Hallo Julian
Ich kiffe nicht, habe aber mal paar mal das probiert, meist gegessen oder aufgelöst in etwas, oder halt in kekse verbacken. Da kann man sich ordendlich verschätzen mit der Dosis (war dann knapp 1 Tag oder Nacht komplett dauerbreit)...und dann war das auch net gut für mich. Mich hatte das lethargisch, verwirrt, gedankenschleifen-bildend, unruhig, und sehr naja...wie sagt man, ich hab immer Paranoier gesagt, aber waren eigentlich keine paranoier, eher "geistige Enge" und konnte meine Gedanken hören...irgendwie so halt...bissle wie zahnfee beschreibt, aber ging immer innerhalb 2 Tage dann komplett weg, keine Spuren mehr davon.
Positiv empfand ich das Entspannungsgefühl, und auch das Realismusempfinden beim zuhören oder zuschauen, aber ich habe festgestellt, das es sehr relativiert...
Zeitempfinden, Entfernungen und Gefühle wurden Relativiert! Das kann schon helfen, wenn man irgendwie ziemlich mies ein Problem hat, und gar nicht weiter weiß, aber halt das einen auch belastet, dann bildet das einen Abstand zum Problem, und das ist gut dann mal etwas anders ranzugehen/draufzuschauen oder sich auch mal zu distanzieren davon, um besser eine lösung zu finden.
Hab ich nur paarmal gemacht, damals zwischen 15 und 18, da mich das sehr umgehauen hat in den nächsten 2 Tage. ich war immer schlecht drauf dann, dauerhaft müde, kam nicht vom Fleck weg, genervt und hab daher auch probleme mit Eltern bekommen. Ich hab dann gemerkt, ist nix für mich, und es gelassen. Ich hatte auch vieles andere, was mir besser gefiel und mir eher geholfen hatte.
Ich denke, nicht jeder MUSS oder SOLLTE Koffen, manchen bringt es viel, und hilft es sogar, manchen genau das gegenteil. Und beides konnte ich beobachten. Da sind Leute mittlerweile, mit Familie und Beruf, die kiffen, und keine probleme damit (meist aber 1-3 mal in der Woche Pur oder weniger). Aber wiederum andere kommen nicht los, schaffen nix, und zieht sie runter etc... Das ist sehr abhängig von der Persönlichkeit, Verallgemeinern geht gar nicht beim kiffen, aber es macht irgendwie alle friedlicher, das definitiv, und eben halt relativierend.
Allerdings habe ich viel beobachten können in meinem Umkreis über jahre hinweg, und da deckt sich einiges mit nachElf. Das ist eher die Gruppe, wo es nicht so gut war, das die gekifft haben, eher Vielkiffer! mind. 5 Geräte am Tag und mehr, oder Bongs:
Eher negativ:-Probleme mit Gedächtniss, vergessen sehr oft viel, was beobachtettes angeht, oder bereits geklärtes, Unterhaltungen, Aufgaben etc.. (nicht bei seltene Gelegenheitskiffer!)
-Koordinationsprobleme und Geschwindigkeitsverlangsamungen (bei Vielkiffern aber nur gemerkt) erscheinen etwas "Chaotisch", "deplaziert" und "verwirrt"
-Konzentrationsschwäche bei langen Argumentationsketten: ich meine im einem Gespräch, wenn man "Sprünge" macht, Gedankensprünge...das geht schlecht (bei Dauerkiffer bleibt eher), aber selbige Leute nüchtern kommen mit (gelegenheitskiffer)!.
-Alltagsbestimmend und etwas Freiheiteinschränkend (bei Pur-raucher mit Pfeife wenn sie unterwegs sind fällt es mir immerwieder auf, muss man sich verstecken) und immer muss was da sein (bei Vielkiffer aber nur), sonst größere Ausfälle, wie Angst, Agressionen und starke Unruhe (aber nur bei Extremkiffern beobachtet), schlimmstenfall Panikattacke (war nur 1 Mal in 15 Jahren und das war jemand, der seid 20 jahren sehr viel kifft und plötzlich nix hatte halben Tag, war schlimm!)
-bei lange Kiffabende reden manchmal die Leute aneinander vorbei, und finden das witzig..."Roter-Faden"-Verlust!
-manchmal sehr Selbstbezogen, aber nicht immer!
-etwas eingeschränktes Beobachtungs-und Reaktionsvermögen, geistige Abwesenheit auch etwas
Eher positiv:-allgemeines Wohlempfinden und Stressresistenz besser,
-manchmal Empathiesteigerung: verstehen manchmal besser was man erzählt, aber vergessen das, was sie verstanden haben schneller (leider), muss man sie öfter erinnern, dann fällt es ihnen wieder ein
-sind Lustig und eher entspannt, was sehr angenehm sein kann, wenn man immer mit denen rumhängt oder mal eine Reise macht und sowas
-stärker im Hier- und Jetzt anwesend, was auch sehr gut sein kann, wenn man sich zeit genommen hat etc...
-Friedlich und Deeskalierend, was sehr gut ist und sehr nützlich!
Reversibel oder nicht: Kann ich nicht sagen, die meisten kiffen immernoch, manche haben aufgehört, und ich habe mittlerweile auch erst seid kurzem Leute kennengelernt, die gar nicht kiffen...da mussste ich erst mit umgehen lernen und daran habe ich das überhaupt gemerkt alles...
Bei denen, die Aufgehört haben ist folgendes "noch spürbar":
-leichte Relativierungen sind geblieben, aber nur im emotionalen Bereich (weniger Empathie) oder in Zeitwahrnehmung
-Trägheitsprobleme teilweise, aber nicht so stark,
-etwas Gedächtnissprobleme, aber wenig. liegt auch daran, dass das net trainiert wird oder wurde.
-Roter-Faden-Verlust auch noch da, aber net so schlimm
-können schlecht mit starken Emotionen umgehen, was aber lernbar ist/nachholbar!
Psychische probleme konnte ich nie beobachten, das die daraus entstanden wären oder so. Also ich glaube nicht, das man vom kiffen psychische Probleme bekommt. Meist hört man ja einfach auf, wenns komisch ist, aber so gut kenn ich mich net aus. Ich kenn einfach keine solche Fälle. Das sind eher so Alltagsprobleme die auftauchen, die ich oben aufgezählt hab. Und das ist auch SEHR INDIVIDUELL...das sind nur meine Beobachtungen, nix weiter!!! Und wie gesagt, bei denen, wo es eher genau in die umgekehrte Richtung ging (die vom kiffen aktiver wurden, die gibts auch, aber seltener) war das auch alles anders...
Ja vielleicht hilft dir das, keine Ahnung, aber ich kann mich nachtElf da anschließen: mal am WE was rauchen, sich zeit nehmen und einen schönen abend oder sowas machen, das ist eher gut, und ich denke mal auch dass es sich dann eher positiv auswirkt auf den Alltag. Aber da muss man total konsequent sein, und wenn du Gruppenzwang keine probleme hast, dann ist alles gut! Ich bin Gruppenzwangresistent was das angeht...heheeee.... Aber ich hatte auch Glück mit meinen Freunden, denen war das egal, ob ich kiff oder net.
Grüsse,
NTP