forwhat hat geschrieben:
Was verstehen wir eigentlich unter dem Begriff 'Verarbeiten'.
Verarbeitet ist etwas imho dann, wenn man ein bestimmtes Thema emotional komplett durchdrungen und anhand entsprechender Erfahrungen überwunden hat. Verarbeitet bedeutet in diesem Sinne, dass man emotional befreit ist von einem Thema. Das heißt, durch bestimmte Ereignisse können Gedanken und Gefühle aufkommen, die eine emotionale Verwicklung auslösen können, aber man reagiert weder mit Abneigung noch mit Anhaftung, noch lässt man sich emotional einwickeln. Man kennt die mögliche Reaktion aus Erfahrung und ist in der Lage, trotz widriger Umstände geistig zentriert/gleichmütig/unbeeindruckt/unbeeinflusst zu bleiben. Mit anderen Worten: Man bleibt nicht mehr daran hängen und verliert sich nicht mehr in Grübeleien/Gedankenspielen/Argumentationen oder Rechtfertigungen gegenüber dem sog. inneren Richter/Kritiker.
forwhat hat geschrieben:
Wann hat unser Gehirn ein Erlebnis verarbeitet?
In physiologischer Hinsicht vielleicht dann, wenn ein neuronales Erregungsmuster (das z. B. eine bestimmte Reaktion auslöst, die auf Erfahrungen aus der Kindheit basiert) durch neu gelernte Verhaltensweisen an Einfluss verliert. Das alte Reaktionsmuster wird ersetzt, indem man lernt, angemessener in einer Situation zu reagieren.
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Man liest häufig Aussagen wie: Nach dem Trip sollte man sich Zeit nehmen, um das Erlebte zu verarbeiten. - Klar, man sollte sich Zeit nehmen. Man sollte sich Ruhe gönnen. Ein Trip wirbelt viel Material auf, das im gewöhnlichen Alltags-Bewusstseinszustand im Unbewussten kursiert. Das legt sich nach dem Trip in der Regel allmählich wieder.
Aber: Aktiv kann man nicht viel tun, denn bewusst verarbeiten tut man imho nicht wirklich, oder nicht überwiegend. Vielmehr geschieht die Verarbeitung (von welchen psychischen Inhalten auch immer) größtenteils unbewusst - jeden Tag bei gewöhnlichen Tätigkeiten, insbesondere beim Träumen, eigentlich immer. Dieser Prozess gehorcht seinen eigenen Gesetzen, die mir persönlich ziemlich schwer durchschaubar und greifbar erscheinen.
Plus: Man kann die Verarbeitung durch bestimmte Praktiken, wie beispielsweise regelmäßige Meditation und Yoga (gemeint = körperliche Übungen), begünstigen. Oder besser gesagt: Die Bedingungen für eine etwaige Verarbeitung von psychischen Inhalten verbessern. Die Psyche tendiert imho von sich aus dazu, sich emotionaler Belastungen sukzessive zu entledigen. Dem kann man durch sein Verhalten entgegenwirken oder man beginnt zu lernen, mit diesem inneren Rhythmus zu gehen.