Hallo,
in letzter Zeit habe ich mich etwas mehr mit dem Thema Pharmakodynamik beschäftigt, um herauszufinden, wie sich die Wirkungen von bestimmten Substanzen erklären lassen, und ob man anhand der Pharmakodynamik die ungefähre Wirkung, sowie die Dosis vorhersagen kann.
Kurz zur Pharmakodynamik:
Die Pharmakodynamik ist die Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus (wiki).
Man kann also mit Hilfe der Pharmakodynamik ungefähr herausfinden, wie die Substanz wirkt, was sie genau für eine Wirkung hat und wie sich diese Wirkung gegenüber anderen Substanzen verhält (insbesondere bei Phenethylaminen wie MDMA eins ist). Ich versuche nachfolgend anhand der Pharmakodynamik etwas genauer zu erklären, wie man Wirkung, Dosierung und Wirkungsgrad (also wie stark wirkt die Substanz) anhand der Selektivität von bestimmten
Releasing Agents zu erklären. Releasing Agents sind im Prinzip nichts anderes als eben die meisten Phenethylamine wie MDMA, Amphetamin, Methamphetamin etc...
Zuerst die Pharmakodynamik-Tabelle (NA=Nordadrenalin; DA=Dopamin; 5-HT=Serotonin):

So nachfolgend versuche ich mal die Tabelle weitesgehend meines Verständnisses zu erklären, 100%ig sicher bin ich mir natürlich nicht, aber ich habe alle meine Vermutungen jeweils überprüft, nur das Problem ist, dass es keine Informationen auf Deutsch dazu gibt, daher versuch ich das mal

Auß der Tabelle werde ich auf folgende Stoffe eingehen:
4-Fluoramphetamin
4-Methylamphetamin
Amphetamin
Methamphetamin
Methcathinon
MDMA
Napthylaminopropan
Pseudoephedrin
Anfangen werde ich mit 4-Fluoramphetamin sowie 4-Methylamphetamin. Nachfolgend werde ich die beiden Substanzen vergleichen.
4-Fluoramphetamin werden die meisten ja kennen, sonst einfach
hier nachschauen, es ist laut Erfahrungsberichten ungefähr eine Mischung aus MDMA und Speed. Ich werde nachher versuchen, die Wirkung anhand der Tabelle zu verdeutlichen.
Zu 4-Methylamphetamin ist sehr wenig bekannt, bekannte Informationen sind unter anderem die starke Toxizität gegenüber 4-Fluoramphetamin sowie die sehr heftige beschriebene Wirkung bei recht niedriger Dosierung (10-50mg).
---------------------------NA DA 5-HT
4-Fluoroamphetamine: 28 | 51.5 | 939
4-Methylamphetamine: 22.2 | 44.1 | 53.4
Anhand dieser beiden Substanzen kann man sehr gut die Wirkung und Wirkunterschiede durch die "Release-Selektivität" feststellen. Wer schonmal bei wikipedia sich über Drogen informiert hat wird vielleicht schonmal die Artikel über
Amphetamin und
Methamphetamin gelesen haben und dort über das Verhältnis der Ausschüttung von Transmittern gelesen haben. Auch anhand dieser Werte kann man ganz einfach das "Ausschüttungsverhältnis" ermitteln.
Dies beträgt für:
4-Fluoramphetamin (ungefähr): Noradrenalin:Dopamin = 1,8:1 // Dopamin:Serotonin = 18,2:1
4-Methylamphetamin ( --"---): Noradrenalin:Dopamin = 2:1 // Dopamin:Serotonin = 1,2:1
Bevor man Schlussfolgerungen schließen kann, 2 Informationen die man auf dieses System anwenden kann:
Je niedriger die Zahlen, desto niedriger die Dosierung.Je näher die Zahlen beieinander sind, desto ausgewogener ist die Wirkung bezogen auf die einzelnen NeurotransmitterJe höher die Zahlen, desto schwächer die Substanz. (Werde ich später noch an einem Beispiel zeigen.)
Aus diesen Werten kann man
grob! schlussfolgern, dass die Wirkung von 4-Fluoramphetamin stark Dopaminerg ausgeprägt ist, sowie auch eine schwächer ausgeprägte serotonerge Wirkung vorhanden ist (welche zwar stark wirkt, was aber an speziellen Substanzeigenschaften liegen kann, ein Anzeichen für die schwach serotonerg ausgeprägte Wirkung ist beispielsweise, dass man wenig bis überhaupt nicht nachlegen kann!). Doch wie kann man die Stärke beschreiben? Ich mache es einfach über einen Vergleich zu Methamphetamin. Anhand der Tabelle kann man erkennen, dass das Verhältnis bei Methamphetamin Noradrenalin:Dopamin = 2:1 ist, also ungefähr wie bei 4-Fluoramphetamin. Doch wieso wirkt Methamphetamin stärker? Dies kann man anhand der Werte erklären, welche bei Methamphetamin nur etwas halb so "groß" wie bei 4-Fluoramphetamin sind, was zwar nicht heißt, dass die Wirkung doppelt so stark ist, zumindestens jedoch, dass die Wirkung wesentlich stärker dopaminerg ist.
