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 Betreff des Beitrags: Erste Hilfe im (Drogen)-Notfall
Ungelesener BeitragVerfasst: 01.07.2009 - 21:51 
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ERSTE HILFE IM (Drogen-)NOTFALL


Drogenkonsum ist selbst dann mit Risiken verbunden, wenn Safer-Use-Regeln befolgt werden.

Ob eine Person durch den Konsum von Drogen in eine Notfallsituation gerät, ist für die Ersthelferin/den Ersthelfer nicht entscheidend: Erste Hilfe wird immer nach Symptomen geleistet!


Am Telefon [112] musst Du nur die Symptome schildern und von Drogen nichts erzählen. Wenn Du über Drogenkonsum berichtest, kann es sein, dass die Polizei mitkommt.
Das wird allerdings in verschiedenen Städten unterschiedlich gehandhabt. Vor Ort Notarzt/Notärztin mitteilen,
welche Substanzen konsumiert wurden (sofern bekannt), er/sie ist ebenso wie der Rettungsdienst an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden!


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Generelle Regeln

* Wenn jemand in Deinem Umkreis in eine Notsituation gerät: Ruhe bewahren!
* Bitte andere Menschen, Dir zu helfen und bleibe möglichst bei der betroffenen Person. Versuch ihn oder sie anzusprechen und überprüfe, ob ärztliche Hilfe notwendig ist.
* Wenn ja, sofort "112" anrufen (kostenloser Notruf von jedem Telefon, auch von Mobiltelefon ohne Guthaben)!
Meldest Du "Atemstillstand", "Person ist nicht ansprechbar" oder "Krampfanfall", kommt neben dem Rettungsdienst immer auch Notärztin/Notarzt mit.
* Leiste Erste Hilfe entsprechend den Symptomen, bis der Rettungswagen eintrifft.
* Hab keine Angst, etwas Falsches zu tun. Jemand braucht Deine Hilfe, und Nichtstun könnte einem Menschen das Leben kosten.
* Wenn Du die Situation nicht einschätzen kannst oder Dich überfordert fühlst: Ruf den Rettungsdienst!
* Am Telefon musst Du nur die Symptome schildern und von Drogen nichts erzählen.
* Vor Ort dem Notarzt/der Notärztin mitteilen, welche Substanzen konsumiert wurden (sofern bekannt), er/sie ist ebenso wie der Rettungsdienst an die gesetzliche Schweigepflicht gebunden!
* Auch wenn es sich nicht um einen (medizinischen) Notfall handelt: Wenn Du mitbekommst, dass jemand den hilflosen Zustand einer Person ausnutzt, greif ein bzw. hol Andere zu Hilfe.


Vorgehen beim Auffinden einer Person

* Unfallort sichern, sich nicht selbst in Gefahr begeben (herabhängende Stromleitungen, Glasscherben etc.)!
* Bewusstsein kontrollieren: Person ansprechen, rütteln, evtl. Schmerzreiz setzen (in die Innenseite des Oberarms kneifen)
* Bei Bewusstlosigkeit: Atmung kontrollieren:
Zuerst Mundhöhle säubern, dannKopf nach hinten überstrecken, um die Atemwege freizumachen.
* Atmet die Person? (Heben und Senken des Brustkorbs, Atemgeräusche, Lufthauch an Deiner Wange)
* Atmet die Person, ist aber nicht bei Bewusstsein:
--> siehe 1. Hilfe bei Bewusstlosigkeit
* Die Person ist nicht bei Bewusstsein und atmet nicht:
--> siehe 1. Hilfe bei Atem-/Herzstillstand



1. Hilfe bei Bewusstlosigkeit

Symptome:
Person atmet, ist aber nicht bei Bewusstsein



* stabile Seitenlage
* Notarzt/Notärztin rufen!
* Person mit Decken o.ä. warmhalten
* Atmung kontrollieren
* kommt er/sie zu sich: kein Essen, wenn gewünscht: Wasser ohne Kohlensäure



Vorgehen bei Stabiler Seitenlage

-Entferne eventuelle Fremdkörper (z.B. Erbrochenes) aus dem Mund. Benutze dafür möglichst Handschuhe, eine über die Hand gestülpte Plastetüte o.ä.
-Dreh die Person auf die Seite und stell sicher, dass sie nicht auf den Rücken oder den Bauch rollen kann und kein Druck auf den Brustkorb ausgeübt wird.
-Überstrecke den Kopf der Person nach hinten und neige ihn in Richtung Boden – die Mundöffnung muss nach unten zeigen, damit Speichel, Blut und Erbrochene abfließen können und nicht eingeatmet werden.
-Leg die Hand der Person unter das Kinn, um diese Haltung zu fixieren.
-Vergewissere Dich, dass die Person frei atmen kann.

