Binz Binz Binz Binz Binz BIIIIIIIIINNNNNNNNZZZZZZZZZZZZZZ!!!!!!!!!!! bleibt!
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 Betreff des Beitrags: Fliegenpilze
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.05.2003 - 13:34 
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@anakin

Da es da wo ich wohne sehr viele Fliegenpilze gibt, habe ich schon früh begonnen, mit Fliegenpilzen zu experimentieren.

Anfangs habe ich probiert, die Haut zu rauchen. Aber irgendwann war es mir zu Mühsam, die Haut abzuziehen. Ausserdem habe ich gehört, dass der rote Farbstoff in der Haut oxidiertes Muskarin/Muscimol sei und es deshalb in der Haut weniger Wirkstoffe hätte.
(Dazu hört man immer wieder widersprüchliches)

Also bin ich dazu übergegangen, die ganzen getrockneten Pilze zu rauchen. Der Rausch der sich beim Rauchen einstellt ist sehr subtil.

Der Speichelfluss wird angeregt, die Muskulatur entspannt sich.
Interessant ist, dass obwohl sich die Muskulatur entspannt und der Konsument eher müde wird, die körperliche Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt wird. Immer wenn ich mich aufgerafft habe, mich zu bewegen oder etwas zu tun, fühlte ich wie "Energieströme meinen Körper durchflossen", ich wurde also nicht müde.

Ähnlich verhält es sich mit der Kombination Fliegenpilze-Nachtschattengewächse. Einige körperliche Symptome heben sich gegenseitig auf (Pupillen vergrössern sich nicht so stark, das Austrocknen der Schleimhäute wird verhindert..) während sich der Rausch eher noch synergistisch verstärkt.

Zurück zum Rausch:

Beim Rauchen ist die Wirkung wie gesagt ziemlich schwach. Bei geschlossenen Augen können angenehme Formenspiele vorwiegend in Gelbtönen wahrgenommen werden und die Wahrnehmung ist leicht verändert. Die Gedankenmuster sind ebenfalls leicht verändert, oft kommt es zu Euphorie oder "totaler Langeweile". Es ist sehr schwierig den rausch zu beschreiben, es besteht jedenfalls keine Ähnlichkeit zu psylocinhaltigen Pilzen oder Halluzinogenen vom Tryptamin- oder Phenylalkylamin-Typ.

Schliesslich wollten wir es wissen und haben die Pilze Oral zu uns genommen.
Mit einem Kaltwasser Auszug aus ca. 3 Frischen Pilzen, bin ich in eine sehr angenehme Märchenwelt eingetaucht. Die optische Wahrnehmung war nicht wirklich verändert, aber dafür die emotionale und rationale Interpretation dieser Signale. Mir ist alles viel kleiner als normal vorgekommen, ich bewegte mich durch eine Zwergenwelt. Alle Lichtquellen schienen eine angenehme Energie zu verströmen, die ich glaubte direkt verwerten zu können.
Ich war sehr verträumt und alles war gemütlich märchenhaft.

Ein andermal haben wir mit je 5 getrockneten Pilzen pro Person Risotto gekocht. Es hat (im gegensatz zum Kaltwasser Auszug) ausgesprochen lecker geschmeckt.
Dannach sind wir in den Garten gesessen und haben sehr wenig gesprochen. Jeder war ein bisschen in seiner/ihrer Gedankenwelt.
Flüge durch das innere Universum waren möglich, aber nicht so deutlich, wie mit psylocinhaltigen Pilzen. Zwischendurch hatte ich leichte optische Effekte, in Form von fliessenden Bewegungen im Sternenhimmel. Irgendwann sind alle eingeschlafen.

Interessant sind auch die Träume nach dem Konsum von Fliegenpilzen. Ich hatte jeweils sehr lebhafte Träume, die ich emotional als sehr wichtig empfunden hatte.
Der schlaf ist meist sehr tief und am nächsten Morgen war ich immer sehr ausgeruht.

Alles in allem sind Fliegenpilze relativ unspektakulär. Interessant sind vor allem die Veränderung der Grössenverhältnisse, Einschätzung von Geschwindigkeiten, die "Gemütlichkeit" und die Träume dannach.

Ob ich es empfehlen kann?
Je nach dem, was du erreichen möchtest.

