VorwortHallo liebe E&R'ler...
Ich wollte schon seit längerem mal nen ausführlichen Erfahrungsbericht meiner 6 Wöchigen Therapie schreiben, war aber bis jetzt immer zu faul^^
Auf anfrage von Ckarl, konnte ich mich endlich dazu überwinden

Hab euch jetzt einfach mal das kopiert, was ich ihm geschrieben habe.
Ich werde höchstwarscheinlich noch ein paar Sachen ergänzen und würde mich freuen wenn ich noch ein paar eurer Fragen beantworten kann
Meine Diagnose: Depressionen, ehemalige Panikstörung und ehemalige (bis dahin noch nicht diagnostizierte) Psychose.
(Die Psychose wurde sozusagen im nachinein diagnostiziert, als ich die damaligen Symptome beschrieben hatte)
Also...In der Klinik waren Patienten aus ganz Deutschland und auch aus Frankreich (da es direkt an der Grenze liegt...hab da auch eine kennengelernt die 700km heim fahren musste.
Die Klinik heißt
AHG Klinik Berus.
Zum Therapieverlauf:Ich bin Dienstags den 6.3.12 dort um ca. 13:30 Uhr angereist. Die Therapie ging 6 Wochen lang (bzw. kurz^^) also bis 17.4.12
Als erstes hat mir dann die Co-Therapeutin meines Teams mein Zimmer gezeigt und hat mir den vorläufigen Wochenplan gegeben/erklärt. Außerdem hat sie mir Namen und Zimmernummer meiner Patin gegeben. Jeder Patient hat dort ein Einzelzimmer. Die Zimmer waren auch gut ausgestattet...
Zimmer: Ein großer Schrank, Bett, Schreibtisch mit Pinnwand, eigenes Telefon, Sessel und ein Glastisch...ich hatte sogar nen Balkon

Jeder hat halt auch sein eigenes Bad (Dusche, Waschbecken und Klo), welches an das Zimmer angebaut ist.
Teams: In der Klinik gibt es glaube ich 6 Teams, bestehend aus jeweils einem Supervisor, einem Teamarzt/ärztin, 2 Psychotherapeuten und einer Co-Therapeutin. In jedem Team werden ungefähr 20 Leute behandelt.
Paten-System: Jeder Patient hat einen Paten, d.h. ein anderer Patient, der dir hilft dich am Anfang zurecht zu finden und im idealfall auch immer ein offenes Ohr für dich hat. Es ist halt so der erste Kontakt zu nem Patienten. Finde das echt klasse gemacht. Das ist natürlich freiwillig, aber ich hab mich auch 2 mal als Pate eingetragen, da mir die Idee gefiel und mir meine Patin am Anfang echt geholfen hat mich dort zurecht zu finden. Wenn man en guten Paten/Patin hat, kann man auch immer mal hin um sich auszukotzen...
In der ersten Woche ist kaum was aufm Plan. Da findet erstmal nur das erste Gespräch mit dem Psychotherapeuten (der für dich zuständig ist) und die physische Untersuchung (auch Gewichtskontrolle, EKG undso...) statt. Falls einem der vorgegebene Therapeut nicht abgeht, kann man den auch wechseln. Die Therapie soll ja individuell auf dich abgestimmt sein.
Was ich persönlich sehr gut finde, da man sich dann nicht wie irgend eine Nummer vorkommt^^
Erster Tag (Mittwochs):Musste erstmal Morgens zur Voruntersuchung. Da wird dann halt standartmäßig Blutdruck undso gecheckt. Außerdem muss man ne Urinprobe abgeben. Damit wird dann ein Screening gemacht und auf sonstige Krankheiten oder so gecheckt.
Frühtreff: Danach gings dann zum täglich (außer WE) stattfindenden Frühtreff mit dem Team. Dort kommen dann jeden Morgen alle Patienten und Ärzte des Teams zusammen. Die Ärzte informieren dann über evtl. ausfallende Aktivitäten o.Ä. und der Teamsprecher (ein Patient der sich dazu bereit erklärt es zu machen) kündigt an, wann neue kommen und/oder wer geht.
Hab mich dann halt vorgestellt, Name, Wohnort und das reicht.
Dann liest halt auch noch irgwer den "Spruch des Tages" vor, wenn jemand bock hat.
