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 Betreff des Beitrags: Tablettenfüllstoffe und „das Talkumproblem“
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.11.2011 - 13:32 
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Aus aktuellem und auch schon länger notwendigem Anlass schreibe ich euch hier mal ein paar Informationen zum Thema „Injektion von Tabletten“ und Schädlichkeit von deren Zusatzstoffen.

Grundsätzlich muss ich von der Injektion von Tabletten abraten. Da Tabletten mit Zusatzstoffen versetzt sind, welche sich auf dem Löffel nicht auflösen und im schlechtesten Fall dazu noch aufquellen sollte man es natürlich nicht machen.

Tabletten sind nur zur oralen Verwendung gedacht.

Da es aber leider genug Leute auf der Szene gibt, die Tabletten injizieren, habe ich über das Internet zu dem Thema recherchiert und musste mit Grausen feststellen, dass die Injektion von Tabletten -eigentlich ja logisch– von vielen Gefahren behaftet ist. Ich möchte euch in diesem Bericht über die Gefahren aufklären und—für die unverbesserlichen auch eine Gefahrenbegrenzung anbieten.

Zu Anfang möchte ich euch über die verschiedenen Zusatzstoffe von Tabletten etwas Hintergrundinformationen geben. Die Information, welche Zusatzstoffe in dem Medikament sind, stehen in der Packungsbeilage—auch „Waschzettel“ genannt.
Hierzu zählen:
außer der Wirksubstanz und Hilfsstoffen je nach Rezeptur auch Füllstoffe, meist Lactose, Glucose, Saccharose, Stärke, Calciumsulfat, Talkum oder mikrokristalline Cellulose.

Die meisten dieser Stoffe werden hinzu gemischt, damit die Tablette:
1. groß genug ist und
2. damit sie die nötige Konsistenz hat, damit man daraus auch feste Tabletten pressen kann die eine korrekte Größe haben.

Dann gibt es natürlich noch Zusatzstoffe, die die Tabs soweit „absichern“, dass man sie eben nicht „zweckentfremdet“ zur Injektion verwendet (Bsp. Morphin-Tabletten mit einem Cellulose (Stärke) Derivat, welche die wässrige Zubereitung soweit „geliert“, dass die Zubereitung einer Injektionslösung nicht möglich.

Es gibt bei der missbräuchlichen Verwendung von Tabletten leider ein paar böse Risiken. Erst mal ist, meistens bei „Fluninoc“, aber auch bei anderen Benzos, Talkum im Spiel. Talkum ist die Kurzbezeichnung von Magnesiumsillikat.

Man kann nun wirklich mit Zigarettenfiltern schon relativ klare Lösungen erzeugen, aber das Talkum ist so fein, dass man es nicht sieht. Eine orale Einnahme von Talkum ist unproblematisch, die missbräuchliche Injektion von Talkum (-haltigen Arzneimitteln) kann jedoch zu schweren Schäden führen. Das Talkum wandert in Organe und Lymphgefäße und lagert sich dort ab.
Beim Einatmen von Talkumhaltigen Stäuben kann sich eine Lungenkrankheit namens Lungentalkose entwickeln (Staublunge).

Nun wurde in den 1960er Jahren eine neuere Form dieser Lungenerkrankung bei Drogenkonsumenten, welche missbräuchlich Tabletten zur Injektion verwendeten. Festgestellt.
(Das Problem tritt übrigens auch bei Kokainkonsumenten auf, welche mit Talkum gestrecktes Koks schnupfen).

Durch normale Zigarettenfilter flutschen die kleinen Talkumpartikel durch und wenn man oft solche Zubereitungen wie aus Benzos (Flunis, Dias etc..) injiziert, dann besteht die große Gefahr, dass sich knötchenförmige Wucherungen in Lunge, Leber, Nieren und auch in der Retina (Auge!) bilden können.
Warum kann man es nicht sehen?
Die Talkumpartikel sind sehr klein. Mikroskopisch klein, so klein, dass sie durch die Poren eines normalen Zigarettenfilters durchgehen.
Die Porengröße eines normalen Zigarettenfilters bewegt sich bei 10-100 Mikrometer (ca. so groß wie ein Haar dick ist), aber
die Talkumpartikel haben eine Größe, welche nur eines Zehntels des Durchmessers eines Haares entspricht (3-7 Mikrometer) und passen dabei locker durch die Poren des Zigarettenfilters.