Was mir noch am Herzen liegt, aber das brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen, ist der Umgang mit den Pilzen. Bitte nie alle Pilze an einem Fundort entfernen und allgemeinen Respekt dem Wald gegenüber zeigen :D

Es reagieren nicht alle Leute gleich auf Fliegenpilze, also sich langsam an die Dosis herantasten.

Grüsse

:santa:

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 Betreff des Beitrags: Respekt der Natur
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.05.2003 - 13:43 
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ist selbstverständlich. Eine Konsequenz des ganzen ist, dass ich nun zu wenig habe (habe nur 2 genommen und wollen es zu 2. nehmen - und ich kenne nur den einen Ort - wo wohnst du ;-)). Wie lange ist Fliegenpilz wohl haltbar? Ist das rauchen nicht äusserst unangenehm? Hast du mit Tabak gemischt?

cheerio


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.05.2003 - 13:59 
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Getrocknet ist Fliegenpilze gut haltbar. Genau weiss ich es nicht, aber wenn deine Pilze vom letzten herbst sind, sind sie wohl noch gut, wenn sie nicht feucht wurden.

Das Rauchen ist nicht unangenehm, aber auch nicht unbedingt ein Hochgenuss :D Sagen wir mal so, es ist etwas gewöhnungsbedürftig.
Ja ich habe es jewils mit Tabak und Gras gemischt. Hanf und Fliegenpilze passen IMO gut zusammen.

Ich würde sagen ihr könntet es mal ausprobieren, mit je einem Pilz. Vielleicht merkt ihr etwas, dann habt ihr schon eine Ahnung, wohin die Reise geht und sonst wisst ihr, dass ihr einige Pilze mehr verträgt.

Irgendwann zwischen Ende August und Anfangs November kommt dann der Nachschub. ;)

Ich wohne in der Nordschweiz in der Nähe eines grossen dunklen Waldes. Die Sache mit den Orten kenne ich, ich bin auch schon zig Stunden durchs Unterholz geschtapft, bis ich die kleinen Samichläuse gefunden hatte. Inzwischen kenne ich einige Orte, wo die Pilze regelmäsig erscheinen, aber du verstehst sicher, dass ich "meine" Plätze nicht im Internet preisgebe.

Der Pilz ist in der ganzen Schweiz häufig. Er begegnet einem oft in der Nähe von Birken und Fichten, im Unterholz oder auf Flächen im Wald, wo Gras (nicht Hanf) wächst. Es ist am einfachsten, sich das Biotop der Pilze einzuprägen und dann nach ähnlichen Örtchen ausschau zu halten. Vor allem Birken lassen sich im Wald oft schon aus grosser Entfernung erkennen...

Liebe Grüsse

:santa:

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 Betreff des Beitrags: Erster Test
Ungelesener BeitragVerfasst: 04.06.2003 - 08:31 
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Danke für deine Erklärungen. Habe mich auch noch anderweitig erkundigt und gestern die Probe aufs Exempel gemacht. Die 2 Pilze (1 grösserer und ein kleiner) waren schon 2.5 Jahre alt und kühl gelagert. Ich habe angenommen, dass die Wirkung relativ schwach sein würde und habe deshalb die Pilze allein konsumiert.
Fazit: Nach 2.5 Jahren sind kaum mehr Wirkstoffe vorhanden. Evtl. hätte ich den Pilz tieffrieren müssen. Der Pilz ist allerdings wunderbar in einer Hackfleischsosse!

Schöne Tag


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.06.2003 - 22:15 
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Ich habe da mal gehört, man müsse nur die Haut des Fliegenpilzes (auf der Haube) abzehren und auf der Arminnenseite ein wenig einreiben... das soll dann so einen total merkwürdigen Flash erzeugen wie: ein ganz normaler Gegenstand sieht man vielleicht in 100 Metern Entfernung, obwohl er in Wirklichkeit etwa 50 cm vor der Nase steht... :farbig: :shock: ist da was dran oder ist das nur so ein Geschwätz?! :silly:

Und; wenn du die Fliegenpilze oral einnimmst, präparierst du diese doch noch in irgendeiner Art und Weise... ich denke, wenn die Haut bereits eine solche Wirkung erzeugen kann und das lediglich bei Hautkontakt, so wird man sie kaum auch einnehmen können...