Mittags, nach dem Mittagessen, gabs dann das erste Gespräch mit der für mich zuständigen Therapeutin. Die war mir von anfang an sympathisch. Zwar nicht so wie mein Psychologe daheim, aber ich habe mich gut mit ihr verstanden und konnte mich vollkommen öffnen.
In dem ersten Gespräch wird dann erstmal nur besprochen, was man für Beschwerden hat, welches Ziel man sich für das Ende der Therapie gesetzt hat und welche "Angebote/Programme/Sitzungen" man mitmachen möchte bzw. welche man braucht um seine jeweiligen Beschwerden anzugehn.
Es gibt einiges an Angeboten, aber hab sie leider nicht mehr alle im Kopf.
Programm:Ein paar Beispiele (wählbare Angebote): Tai Chi, Yoga, Genuss-Gruppe, Selbstsicherheits-Gruppe, Achtsamkeitsgruppe (Meditation), Tiefenentspannung (mit Phantasiereise), Depressions Übungsgruppe, Angst Übungsgruppe, Burnout-Gruppe, Rückenschule, Nichtraucher-Gruppe und vieles mehr...
Dazu gibt es noch Sachen die jeder mitmacht, ausser man will es halt überhaupt nicht:Craniosacral-Therapie (eine Art Kopf-Massage), Krankengymnastik (was allerdings einfach nur ne Massage war

), Progressive Muskelentspannung, Körpererfahrung, Atemtherapie, Bewegungsgruppe (wählbar zwischen Schwimmbad oder Hallensport/Outdoor Wanderung, geht aber auch beides zusammen);
Verschiedene Vorträge in der Aula: Depressionsinformationsgruppe, Angstinformationsgruppe, Gesunde Ernährung, Reccourcen und Entspannung, Gesundheitsgruppe, Grundlagen der Achtsamkeit, Gesundheitstraining: verschiedene Vorträge und noch paar andere Sachen (kommt auf den Patienten an).
Abends: bin ich dann in den Raucherpavillon und hab da auch mal meine ersten Kontakte geknüpft.
Insgesamt waren es eher wenige jüngere Patienten, aber für mich war das kein Problem.
Die 40-50 Jährigen waren cool drauf und haben immer viel Quatsch gemacht undso
Übrigens, das Essen war, verglichen mit anderen Cantinen, echt top.Morgens: Brot, Brötchen, Müsli (verschiedenes), Joghurt, Quark, Wurst, Käse, Salat etc.
Mittags: Man konnte aus jeweils 3 Gerichten wählen. Vegetarisch, "Fit & Bekömmlich" und "köstlich Bewährt". Und natürlch immer Salat soviel man will

Abends: Reste vom Mittag, Brot, Joghurt, Quark, Salat, Wurst, Käse usw...
Am ersten Wochenende sollte man in der Klinik bleiben, um mal paar Kontakte zu knüpfen (was ich allerdings nicht gemacht hab

Bin einfach heim gefahren...hat keiner mitbekommen.)
Ansonsten kann man jedes Wochenende, in Rücksprache mit dem Therapeuten, nach Hause fahren.
Es wird sogar von den Therapeuten gefördert, da man das Erlernte versuchen soll mal zu Hause anzuwenden.