Beachte:
Trägt die Person eine Brille, nimm sie ihr ab, bevor Du sie in eine stabile Seitenlage bringst.
Schwangere auf die linke Seite drehen, um zu verhindern, dass der Fötus in der Gebärmutter auf die (dahinter verlaufende) Hohlvene drückt und so den Blutfluss zum Herzen der Mutter behindert.






1. Hilfe bei Atem-/Herzstillstand

Symptome:
Person ist nicht bei Bewusstseinund atmet nicht



SOFORT Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen!

Herzdruckmassage und Beatmung [= Herz-Lungen-Wiederbelebung]
Im Verhältnis 30:2 abwechselnd durchführen: 30mal Herzmassage, 2mal Mund-zu-Nase- oder Mund-zu-Mund- Beatmung, danach Atmung überprüfen.
Falls sie nicht eingesetzt hat, sofort Herz-Lungen-Wiederbelebung fortsetzen!

Herz-Lungen-Wiederbelebung:
Wenn zwei Personen verfügbar sind, können sie sich die Aufgaben und Kräfte teilen. Dabei übernimmt eine/r die Beatmung und eine/r die Herzdruckmassage, ebenfalls im Wechsel.
Gesamten Vorgang solange wiederholen, bis Notarzt/Notärztin kommt oder der/die Bewusstlose wieder selbständig atmet!

Vorgehen bei Mund-zu-Nase-Beatmung:
-Leg die bewusstlose Person mit dem Rücken auf den Boden, knie seitlich von ihr nieder. Entferne Fremdkörper aus dem Mund der Person.
-Überstrecke den Kopf der Person nach hinten, sonst versperrt die Zunge die Atemwege. Schieb ihren Unterkiefer nach oben und schließe ihren Mund.
-Atme tief ein und in die Nase der bewusstlosen Person aus und zwar so schnell und so oft, wie Du normal selbst atmest. Überprüfe dabei, ob sich ihr Brustkorb hebt.
-Wiederhole den Vorgang! Die Beatmung so lange durchführen, bis Notarzt/Notärztin kommt oder die Atmung wieder einsetzt.

Vorgehen bei Herzdruckmassage:

-Die Person muss auf einem festen und harten Untergrund liegen. Platziere beide Handballen übereinander in der Mitte des Brustkorbs (im unteren Drittel des Brustbeins).
-Spreize die Finger vom Brustkorb ab und drück mit gestreckten Armen nur das Brustbein (nicht den Brustkorb!) senkrecht nach unten, kurz und sehr fest (3-5 cm tief). -Etwas schneller als der Sekundenzeiger einer Uhr drücken (etwa 80-100mal pro min).

Herzdruckmassage und Beatmung im schnellen Wechsel nacheinander durchführen: 30 mal Herzmassage, danach
2 Atemspenden - bis Notarzt/Notärztin kommt!



1. Hilfe bei Schock

Symptome:
schneller, schwacher Puls, fahle Blässe, kalter Schweiß, Unruhe, Orientierungslosigkeit, Übelkeit



* Beine des/der Betroffenen hoch lagern und ihn/sie auf den Rücken legen, Atmung und Bewusstsein kontrollieren.
* Wenn keine Besserung eintritt: Rettungsdienst rufen!


1. Hilfe bei Krampfanfällen
(z.B. Epileptische Anfälle)

Symptome: Augen rollen nach oben, Muskeln werden steif, Arme und Beine zucken heftig (oft ist Schaum vor dem Mund, Urin und Kot können abgehen)


* Lege die Person hin, schütze sie vor Verletzungen (Gegenstände und Möbel wegräumen, Kissen oder Kleidung unter ihren Kopf legen).
* Versuche nicht die Person festzuhalten!
* Hält der Krampf länger als 5 Minuten an oder tritt er zum ersten Mal bei der Person auf: Notarzt/Notärztin rufen!
* Legt sich der Anfall, bring die Person in die stabile Seitenlage, kontrolliere Atmung und Puls.
* Nach einem Anfall sollte die Person unbedingt einenArzt/eine Ärztin aufsuchen!


1. Hilfe bei Hitzschlag

Symptome: hochroter, heißer Kopf; warme, fast heiße Haut; rasender Puls, Übelkeit


* Es ist wichtig, den/die Betroffene/n so zu lagern, dass der Kopf oben ist (hinsetzen). Gib ihr/ihm Vitamin- und Mineralgetränke.
* Solltet Ihr auf einer Party sein, dann versucht am Besten in den Chill-Out-Bereich oder ganz raus zu gehen, andernfalls in eine ruhige, kühlere Ecke. Wenn möglich: kalte Wadenwickel (z.B nasses T-Shirt um die Beine wickeln).
* Wenn keine Besserung eintritt, Rettungsdienst rufen! Bleib auch hier ständig bei der betroffenen Person und kontrolliere Atmung und Bewusstsein.



1. Hilfe bei Bad Trips

Symptome: Person ist orientierungslos, panisch, hat Angstzustände (Horrortrip)


Wenn jemand diese Symptome zeigt, ist er/sie wahrscheinlich mit der Wirkung der konsumierten Substanz überfordert.