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 Betreff des Beitrags: Potenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.06.2003 - 10:02 
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Alles was ich über Pflanzen und ihren Wirkstoffgehalt gelernt habe ist, dass kaum eine so potent (bzw. 'giftig') ist wie es uns die Gesellschaft glauben machen will. Der Fliegenpilz ist ganz bestimmt kein 'giftiger' Pilz, wenn Du ihn zB. mit dem Knollenblätterpilz vergleichst, bei welchem ich dir ganz dringend eine spezielle Vorbehandlung des Pilzes anraten würde (aber den zu Essen ist wohl nicht in deinem Interesse).
Zu deinen Fragen: Das mit der Haut abziehen stimmt. Ich kenne allerdings nur die Methodik es zu rauchen, was ansch. nicht sehr intensiv ist. Stoffe über die Haut aufzunehmen ist schon möglich, aber wenn dann würde ich nicht unbedingt den Arm nehmen (Je näher beim Kopf und desto stärker durchblutet desto stärker die Wirkung. Hinter dem Ohr zum Beispiel).
Ich glaube generell erst, wenn ich es weiss, darum: Probier es doch aus! Ist garantiert viel unbedenklicher in Sachen Gefahren wie es oral einzunehmen. :argue:


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.06.2003 - 11:08 
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ich bin da eher vorsichtig mit ausprobieren, ich informiere mich sicherheitshalber immer vorab... und dann rein mit dem Zeugs :mrgreen:

aber danke für deine Tips :clown:

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 Betreff des Beitrags: Schliesst sich nicht aus
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.06.2003 - 11:56 
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Natürlich gehört das Informieren zum Ausprobieren und ist geradezu Pflicht. Informieren tust du dich ja gerade.
Ich wollte nur mitteilen, dass über die normale Haut übertragene Stoffe kaum exzessive Wirkung zeigt (Schleimhäute sind da wieder etwas anderes).
Ich empfehle dir auch Tripberichte auf Erowid zu lesen. Kritischerer Bericht findest du auf http://www.zauberpilz.com/fliegenpilz.htm.
http://www.drogenring.org/pilze/amanita.htm: Hier findest du auch Einnahmearten.

Gruss anakin


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 Betreff des Beitrags:
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.06.2003 - 12:22 
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danke anakin!

Ja, die Zauberpilz Seite ist einfach genial, die kenne ich schon, danke auch für den anderen Link :clown:

Greets, srapy

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Ungelesener BeitragVerfasst: 23.06.2003 - 15:11 
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@srapy

Die Beschreibung der Dosierung über die Haut ist masslos übertrieben, und auch der beschriebene Effekt ist genau so übertrieben.

Es ist wahr, dass die Wirkstoffe der Fliegenpilze über die Haut aufgenommen werden können und dass sich die Grössenverhältnisse unter dem Einfluss von Fliegenpilz etwas eigenartig verhalten. Aber du wirst in jedem Fall etwas mehr benötigen als ein Stück Haut. Da wäre es eher angesagt, eine Hexensalbe anzusetzen.

Aber lassen wir das mal mit den Anwendertips.

Probier einfach lieber weniger als zu viel!

Liebe Grüsse

:santa:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 14:48 
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High an alle!

Wollte nur erwähnen, dass der rote Fliegenpilz (amanita muscaria) ein sehr gefährlicher Pilz, genauer Knollenblätterpilz ist.
Wichtig ist, dass man weiss, das die "wirksamen" Inhaltsstoffe über 500% schwanken können. Das heisst, niedrig dosieren, nicht gleich nachwerfen(min. 2h warten), da man ja nicht weiss wie potent der Pilz ist. Abhängig ist die Potenz von vielen verschiedenen Faktoren.
Die Inhaltstoffe: Cholin, Acetylcholin, Ibotensäure (0,03 - 0,1% im frischen Pilz), Muscarin (0,0002 - 0,0003%, im frischen Pilz), Muscaridin, Muscimol, Muscazon, Butyltrimethylamonium sowie Spurenelemente Selen und Vanadium.