Hier meine Wochenpläne:Woche 1Zitat:
07.03.12 - 09.03.12
Dienstag:
Anreisetag
Mittwoch:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:00 Gesunde Ernährung 1 *
10:00-10:50 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
11:15-11:20 EKG/Foto
Donnerstag:
08:00-08:45 Rückenschule Schnuppertermin 1malig
08:45-09:15 Frühtreff
09:45-10:30 Bewegungsgruppe z. Einführung
14:15-15:30 Gesundung durch Psychotherapie *
Freitag:
08:45-09:15 Frühtreff
13:00-13:30 Progressive Muskelentspannung
14:15-15:30 Reccourcen und Entspannung *
Woche 2Zitat:
12.03.12 - 16.03.12Montag:Fehlt leider
Dienstag:Fehlt leider
Mittwoch:08:45-09:15 Frühtreff
10:00-10:30 Gesunde Ernährung 2
Gesundheitstraining *
10:45-12:00 Depressionsinformationsgruppe *
14:30-15:30 Gesundheitstraining "Nicht Rauchen"
15:45-17:00 Gesundheits-Gruppe *
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Donnerstag:08:00-08:45 Rückenschule
08:45-09:15 Frühtreff
10:45-12:00 Achtsamkeitstraining (Übung)
13:15-14:00 Bewegungsgruppe
14:45-15:00 Gespräch Supervisor
15:45-17:00 Angst-Informationsgruppe *
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Freitag:08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Depressionsübungsgruppe
13:00-13:30 Progressive Muskelentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
Woche 3Zitat:
19.03.12 - 23.03.12
Montag:
08:00-08:45 Rückenschule
08:45-09:15 Frühtreff
09:45-10:35 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
10:45-12:00 Grundlagen der Achtsamkeit *
13:15-14:00 Bewegungsgruppe
Dienstag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Depressionsübungsgruppe
13:00-13:30 Progressive Muskelentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
15:45-17:00 Gesundheits-Gruppe *
Mittwoch:
08:20-08:40 Craniosacral-Therapie
08:45-09:15 Frühtreff
10:00-10:30 Gesunde Ernährung 2 Gesundheitstraining *
10:45-12:00 Depressionsinformationsgruppe *
14:30-15:30 Gesundheitstraining "Nicht Rauchen"
15:45-17:00 Gesundsheits-Gruppe *
17:00-18:00 Gesunheitstraining Vortrag s. Aushang *
Donnerstag:
08:00-08:45 Rückenschule
08:45-09:15 Frühtreff
10:45-12:00 Achtsamkeitstraining (Übung) *
13:15-14:00 Bewegungsgruppe
15:45-17:00 Angst-Informationsgruppe *
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Freitag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Depressionsübungsgruppe
13:00-13:30 Progressive Muskelentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
16:20-16:40 Krankengymnastik
Woche 4Zitat:
26.03.12 - 30.03.12
Montag:
08:00-08:45 Rückenschule
08:45-09:00 Frühtreff
09:00:09:45 Bewegungsgruppe
10:45-12:00 Grundlagen der Achtsamkeit *
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:05-14:55 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
15:20-15:40 Craniosacral-Therapie
Dienstag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Körpererfahrung
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
15:45-17:00 Gesundheits-Gruppe *
Mittwoch:
08:45-09:15 Frühtreff
09:20-09:40 Krankengymnastik
10:45-12:00 Depressionsinformationsgruppe *
14:30-15:30 Gesundheitstraining "Nicht Rauchen"
15:45-17:00 Gesundheits-Gruppe *
17:00-18:00 Gesunheitstraining Vortrag s. Aushang *
Donnerstag:
08:00-08:45 Rückenschule
08:45-09:00 Frühtreff
09:00-09:45 Bewegungsgruppe
10:45-12:00 Achtsamkeitstraining (Übung)
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:00-14:45 Soziotherapeutische Beratung
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Freitag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Körpererfahrung
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
Woche 5Zitat:
02.04.12 - 05.03.12
Montag:
08:45-09:00 Frühtreff
09:00-09:45 Bewegungsgruppe
10:45-12:00 Grundlagen der Achtsamkeit *
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:15-15:05 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
16:20-16:40 Craniosacral-Therapie
Dienstag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Körpererfahrung
13:30-14:00 Tiefenentspannung
14:15-15:30 Genuss-Gruppe
16:00-16:20 Krankengymnastik
Mittwoch:
08:00-08:45 Atemtherapie
08:45-09:15 Frühtreff
10:00-10:30 Gesunde Ernährung 2 *
10:45-12:00 Depressionsinformationsgruppe *