Wenn man sie injiziert, dann sind sie allerdings — für unser Immunsystem wiederum sehr groß. So bilden sich mit der Zeit kleine „Verklumpungen“, welche immer größer werden und an Organen hängen bleiben können. Im Auge können diese Teilchen die Kapillaren verstopfen, was zu einer Ablösung der Netzhaut (Erblindung) führen kann. In den Armen und Beinen, in den Händen und Füssen können ebenso Kapillargefäße verstopfen und zum Absterben führen was zur Amputation führen kann.
Darüber hinaus können die Teilchen die Herzklappen schädigen und so das Risiko eines bakteriellen Herzklappenbefalls erhöhen. Die Partikel werden durch das Herz in die Lunge transportiert und bewirken eine sogenannte „Fremdkörper-riesenzellen-Reaktion. Bei anhaltendem Konsum kann es zu Mikroembolien und Bluthockdruck kommen, welcher die Gefäßstruktur verändert.
Durch die Ablagerungen in der Lunge kann es zu chronischen Lungenschäden und damit verbundenen Atmungsstörungen kommen. Letztendlich können die Schäden zum Tode führen. In der Leber verhalten sich die Talkumpartikel wieder anders. Sie bilden hier scheinbar zwar keine Riesenzellen, aber können dennoch zu chronischen Entzündungen führen.
Unklar ist die den vorliegenden Studien allerdings noch, welche Mengen Talkum für die Organschädigungen verantwortlich sind.
Es gibt aber Mittel um die Risiken einer missbräuchlichen Tabletteninjektion zu vermindern:


Es gibt in Apotheken und auch über den Internethandel und Großhandel sogenannte Spritzenvorsatzfilter: Diese Filter werden zwischen Kanüle und Spritze eingesetzt.

Wenn man es nun wirklich nicht lassen kann, sich Tabletten mit zur Injektion zuzubereiten, dann sollte einem wenigstens die Gesundheit soviel wert sein, vielleicht auch durch diesen Bericht aufgeweckt, dass man diese Spritzenvorsatzfilter verwendet. Das betrifft auch bzw. insbesondere auch die unter euch, welche Kokain injizieren.
Bei Kokain dreht sich das Problem nicht primär ums Talkum, obwohl wie schon erwähnt, ja auch Koka mit Talkum gestreckt sein kann, es dreht sich hier eher um die unsterile Zubereitung. Kokain Zubereitungen werden ja meist unsteril zubereitet. Die Lösung wird nicht erhitzt und alle Keime bleiben in der Lösung erhalten. Sehr ungesund das ganze, aber wenn man diese Lösung, so wie auch die Zubereitung aus Tabletten mithilfe eines Spritzenvorsatzfilters injiziert, so werden die Risiken zwar nicht ausgeschlossen, aber vermindert.

Diese Spritzenvorsatzfilter haben eine Porengröße von 0,15mikrometer (µm) - und , wie ich weiter oben erklärte , ist die Partikelgröße vom Talkum bei 3-7 µm (Mikrometer). Die Talkumpartikel werden also zurückgehalten . Weiterhin werden viele Bakterien zurückgehalten, so das die Filter eine „quasi-sterile“ Flüssigkeit erzeugen.

Diese Filter kosten ca. 1€ das Stück und sind damit nicht gerade billig für „normale“ Konsumenten. Eventuell kann man sie in Apotheken auch günstiger bekommen, aber das sollte einen die eigene Gesundheit doch wert sein?

Schlussfolgerungen:
Ein intravenöser Konsum von Tabletten oder Kapseln, die für oralen Gebrauch bestimmt sind, kann zu teilweise schweren und meist irreversiblen Schäden , vor allem in der Lunge, aber auch in vielen anderen Organen führen.
Wer es aber unbedingt machen möchte, der sollte seiner Gesundheit zuliebe auf die Spritzenfilter zurückgreifen!

(Dieser Beitrag wurde aus meinem, aus Faulheit noch nicht fertiggestelltem Magazin "der Absprung" entliehen)

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