Die Ibotensäure ist für die halluzinogene Wirkung verantwortlich. Beim Entwässern decarboxyliert Ibotensäure und wird zu Muscimol (Pantherin), welches in typischen Vergiftungsfällen ausgeprägte anticholingere Wirkung besitzt (Tachykardie, Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit).
Muscimol wirkt auch halluzinogen und hemmt die motorischen Funktionen bei Mensch und wers interessiert auch beim Tier.
Muscazon, wahrscheinlich kein nativer Inhaltsstoff, sondern ein photochemisches Abbauprodukt der Ibotensäure, ( das durch Lagerung od. Trocknung entsteht, bin nicht sicher) das allerdings auch halluzinogen wirkt!!
Muscarin, ein Atropinantagonist, ist stark giftig. Die Substanz ist auch in anderen Amanita Arten und auch in Risspilzen (incybe-Arten) und Trichterlingen (Clitocybe-Arten nachzuweisen. Letztere zwei Arten sind sehr gefährlich und können tödliche Vergiftungen herbeirufen.
Eins noch es gibt immer wieder Leute die Pilze nicht vertragen.


Der Verzehr von höchstens 10 Pilze soll tödlich wirken, diese Angabe ist nicht zuverlässig----!!!!!!da starke Schwankungen!!!!! (bis 500%) möglich sind.
Ich selbst würde nicht mal einen Ganzen essen!!!!!

Giftnotrufzentrale Schweiz: 01/ 2 515151
Österreich: 01/ 40 64 34 30
Deutschland: 0 30/ 3 02 30 22

Don't drink & drive, smoke and fly!!!

PEACE


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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 14:55 
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Verstehst du meine Info nicht?

:grabsch:


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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 15:03 
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Dochdoch... habe auch schon anderes gehört...

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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 15:06 
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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 15:35 
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das stimmt allerdings. Nach meinen Kenntnisen ist aber die Ibotensäure die wirklich gefährliche Substanz (Steht auch so in meinem Pilzbuch) und diese kann man durch das trocknen so gut wie vernachlässigen, da Sie in andere Stoffe umgebaut wird, ist also auch nicht für die Halluzinogene Wirkung verantwortlich. Denk Samichlaus wird es aber noch besser wissen... der weiss alles ;-) Muskarin und Bufotenin sind wohl vorwiegend für die Wirkung zuständig...
Wie immer: Die Dosierung machts

Fliegenpilz
botanischer Name: Amanita muscaria, ein gefährlicher Giftpilz mit den Alkaloiden Muskarin und Muscimol.
Physiologische Wirkung
Das für die toxische Wirkung verantwortliche Alkaloid "Muskarin" erregt den parasympathischen Teil des vegetativen Nervensystems, erhöht den Tonus des Magen-Darm-Kanals, erweitert die Gefäße, verengt die Pupillen und führt zu erhöhtem Speichelfluß. Gleichzeitig kann es zu starker Erregung bis hin zur Tobsucht führen.
Psychische Wirkung
Das ebenfalls gefundene "Muscimol" (eine halluzinogen wirkende Substanz )verändert Raum- und Zeitvorstellung, Wahrnehmung, Sprache und Denken, z.B. im Sinne eines psychisch erlebten Wachsens oder Schrumpfens wahrgenommener Gegenstände.
Geschichte
Die Züricher Pharmakologen Peter G. Waser und Konrad Eugster isolierten 1954 die Inhaltsstoffe "Muskarin", Ibotensäure, Muscazon und "Muscimol".

Im Selbstversuch stellte Waser bei verschieden hohen Dosen von "Muscimol" folgende Wirkungen fest:

Fünf Milligramm führten nur zu einem Gefühl der Schläfrigkeit,
Zehn Milligramm führten zu Schläfrigkeit, Ataxie (schwerfälligen Bewegungen) und gehobener Stimmung. Die Wirkung klang nach etwa 3 Stunden wieder ab.
15 Milligramm führten zu einer Intoxikation mit starken Gangstörungen, unartikulierter Sprache und Krämpfen einzelner Muskelgruppen.
Nach neueren Untersuchungen ist der Fliegenpilz "Amanita muscaria" allerdings weniger giftig als der Knollenblätterpilz "Amanita phalloides".

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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 15:36 
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@mcblackriver

Man merkt deinem Posting an, dass du dich mit der Materie etwas befasst hast, ich bin aber ganz und gar nicht deiner Meinung.
IMO ist der Fliegenpilz eine der harmlosesten Rauschdrogen unserer Umgebung.

mcblackriver hat geschrieben:
Wollte nur erwähnen, dass der rote Fliegenpilz (amanita muscaria) ein sehr gefährlicher Pilz, genauer Knollenblätterpilz ist.