* Zu allererst: gib der/dem Betroffenen das Gefühl von Geborgenheit (wenn möglich bekannte, vertraute Personen hinzuziehen)
* Oft verlieren die Betroffenen die Orientierung und das Zeitgefühl: Sag der Person ab und zu, wieviel Zeit vergangen ist und wo sie sich befindet; sage ihr, wer Du bist
* Bleib bei der Person!
* Rede beruhigend auf sie/ihn ein, versuche ihre/seine Gedanken in positive Bahnen zu leiten! Sage ihm/ihr immer wieder, dass es vorbeigeht und dass alles gut wird.
* Bring die Person möglichst an einen ruhigen Ort.
* Berühre sie/ihn sanft, vor allem, wenn Dir die Person vertraut ist! Das fördert das Geborgenheitsgefühl. Sei bei fremden Personen vorsichtig, Du könntest ihm/ihr damit auch Angst einflößen.
* Gib ihr/ihm warme Getränke (Tee) oder Wasser (kein Kaffee, keine Energizer, da diese mit zuvor eingenommenen Substanzen wechselwirken können!)
* Achte darauf, dass die Person nicht auskühlt oder überhitzt.
* Wenn die Person zu schnell atmet ("hyperventiliert"), mach zur Anleitung das richtige Atmen vor oder gib ihr eine Papiertüte, in die sie hineinatmen kann.
* Denk dran: Du musst niemandem Etwas beweisen - bist du unsicher oder hast Du Angst, hol jemanden zu Hilfe. Respektiere Deine Grenzen und mach nichts, womit Du Dich nicht wohlfühlst.

[Quelle: Drug Scout]

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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Hilfe im (Drogen)-Notfall
Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2009 - 12:08 
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Bluemechind hat geschrieben:
bist du unsicher oder hast Du Angst, hol jemanden zu Hilfe. Respektiere Deine Grenzen und mach nichts, womit Du Dich nicht wohlfühlst.


Anm.: Die Hilfe sollte bei psychedelischen Substanzen wie zb Pilzen, DMT, LSD oä (imo) NICHT ein herbeigerufener Arzt/Ambulanz (es sei denn man kennt sich) sein, da die meistens (nicht immer) überhaupt keine Ahnung haben was eigentlich los ist und nicht adäquat reagieren können, sinnvoller wäre jemand mit viel Eigenerfahrung mit der Substanz, eine Bezugsperson, oä.

Meine Aussage bezieht sich auf "Bad Trips", wenn jemand bewusstlos ist, dann sollte man halt ggf schon nen Arzt anrufen

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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2009 - 13:03 
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eine wichtige nummer ist gegebenfalls auch das tox-zentrum (schweizerisches toxikologisches informationszentrum):

145

http://www.toxi.ch


meiner ansicht nach vor allem nützlich, wenn man an abgelegenen orten ist, wo kein arzt sofort kommen kann..


oder hat jemand negative erfahrungen damit gemacht?

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Amana Virani hat geschrieben:
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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.07.2009 - 13:11 
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Danke für die Add's! :ok:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.07.2009 - 18:25 
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Falls irgendlwelche "exotischen Drogen" (Tryptamine, Atropin ...) sollte auf ejden fall auch der Giftnotruf gewählt werden, bzw. die Nummer sollte man schon parat haben , leider weiß ich sie im Moment nicht ...

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obstfliege hat geschrieben:
Kontrollierter Drogenkonsum ist eher eine Qual als ein Spaß! ;)


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Ungelesener BeitragVerfasst: 05.07.2009 - 09:47 
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Chyb hat geschrieben:
Falls irgendlwelche "exotischen Drogen" (Tryptamine, Atropin ...) sollte auf ejden fall auch der Giftnotruf gewählt werden, bzw. die Nummer sollte man schon parat haben , leider weiß ich sie im Moment nicht ...


siehe mein post. :)

145 = tox-zentrum

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Amana Virani hat geschrieben:
Jedem von uns ist auf die eine oder andere Art bewusst, dass das einzig Beständige doch nur der Wandel ist.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 08.07.2009 - 07:50 
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Schoggibohne hat geschrieben:
Chyb hat geschrieben:
Falls irgendlwelche "exotischen Drogen" (Tryptamine, Atropin ...) sollte auf ejden fall auch der Giftnotruf gewählt werden, bzw. die Nummer sollte man schon parat haben , leider weiß ich sie im Moment nicht ...


siehe mein post. :)

145 = tox-zentrum


In Deutschland ist das doch aber anders geregelt, oder nicht?

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obstfliege hat geschrieben:
Kontrollierter Drogenkonsum ist eher eine Qual als ein Spaß! ;)


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Ungelesener BeitragVerfasst: 08.07.2009 - 15:01 
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Hier eine Liste von Gitnotrufnummern für Deutschland, Schweiz, Österreich und den Rest der Welt: http://de.wikipedia.org/wiki/Giftnotruf


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