12:15-13:30 Genuss-Gruppe (Dieses Mal fand es während dem Mittagessen statt da es um das Thema Geschmack ging)
14:30-15:30 Gesundheitstraining "Nicht Rauchen"
16:15-17:00 Soziotherapeutische Beratung
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Donnerstag:
08:45-09:00 Frühtreff
09:00-09:45 Bewegungsgruppe
10:00-10:20 Krankengymnastik
10:45-12:00 Achtsamkeitstraining (Übung)
13:30-14:00 Tiefenentspannung
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Woche 6Zitat:
10.04.12 - 13.04.12
Dienstag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
10:45-12:00 Depressionsübungsgruppe
13:30-14:00 Tiefenentspannung
Mittwoch:
08:00-08:45 Atemtherapie
08:45-09:15 Frühtreff
09:20-09:40 Craniosacral-Therapie
10:00-10:30 Gesunde Ernährung 2 *
10:30-11:20 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
14:30-15:30 Gesundheitstraining "Nicht Rauchen"
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Donnerstag:
08:45-09:00 Frühtreff
09:00-09:45 Bewegungsgruppe
11:20-11:40 Krankengymnastik
13:30-14:00 Tiefenentspannung
17:00-18:00 Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang *
Freitag:
08:45-09:15 Frühtreff
09:15-10:30 Selbstsicherheits-Gruppe
13:30-14:00 Tiefenentspannung
Woche 7Zitat:
16.04.12 - 17.04.12
Montag:
07:00-07:30 Gewichtskontrolle
08:45-09:00 Frühtreff
09:00-09:45 Bewegungsgruppe
10:45-11:35 Psychotherapeutisches Einzelgespräch **
13:30-14:00 Tiefenentspannung
Dienstag:
Abreisetag -> Unterschriften sammeln und Zimmer räumen
Zitat:
* = Die Vorträge in der Aula sind zwar oft unter gleichem Namen, behandeln aber verschiedene Themengebiete. Trotzdem habe ich viele Vorträge 2,3 oder mehrmals gesehen. Außerdem sind die schräg geschriebenen Vorträge immer freiwillig gewesen. Dort wurde also keine Anwesenheit kontrolliert.
** = Unter Absprache mit den Therapeuten, kann man auch mehrere Psychotherapeutische Einzelgespräche in der Woche haben.
Ich hoffe ich hab dem ein oder anderen mit meinem Thread geholfen
Falls noch Fragen offen sind, werde ich sie gerne beantworten.
Ich werde heute Abend anfangen zu jeder "Anwendung" noch eine Erklärung zu schreiben, damit ihr einfach auch wisst was dort so gemacht wird.Die "Anwendungen" (bzw. die verschiedenen Programmangebote)
Wie schon beschrieben gibt es unzählige Angebote an Anwendungen/Therapien. Man kann natürlich nicht an allem teilnehmen. Im ersten Psychotherapeutischen Einzelgespräch wird festgelegt woran man teilnimmt. Dazu wird einem eine große Liste mit den Angeboten gezeigt und man muss sich dann für ein paar entscheiden. An einigen Sachen nimmt man sowieso teil.
Ich werde euch jetzt nur die Anwendungen beschreiben können, an denen ich teilgenommen habe. Zu den anderen kann ich ja nix sagen^^
Wie gesagt, der Wochenplan wird an den jeweiligen Patienten mit seinen individuellen Problemen angepasst.
- Gesunde Ernährung 1&2:
Hierbei handelt es sich um einen zweiteiligen Vortrag über Gesunde Ernährung, wie der Name schon sagt
. Ich hatte diesen Vortrag mehrmals auf dem Plan und hätte eig nur immer wieder den gleichen Vortrag gesehen. Deswegen bin ich natürlich zu beiden Vorträgen (Teil 1 und 2) nur jeweils einmal hingegangen. Wenn man sich jedoch das dort vorgetragene gut einprägen will, schadet es nicht mal öfter rein zu gehen.
- Psychotherapeutisches Einzelgespräch:
Müsste eig klar sein was man da macht^^ Mit der (in meinem Fall) Therapeutin konnte ich wirklich über alles reden, auch über meinen Konsum und darüber, dass ich mir den nicht verbieten will. Für mich waren die Einzelgespräche immer gut um mich mal auszukotzen. Wenn ich mal kein aktuelles Thema/Problem hatte, haben wir dann immer über das Grundproblem geredet (also um meine Hintergrundgeschichte). Ich bin zwar ein Mensch der sich wirklich gut selbst reflektieren kann, aber das ein oder andere habe ich auch erst mit Hilfe der Therapeutin verstanden. Bei Bedarf kann man auch immer mal wieder eine Übung mit den Therapeuten machen. zB Leute mit Höhenangst gehen dann mal mit therapeutischer Begleitung auf die Gittertreppe, außen am Gebäude am 4 Stock. Hab da einen gesehen der fast 2 Std mit seiner Therapeutin oben stand und ihm wirklich anzusehen war, wie nervös er ist.