Worauf stützt sich deine Beahuptung er sei gefährlich?
Hast du Kentnis von Menschen die Geschädigt wurden?
"Knollenblätter" ist einfach der deutsche Gattungsname der Amanita und spielt auf den knolligen Fuss an. Blätterpilze sind alle Lamellenpilze.
Es gibt auch völlig ungiftige Speisepilze aus der Gattung der Knollenblätterpilzen, wie zum Beispiel den Perlpilz (A. rubescens) und andere.
Landläufig benützt man aber die Bezeichnung Knollenblätterpilze vor allem für die giftigen grünen und weissen Knollenblätterpilze (A. phalloides und A. virosa), weshalb ich die Bezeichnung Knollenblätterpilz hier etwas irreführend finde.

Zitat:
Wichtig ist, dass man weiss, das die "wirksamen" Inhaltsstoffe über 500% schwanken können. Das heisst, niedrig dosieren, nicht gleich nachwerfen(min. 2h warten), da man ja nicht weiss wie potent der Pilz ist. Abhängig ist die Potenz von vielen verschiedenen Faktoren.


Klar können Inhalststoffe schwanken, vor allem bei Pilzen, das ist aber bei fast allen Pflanzen ähnlich und in der Praxis bei A. m. kein allzugrosses Problem, da die Rauschbreite 5x Dosisschwankungen abdeckt, die grösste Gefahr ist also, ein zu starker Rausch zu erleben, bei unvorsichtiger Dosierung.
(Vergleich das mal mit den Partiedrogen!)


Zitat:
Die Ibotensäure ist für die halluzinogene Wirkung verantwortlich. Beim Entwässern decarboxyliert Ibotensäure und wird zu Muscimol (Pantherin), welches in typischen Vergiftungsfällen ausgeprägte anticholingere Wirkung besitzt (Tachykardie, Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit).
Muscimol wirkt auch halluzinogen und hemmt die motorischen Funktionen bei Mensch und wers interessiert auch beim Tier.
Muscazon, wahrscheinlich kein nativer Inhaltsstoff, sondern ein photochemisches Abbauprodukt der Ibotensäure, ( das durch Lichteinstrahlung [photo=Licht] entsteht ) das allerdings auch halluzinogen wirkt!!
Muscarin, ein Atropinantagonist, ist stark giftig.


So viel ich weiss, ist der genaue Mechanismus der halluzinogenen Wirkung der Fliegenpilze nicht bekannt. Es wird lediglich vermutet, dass die eine oder andere Substanz eine Schlüsselrolle einnimmt. So viel ich weiss, ist es aber bisher nicht gelungen, mit isolierten Substanzen einen dem Fliegenpilzrausch ähnlichen Zusand hervorzurufen. Dies ganz im Gegensatz zu psylocinhaltigen Pilzen.
Es ist zudem für psychoaktive Pflanzen und Pilze nicht ungewöhnlich, dass die Rauschwirkung von einem komplexen Gemisch von wirksamen Inhaltssoffen hervorgerufen wird und oft unterliegen diese Zusamensetzungen verschiedenen Schwankungen (saisonal, regional etc)

Zudem stimmt etwas in deiner Aufstellung ganz und gar nicht:
Ich will mal jemanden sehen, der eine Fliegenpilzvergiftung hat und dabei unter Mundtrockenheit leidet.

Muscarin kann je nach Dosierung stark giftig sein, jedoch nicht wenn es in Form von Fliegenpilzen aufgenommen wird. Es sei den du isst 5kg Pilze.
(Und da es Atripinantagonsit ist können unerwünschte Symptome mit gleichtzeitig konsumierten Nachtschattendrogen kompensiert werden, aber das ist nun wirklich nicht mehr harmlos für Laien.)


Zitat:
Die Substanz ist auch in anderen Amanita Arten und auch in Risspilzen (incybe-Arten) und Trichterlingen (Clitocybe-Arten nachzuweisen. Letztere zwei Arten sind sehr gefährlich und können tödliche Vergiftungen herbeirufen.


Ausserdem kommt im Fliegenpilz Wasser vor, das im hochgiftigen Eisenhut auch nachgewiesen wurde, genau so wie in Krebsgeschwüren und im Meer..
Was interessiert mich, wo Muscarin nachgewiesen wurde?
Ausserdem gibt es auch harmlose Inocybe, aber lassen wir das mal.

Zitat:
Eins noch es gibt immer wieder Leute die Pilze nicht vertragen.


