
uiuiui....ich danke euch für die Ausfühliche Reflektion, kann nicht auf alles reagieren auf einmal, daher stückchenweise. Ich finde das sehr schön, das ihr euch darauf einlasst.
Zumal das hier eine Unterhaltung ist, und sicher kein "Ich habe recht und du nicht"-Situation, daher will ich auch versuchen so zu reagieren, das es verständlich bleibt. Ich bin sehr für eine Unterhaltung bezüglich solcher komplexen Inhalte, aber es ist auch mir klar, das man nicht alles klären wird können. Die Dinge sind doch sehr komplex, und manchmal nur sehr schwer zu vereinfachen...
Col0r hat geschrieben:
Ich selber versuche nur wissenschaftliche Beweise zu nutzen und methodisch
zu arbeiten
Die Wissenschaft hier besteht aus vielen Fachbereichen, und interner Sprachen/Fachsprachen. Naturwissenschaft ist ein Teilbereich. Geisteswissenschaft ein anderer. Ich hab mich selbst nicht klar ausgedrückt, denn ich meinte
"Es ist nicht möglich" bedeutet "es gibt keine Methode, die das entgültig beweisen könnte (Naturwissenschaftlich)Wenn es um Denken oder Kognition geht, geht es um komplexe Prozesse, und diese klar aufzuzeigen ist nicht immer Möglich, aber manchmal. Diese aber zu verorten ist technisch kaum möglich, wird aber durchaus versucht, wie gesagt im Gehirn (Da gibts ja diverse messungen der Hirnströme, die stattfinden, wenn jemand ein bild anschaut). Das sind einzelne Reaktionen, die da gemessen werden, einen gesamten verarbeitungsprozess zum beispiel so darzustellen ist technisch nicht möglich. Beispiel: Zu messen, was ein Kind sein Gehirn direkt für Reaktionen auf gewisse "Misshandlungen" oder Beleidigungen zeigt, das ist möglich. Was aber dann das Kind "daraus macht", quasi das Versteht, verarbeitet, "es sich erklärt/begründet" (Das ist die kognitive Verarbeitung quasi, mit kognition meine ich nicht die rheine 1:1-Weiterleitung von informationen, sondern die komplexe psychische verarbeitung quasi die erst zum "Verstehen" führt)um es "mit sich" zu vereinbaren, oder in seine Welt zu integrieren", das ist wiederum Technisch nicht möglich! Es ist mit sozialwissenschaftlicher und psychologischer Forschung nur bedingt möglich! Da gibt es eine naturwissenschaftliche methodische Grenze, die durch die Geisteswissenschaften (Psychologie ist als Geisteswissenschaft klassifiziert) aufgefangen wird, und dort eben technische Messmöglichkeiten nicht im Mittelpunkt stehen, sondern anders herangegangen wird. Da gibt es Methoden, die aber an Definitionen geknüpft sind, wo ich oft der Meinung bin, das mit dem was Vielfalt und individualität angeht gespart wird. Aber ich muss betonen, ich bin kein psychologe, und auch nicht mit Psychiatrischen Themen genügend vertraut. Daher kann ich nur das, was ich aus beobachtungen von anderen erfahre, und was ich in meine beschäftigung mit Psychologie erfahre wiedergeben. Mir erscheinen manche Konzepte nicht genügend individualisiert, und daher bin ich da kritisch. ...
Hier ein Beispiel: Um herauszufinden, wie das kind dieses Erlebnis Verarbeitet hat/Integriert hat, muss man es dauerhaft beobachten, und die schlußfolgerungen, das es aus dem Geschehen zieht, und die sich jeweils an das Wissen koppeln, das es im Laufe der Lebenszeit sammelt, festhalten. Das ist kaum möglich (und an dieser stelle sag ich
leider!!!). Eine mutter kann das mit ihrem kind ja machen, aber da gibt es das problem der Interaktion zwischen mutter und kind, und die verständigung, die halt ebenfalls problematisch werden kann....
Letztenendes gibt es schon möglichkeiten, zumindest ein "Jetzt"-Zustand mit einem kindheitserlebnis in zusammenhang zu bringen. Das ist schon sehr viel, und das ist auch durchaus nachvollziehbar, auch wenn es rhein Technisch naturwissenschaftlich nicht darstellbar ist. Es basiert auf schlussfolgerungen/Modelle, und nicht auf naturwissenschaftliche Messungen (technische messungen) oder Glauben (was du meinst mit Illuminaten und Starwars). Und ebenfalls aber ist es auch so, und das auch in der Psychologie definiert (selbsterfüllende Prophezeiung zum Beispiel), das wir uns durchaus EIN TEIL der Welt selbst gestalten!

Diese "Tatschache"/Teil-Element kann man auch nicht so einfach ignorieren.
Wissenschaft ist Logik, und logik AN SICH zu hinterfragen geht nicht, nur das jeweilige Prinzip auf der diese basiert kann man hinterfragen.