Betrachtet man nun 4-Methylamphetamin, so erkennt man etwas niedrigere Werte bei Noradrenalin und Dopamin, jedoch ist das Ausschüttungsverhältnis fast identisch. Jedoch ist die Serotoninausschüttung bei 4-Methylamphetamin wesentlich höher, was bedeutet, dass die Wirkung dieser Droge noch stärker serotoninlastig ist bzw. durch einen enormen Serotoninrush geprägt, möglicherweise erklärt sich hier auch die Toxizität, doch das weiß ich nicht. Was man aber auf jedenfall schlussfolgern kann, ist die geringere Dosierung bei 4-MA gegenüber 4-FA. Dies kann mann aufgrund der niedrigeren Zahlen sehen bzw. des Ausschüttungsverhältnisses. Die Dosierung liegt bei 4-MA mit (laut wenigen Berichten!) bei max. 50mg, während die Dosierung bei 4-FA ca. 3mal so groß ist, vermutlich ist dies über das Ausschüttungsverhältnis zu erklären. Laut wikipedia verursacht diese enorme Serotonin Ausschüttung (die eventuell sogar noch höher sein könnte als bei MDMA) ein enormes Abhängigkeitspotenzial im Vergleich zu 4-Fluoramphetamin, 3-Fluoramphetamin und 3-Methylamphetamin.
Nun werde ich kurz noch über das Ausschüttungsverhältnis von MDMA berichten:
Aus der Tabelle kann man folgendes erkennen:
---------NA DA 5-HT
MDMA 110 | 278 | 72
Auch hier sind verschiedene Erkenntnisse zu entnehmen:
MDMA (ungefähr): Noradrenalin:Dopamin = 1:2,5 // Dopamin:Serotonin = 1:3,8
Aus eigener Erfahrung und aus Berichten kann man folgendes grob über die MDMA Wirkung sagen:
- nicht so stark wachmachend
- eher wenig euphorisierend
- stark glücklich machend
Diese 3 Sachen kann man alle anhand des Ausschüttungsverhältnisses relativ gut wieder erkennen. Beispielsweise ist es hier im Gegensatz zu Amphetamin oder Methamphetamin genau umgekehrt, die Dopaminfreisetzung ist mehr als doppelt so hoch wie die Noradrenalinfreisetzung, ein Grund, warum MDMA einen nicht so stark wachmacht und laut Berichten auch ziemlich "in den Sessel drücken kann". Dazu kommt der sehr starke Serotoninausstoß, was die stark glücklich machende Wirkung von MDMA und dafür im Gegenzug die schwach ausgeprägt Euphorie (im Vergleich zu (Meth-)Amphetamin) erklärt.
Nun wollte ich noch eben einen Satz über Pseudoephedrin verlieren, bevor ich abschließend noch auf Naphtylaminopropan eingehen werde. Laut Tabelle lässt sich bei Pseudoephedrin auch ein Verhältnis von (ungefähr) Noradrenalin:Dopamin = 2:1 feststellen, jedoch sind die zahlen weit über tausend. Hier kann man sehr gut erkennen, dass die Wirkung bei größer werdenden Zahlen (stark) abnimmt.
Abschließend wollte ich noch etwas zu Naphthylaminopropan sagen, eine recht unbekannte Substanz die ich selber persönlich auch nicht kenne, allerdings will ich anhand der Tabelle grob vermuten wie die Wirkung sich vorzustellen ist und wie stark sie ist (was aber nur ungefähr ist, Wirkdauer/Wirkstärke etc. können trotzdem noch substanzspezifisch unterschiedlich sein!).
Anhand der Tabelle erkennt man wieder (ungefähr): Noradrenalin:Dopamin = 1:1 // Dopamin:Serotonin = 1:4 . Man kann also ungefähr sagen, dass die Wirkung stark Serotonerg ist, vermutlich stärker als bei MDMA, währen die Euphorisierende sowie wachmachende Wirkung nicht so stark sein wird. Die benötigte Dosis wird ebenfalls vermutlich gering ausfallen (max. 50mg, vielleicht noch weniger).
So das wars, keine Garantie dass es richtig ist, Verbesserungen/Fehler einfach posten oder per PN.
Gruß
Chyb