Stimmt!!!
Es kann vorkommen, dass Personen besonders sensibel auf A. m. reagieren.
Deshalb sollte man immer mit einer sehr kleinen Dosis beginnen.


Zitat:
Der Verzehr von höchstens 10 Pilze soll tödlich wirken


Woher weisst du das, obwohl noch nie jemand daran gestorben ist?!
Ausserdem kenne ich auch Leute, die mehr als 10 solche Dinger verdrückt haben und noch putzmunter sind..


Freu mich auf deine Antwort...

Der mit dem roten Hut mit dem weissen Punkt.
:santa:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 15:43 
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Ich steh nicht so auf Porzellan...

Aber Küchen gibz ganz schöne! Oder waren es Kisten?

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Ungelesener BeitragVerfasst: 09.09.2003 - 18:13 
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@ samichlaus

Eins vorweg, jede Droge ist gefährlich!!! :augen:

Ibotensäure und Muscimol sind die wesentlichen Gifte der Amanitapilze.
Die Pilze selbst beinhalten Ibotensäure, die jedoch nicht die wirksame Substanz selbst ist.
Die psychisch aktive Substanz ist eigentlich das Muscimol, welches im Körper aus der Ibotensäure gebildet wird, wird zu einem großen Teil durch die Nieren wieder ausgeschiden, wobei es seine Wirksamkeit behält.
In größeren Mengen, wie sie im Pantherpilz vorkommen, kann es tödlich wirken.
Die LD-50 von Muscimol wird auf 45 mg/kg Körpergewicht geschätzt. Für Ibotensäure liegt diese Menge bei 40 mg/kg Körpergewicht.

Übelkeit und Erbrechen sind normal, da Ibotensäure und Muscimol recht unverträgliche Substanzen sind, die recht stark auf das Zentralnervensystem wirken. LSD ist da viel viel verträglicher.
Durch eine starke Erhitzung des Pilzmaterials kann die Ibotensäure ebenfalls in Muscimol umgewandelt werden, was die Heftigkeit der Nebenwirkungen verringert, jedoch die Potenz des Pilzes sehr verstärken kann, also sollte Vorsicht angebracht sein (wie bei jeder Droge).
Es ist zu erwähnen, daß auch Ibotensäure und Mucimol synthetisch hergestellt werden können und so in reiner Form bereitstehen.

LD50: Eine Dosis pro kg Körpergewicht, die bei einmaliger oraler Aufnahme und 14-tägiger Beobachtungszeit 50% der Versuchstiere tötet wird LD50 (LD= letale Dosis) genannt. Nur für die, die das nicht wussten.
Die LD50 Werte werden zur Abschätzung der akuten Toxität (Giftigkeit)bestimmter Stoffe benutzt.
Stoffe können Toxitäts-Klassen zugeordet werden:

stark giftig LD50: 25mg/kg Körpergewicht
giftig LD50: 25 - 200mg/kg "
schwach giftig LD50: 200 - 2000mg/kg "

Meine Einstellung zu dem ganzen: Biodrugs sind einfach unberechenbar, zumal
z.B. gerade über den Fliegenpilz viele Fragen noch offen sind. Deshalb würde ich nie sagen das der Pilz nicht gefährlich ist, vorallem nicht in einem Forum wo viele Leute zugang haben. Sagen wir es mal anders, (nicht das samichlaus sich angegrifen fühlt) für Leute die sich auskennen ist es "nicht" gefährlich, aber für Neueinsteiger die sich nicht so informiert haben, die gerade mal wissen dass die Pilze ein Flash verursachen sind gefärdet.
Ich hoffe wir sind uns einig mit dem letzten Satz.

Mit freundlichsten Grüssen :mrgreen:

MCB


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@mcb

Ok, der letzte Satz ist schon ein Kompromiss wert. ;) *geschmeicheltfühlt*

Ein kleiner Kommentar zu deinen Ausführungen zur Ibotensäure:

Übelkeit gehört nicht unvermeidlich zu Experimenten mit Fliegenpilzen.
Fliegenpilze werden fast immer entweder getrocknet oder gekocht verwendet oder es wird ein Kaltwasserauszug getrunken.
Bei diesen drei Verfahren wird die Ibotensäure entweder umgewandelt oder nicht extrahiert. Und so wird dieses Problem umgangen.