Die beste Methode seine Ängste loszuwerden bzw. mit ihnen klarzukommen ist halt immer die Konfrontation, welche man durchstehen muss und somit lernt wie man damit umgehen kann.
- Rückenschule:
Diese Anwendung fand immer in der Sporthalle statt. Dort wird dann einfach die Rücken- und Bauchmuskulatur trainiert. Die Übungen die dort gemacht werden, werden alle ohne Hilfmittel gemacht bis auf ein paar Übungen mit dem großen Gummiball. Außerdem wird auch gezeigt wie man den Rücken gerade halten sollte und was "gerade" überhaupt ist. Die nette Dame die das geleitet hat, war auch immer offen für fragen und gab auch mir ein paar nützliche Tipps um meine Rückenmuskulatur zu dehnen, da ich schonmal im Krankenhaus war weil meine Rückenmuskulatur stark verkrampfte (auf GBL) und ich höllische schmerzen dadurch hatte. (bekam dann ein Muskelrelaxans in mehrere Stellen meines Muskels injiziert.)
- Progressive Muskelentspannung:
Hierbei handelt es sich um eine einfache Methode sich zu entspannen, ganz einfach durch Muskelentspannung.
Denn wenn man unter Stress steht, ist auch immer der Muskeltonus erhöht.
Das Wort "Stress" kommt aus dem Englischen (bzw. Latein) und bedeutet einfach soviel wie "Anspannung".
Somit sollte jedem klar sein, dass man mit senkung des Muskeltonus auch automatisch den psychischen "Stress" abbaut.
Durch die Progressive Muskelentspannung wird der Muskeltonus ganz einfach ohne große Anstrengung gesenkt.
Das praktische dabei ist, dass man diese Übung auch im Sitzen machen kann und somit auch auf der Arbeit zB am Schreibtisch.
In dieser Übung werden nacheinander einzelne Muskelgruppen kurz angespannt um sich danach vollkommen auf das Gefühl der Entspannung zu konzentrieren.
[Hier mal eine genaue Anleitung] (Für Anfänger empfehle ich allerdings eine Video- bzw. Audioanleitung. Findet man auf Youtube
)
- Depressionsinformationsgruppe:
Hierbei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Informationen und Bewältigungsstrategien für Depressionen, welche in insgesamt 6 Vorträgen behandelt werden.
- Gesundheitstraining "Nicht Rauchen":
In dieser Gruppe gehts natürlich um das Thema "Rauchfrei werden". Die Patienten tauschen ihre Erfahrungen aus und/oder geben sich gegenseitig Tipps um endlich von dem Rauchen weg zu kommen. Ein Therapeut leitet diese Gruppe und gibt Informationen und Tipps wie man es schaffen kann, endlich von den Glimmstängeln wegzukommen
- Gesundheitstraining Vortrag s. Aushang:
Jeden Mittwoch und Donnerstag Abend zwischen 17 & 18 Uhr gibt es irgend einen Vortrag über Themen wie zB Schmerzbewältigung (physischer Schmerz). Diese Vorträge waren immer freiwillig bzw. die Anwesenheit wurde darin nicht kontrolliert.
- Grundlagen der Achtsamkeit:
Hier werden die Grundlagen der Achtsamkeit und der Achstamkeitsübungen, einer Meditationstechnik aus dem Buddhismus, in der Theorie geschult. Ist halt ein kleiner Vortrag darüber, wo es herkommt, welchen Sinn es macht etc.
- Achtsamkeitstraining (Übung):
Im Achtsamkeitstraining werden insgesamt 3 Übungen bzw. Meditationstechniken trainiert. Die Bezeichnungen der Meditationstechniken habe ich aus dem Begleitheft entnommen, müssen also nicht die Original Bezeichnungen sein...weiß ich halt nicht.
- Atemmeditation = Eine Meditationstechnik in der man sich vollkommen auf seinen Atem konzentriert und somit einfach nur in der Gegenwart verweilt.
- Körpermeditation = Hier wird ein "Body-Check" gemacht. Man nimmt einfach das Gefühl einzelner Körperteile wahr, ohne zu bewerten oder zu kommentieren. Dabei geht man jedes einzelne Körperteil nacheinander durch.
