 21:38 Uhr | |||
|
Verbot abschaffen. Wer für die Hanf-Initiative argumentiert hat es dieser Tage schwer. Dies nicht, weil es nicht vernünftig wäre, den Cannabismarkt zu regulieren und den Eigenkonsum zu legalisieren. Nein, wer sich streitsüchtig in die Debatte wirft, wird bald einen ärgerlichen Mangel an Gegenargumenten ausmachen, welcher eine sachliche Diskussion erschwert. Dabei ist gerade die Hanf-Initiative eine schöne Gelegenheit, endlich wieder gut schweizerische Sachpolitik ohne ideologische Scheuklappen zu betreiben. Doch zuerst die Fakten. Seit der Nationalrat im Jahr 2000 beschlossen hat, nicht auf die Hanflegalisierung einzutreten, ist die Cannabispolitik de facto auf Eis gelegt. Dabei ist rund ein Drittel der 15- bis 40-Jährigen direkt vom Verbot betroffen. Es betrifft also Freunde, Kinder, Nachbarn und Bekannte von uns allen. Diese massive Kriminalisierung der Bevölkerung kostet uns Hunderte Millionen Franken. Grosse Teile der Polizei werden von ihrer eigentlichen Arbeit abgehalten, die Konsumenten werden mit Bussgeldern belastet, dem Staat entgehen riesige Steuerbeträge, und der Markt befindet sich in der Hand von Verbrechern. Warum dies? Warum werden dem organisierten Verbrechen und internationalen Terrororganisationen solche Beträge geschenkt? Ist der Konsum von Hanfprodukten so gefährlich, dass dies gerechtfertigt ist? Die Antwort ist Nein. Das Verbot ist veraltet und gehört abgeschafft. Trotz intensiven, jahrzehntelangen Versuchen, die Schädlichkeit von Haschisch und dergleichen nachzuweisen, ist dies nicht gelungen. Es gibt nach wie vor keine Hinweise auf ernsthafte körperliche oder geistige Schädigungen, die von Cannabis verursacht werden. Zudem ist das Verbot als solches gescheitert. Der Konsum von Hanfprodukten ist hoch wie eh und je. Nur eröffnet die aktuelle Gesetzeslage der Willkür Tür und Tor. Konsumenten von Cannabisprodukten sind der Willkür von Polizisten, Arbeitgebern und Nachbarn ausgesetzt. Die Kriminalisierung macht sie erpressbar und zwingt viele zu einem stressreichen Doppelleben. Und schliesslich, und das ist besonders zynisch, verhindert das Verbot jede ernstzunehmende Prävention, da die Präventionsstellen die Konsumenten nicht erreichen. Warum also ein Verbot, das nicht greift, das teuer ist, das Verbrechen fördert und die Polizei beschäftigt? Es verwundert nicht, dass gerade Exponenten der Polizei und der Wirtschaft immer wieder für die Hanflegalisierung eintreten. Denn für sie ist das geltende Verbot ein echtes Problem. Und was ist das meistgehörte Argument gegen eine Legalisierung? Es ist eine Variation von: «Kiffen ist schlecht. Es sollte weniger gekifft werden.» Ob das so stimmt, sei dahingestellt. Doch eines muss klar sein: Damit hat die Abstimmung überhaupt nichts zu tun! Bei einem Nein wird nicht weniger gekifft, nur teurer – und den Preis, den zahlen wir alle. Also Scheuklappen weg, und der Schweiz zuliebe ein Ja am 30. November. eve&rave schweiz
|