-----------------------------------------Übersichts-trennlinie---------------------------------------------------@Special_K: ich mache momentan interdisziplinäre Forschung, was vermutlich der Grund ist, weshalb die Querverbindungen die ich anspreche etwas verwirrend rüberkommen. Einzelne Disziplinen sind nicht immer klar voneinander trennbar. Ich gehe halt etwas weiter, und versuche kognitive Mustererkennung zur Fehleranalyse hinzuzuziehen um auf miteinander-verwobene Probleme verschiedener bereiche anzuwenden, und das hier so logisch aufzuzeigen und nachvollziehbar zu erklären, das...weiß ich nicht ob mir das gelingt. Aber versuchen schadet nicht, und Feedback ist gut!!! Bei den Formulierungen muss ich schauen, ob ich es nicht etwas verständlicher machen kann. Nur denke ich, das die Trennungen der Fächer/Disziplinen, die du so klar möchtest, nicht wirklich möglich sind, quasi schon auch Verbindungen bestehen, die man sich nicht wegdenken kann. Das geschlossene/offene Systeme-Problem durchzieht viele Fachbereiche, und zeigt gewisse Muster.
Die anderen Arhumente muss ich nochmal genauer überlegen, und mir nochmal durchlesen.
-----------------------------Übersichtstrernnlinie 2-------------------------------------------------------Col0r hat geschrieben:
NTP hat geschrieben:
Es ist nicht möglich, den Serotoninmangel als EINZIGSTE Ursache für Depressionen festzulegen.
Hat keiner gesagt.
hmm....schau mal:
Zitat:
Wenn z.B. eine Störung im Serotoninsystem weitervererbt wird und die betreffende
Person dann depressiv wird, liegt doch eine genetische Ursache nahe, oder?
Da hast du die anderen Aspekte halt weggelassen, die Special_K als
bio-psycho-soziale Erkrankungen bei der Shizophrenie drinne hat, das ist bei der Depression genau so. Welche komponente (Biologische, psychische oder soziale) hier die ÜBERWIEGENDE ist, ist offen. Wenn alle 3 Komponenten greifen, (und ich sehe die biologische wenn überhaupt eher als geringste an ist aber jetzt nur meine Meinung), dann tust DU aber die anderen 2 eher weglassen! Da reduzierst du zu sehr quasi.
Zitat:
Letztlich beschäftigt sich die Psychologie mit der Vererbbarkeit von
Dispositionen und dem überzufälligen Auftreten von Merkmalen/Krankheiten/Erlebensmustern.
SO kann man das nicht sagen. Das ist ja eben eine reduktion auf die Vererbbarkeit, und das ist nicht der Fall! Das ist auch nicht die Aufgabe von psychologie (nur teilweise), sondern eine TEILaufgabe der Neurologie in Verbindung mit der Psychiatrie, weil in der Psychiatrie wesentlich klarer und intensiver gewisse verhaltensweisen auftreten und abgegrenzt werden können. Aber die Psychologie macht eher was anderes:
Zitat:
"Psychologie ist die WS, welche die bewußten Vorgänge und Zustände sowie deren Ursachen und Wirkungen untersucht". (Rohracher)
"Psychologie ist die WS von dem subjektiven Lebensvorgängen, die gesetzmäßig mit den objektiven verknüpft sind".(Pauli)
[da gbts dann 4 Prinzipien, die die Ps. als eine Erfahrungswissenschaft klassifiziert, das fass ich jetzt net zusammen.] S.606 Dorsch-psychologisches Wörterbuch, 1996
Aber Wikipedia sagt da etwas anderes/sagt es anders, was die Grundbeschreibung angeht...ist ja oft so. Aber Wiki zählt einpaar "Unterrubriken" auf und nennt das, was du meinst Biologische Psychologie. Dorsch nennt das net so (das ist aber die alte Ausgabe...ich glaub, in der neuen ist das dann auch aufzufinden unter den vielen anderen Teilbereichen), aber da kann man auch ein neueres Werk sich anschauen, weil Wikipedia beschränkt etwas zu sehr gewisse Teilbereiche. Das Feld der psychologie ist ein ENORMES, und die Gegetik spielt in dem Fachbereich nur eine kleine Rolle und wird was Therapien angeht noch gar nicht hinzugezogen. Vererbung wird zum Erklären hinzugezogen (Theoretisch quasi, so wie diese Studie), aber therapeutisch ist es auch nicht so von Belang (es würde ja auf veränderung der Vererbung/des genetischen materials hinauslaufen). Im allgemein ist die Basis der Psychologie nicht die Vererbungslehre, denn es ist wie gesagt nicht möglich, technisch nachzuweisen, das ALLES Verhalten des Menschen auf die Genetik und der Vererbung zurückführbar ist.
Randbemerkung dazu:Schau dir mal in der DFG-Fachsystematik die neurowissenschaften an (im Roten Kästchen unter Medizin, 206)
Und schau die mal unter Verhaltens- und Sozialwissenschaften die psychologie an (gelbes Kästchen, 110)
ich orientiere mich immer nach der DFG, weil das die Geldgeber für Forschung sind. Das aber nur am Rande...da sieht man halt, WO die unterschiedlichen Forschungen/Fachbereiche verortet werden, und welche Unterrubriken die Psychologie hat, die als Einzelfächer quasi existent sind, nicht nur als Teilbereiche. ....
http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_p ... _08_11.pdfjoa...reicht erstmal, Rest kommt ein ander mal...
Grüsse,
NTP