Mir wurde noch nie übel von Fliegenpilzen, ich verbinde Fliegenpilze eher mit einer wohligen Entspanntheit. Wie im Winter in einem Schaukelstuhl am warmen Feuer zu sitzen.



Ich weiss, dass Muscimol, Muscarin und Ibotensäure synthetisch produziert werden und als Rohstoffe für die Pharmaindustrie gross gehandelt werden.
Ich war auch schon im Besitz von solchem Muscimol (Fluka), muss aber dazu sagen, dass sich die durch das synthetische Muscimol hervorgerufenen Effekte nicht mit Fliegenpilzen vergleichen lassen.
Daraus schliesse ich, dass die psychotropen Effekte beim Fliegenpilz sich nicht alleine oder massgeblich auf das Muscimol zurückführen lassen können.
(Zumindest bei mir nicht .. :alien: )

(Zur Thematischen Ergänzung: Bei den psylocin- und psylocybinhaltigen Pilzen hat Maria Sabina, eine mexikanische Schamanin, die Gleichwertigkeit der isolierten Substanz mit den Pilzen bestätigt.)

Zitat:
Die psychisch aktive Substanz ist eigentlich das Muscimol, welches im Körper aus der Ibotensäure gebildet wird, wird zu einem großen Teil durch die Nieren wieder ausgeschiden, wobei es seine Wirksamkeit behält.


Darum trinken die Rentiere und die Lappen den Urin von Berauschten, um sich zu berauschen. Aber trotzdem siehe oben..

Klar ist jede Dorge gefährlich! *Hüstel*
Es ist IMHO jedoch so gut wie unmöglich, sich mit Fliegenpilzen eine gefährliche Vergiftung zuzuziehen. Aber du hast natürlich recht, Vorsicht und Respekt sollten erstes Gebot sein, wenn mit (solchen) Drogen experimentiert wird. Ich gehe leider immer davon aus, dies wäre selbstverständlich, was es aber nicht ist.

Biodrugs können unberechenbar sein. Sie sind IMO aber mindestens so interessant, wie die synthetischen Drogen, wenn nicht interessanter.
Zumal chemische Drogen ja auch nicht berechenbar sind und grossteils relativ schlecht erforscht sind. (Stichwort research chemicals und "smarte" Innovationen).
Und BTW ich liebe diese Pflanzen und Pilze, und es gibt mir mehr, wenn ich mit Amanitas im Wald rumlümmle, als auf Speed an Parties. (Gibt auch keine Speedpickel .. ähm .. ja.. OT-Alarm)

@anakin

So viel ich weiss ist Bufotenin oral nicht wirksam und kommt daher nicht in Frage als Grund der Psychoaktivität.


Grüsse

:santa:

P.S.
Schön, dass mal jemand mit mir über Pilze diskutiert, das liegt mir nämlich viel besser, als die ganzen Partiedrogengeschichten.. :oops:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 11.09.2003 - 09:18 
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Mit dem Bufotenin hast du natürlich recht (schon sind wir wieder bei den MAO's, sorry MAOI's ;) .

Deine Einstellung zu den pfl. Drogen teile ich übrigens zu 100%. Es ist Vernunft, Geduld und Information, sowie Vertrauen und Respekt zu und vor der Natur, welches mich soche Experimente vorziehen lässt. Auf der anderen Seite habe ich kein wirkliches Vertrauen in das gekaufte synthetische Zeug.

Gruss anakin

PS: Ich finde eure Diskussion übrigens sehr positiv, gerade für die Neulinge die dies lesen. Für das gibts die Seite ja, oder nicht? Respekt!

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Ungelesener BeitragVerfasst: 11.09.2003 - 09:34 
Inventar
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Zum Thema Bufotenin.
Bin mir (obwohl doch ziemlich), nicht mehr ganz sicher.
=> <a href=http://www.eve-rave.ch/Forum/viewtopic.php?t=1598&highlight>Da-klick</a>

Obwohl ich nicht verstehe, warum es so widersprüchliche Aussagen gibt.
Sonst mach ich halt mal eine kleine Studie :)

Liebe Grüsse

:santa:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 16.09.2003 - 10:24 
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ich dachte fliegenpilz sei giftig...


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Ungelesener BeitragVerfasst: 16.09.2003 - 10:53 
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nichts ist gift, alles ist gift, allein die dosis, bestimmt, was ein gift ist...

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genau! sogar liebe ist gift, wenn man zuviel davon abbekommt! :motz:

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