- Gehmeditation = Dabei handelt es sich um eine Meditationstechnik im Gehen. Man konzentriert sich nur auf das Gefühl in den Füßen und nimmt einfach nur wahr. Natürlich auch ohne zu bewerten oder zu kommentieren.
(Anleitungen zu den einzelnen Meditationstechniken werde ich auch noch hinzufügen (Quelle: Begleitheft der Achtsamkeitsgruppe))
Freitzeitangebote- Der Fitnessraum: ist den ganzen Tag über auf, also kann man zwischendurch auch mal sein Adrenalin abbauen gehn^^, falls man zwischen den einzelnen Terminen Zeit hat.
Ansonsten ist er auch Abends nach 18 Uhr auf. Zur Sicherheit ist dort auch ne Kamera drin, falls mal jemand zusammenklappen sollte oder so.
- Internet: Im Erdgeschoss gab es eine Ecke in dem ein PC stand und ein weiteres Kabel war für mitgebrachte Laptop's verfügbar. Wer ins Internet wollte, musste sich an der Rezeption einen Zugangscode kaufen. Eine Stunde hat soweit ich weis 2€ gekostet.
- Sonstige Freizeitangebote: In allen Stockwerken gab es eine große Pinnwand an der viele Verschiedene Freizeitangebote notiert waren. Man konnte zB auch mal Abends an der Duftmeditation teilnehmen. Viele der Angebote waren auch von den Patienten selber, wie zB Tischtennis, Tischfußballturniere, Billiardturniere, Wanderungen, Besichtigungen und vieles mehr...
Ihr seht, man hatte dort nie langeweile, ausser man wollte welche
Was mir am meisten half:Am meisten haben mir folgende Sachen geholfen:
Achtsamkeitsübungen (Meditation), Tiefenentspannung, Progressive Muskelentspannung, Selbstsicherheitsgruppe, Genuss-Gruppe, Depressionsübungsgruppe und mit abstand das beste Mittel gegen Depris ist SPORT

(in welcher Intensität es hilft, ist individuell)
Habe mich dort, auch dank meiner Patin, sehr schnell sehr wohl gefühlt und wollte eig garnichtmehr nach Hause. Bin aber trotzdem jedes Wochenende heim^^
Die Leute, vorallem Abends am Raucherpavillon, waren alle überwiegend nett und man konnte immer mit denen Spaßen

Habe fast jeden Abend nur draußen am Raucherpavillon gehockt und mich unterhalten, gelacht, mit denen Musikgehört und und und...
War wirklich ne schöne Zeit dort...ich würde jederzeit wieder in diese Klinik gehen.
Diese 6 schönen Wochen gingen wie im Flug vorbei, aber haben mir dennoch enorm weitergeholfen.
Ich hatte endlich meine Motivation wiedergefunden und war/bin endlich wieder glücklich.
Klar hab ich auch immernoch Phasen wos mir nicht so gut geht, aber da seh ich optimistisch drüber hinweg

Leider hab ich den Sport wieder schleifen lassen, welcher mir am meisten Motivation gegeben hat/gibt.
Das wird sich aber wieder ändern.
Edit: Ich habe das ganze natürlich ohne Medis gemacht. Halte nichts von Antidepressiva/Neuroleptika da sie nur Symptomunterdrücker sind. mMn sollten solche Medikamente nur eingesetzt werden, wenn der Patient nicht auf die Therapie anspringt bzw. die "Krankheit" anders nicht zu bewältigen ist. Man sollte es mMn auch nur Therapiebegleitend nehmen.
Einfach so, ohne jegliche Therapie macht das keinen Sinn.
Ich fand auch sehr gut, dass diese Klinik genau diese Meinung vertritt und dies auch ganz klar in den Gesprächen/Vorträgen sagt.
Dadurch war mir die Klinik noch sympathischer.
Ich möchte nicht sagen das diese Klinik perfekt war, aber dennoch bin ich der Meinung das diese Klinik eine VorzeigeKlinik ist.
Da sollten sich andere Kliniken mal ne Scheibe von abschneiden.
Was mir dort nicht gefiel waren alles nur Kleinigkeiten.
LG, Stop
PS:
Bitte den Text nicht zitieren, da evtl. noch änderungen vorgenommen werden 