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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 20.02.2012 - 14:23 
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Registriert: 08.02.2012 - 17:43
Beiträge: 38
Zitat:
Eine umfassende Zugänglichkeit der Resultate wäre nett. ABER: Wer garantiert dass diese Zahlen nicht missinterpretiert und missbraucht werden? Es ist Realität, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung von Statistik kaum eine Ahnung hat und selbst Mediziner stellen sich dabei oft mehr als blöd an: http://sciencev1.orf.at/science/news/63466 Es ist Standard, dass aus Aufsatznoten im Deutschunterrichte ein Durchschnitt berechnet wird - obwohl ja eigentlich jedem mit minimalen statistischen Kenntnissen klar sein sollte, dass Aufsatznoten in keinem Fall intervallskaliert sondern nur ordinalskaliert sind.
Zu befürchten ist, dass bei einer Veröffentlichung sämtlicher Daten hirnrissige Analysen unter Missachtung sämtlicher statistischer Regeln durchgeführt werden - und dann sensationsheischenden Presseberichten oder zu repressiven Zwecken missbraucht werden. Was also wäre gewonnen?

Was jetzt? Bist du gegen eine Veröffentlichung aller Daten oder wäre es "nett"?
Keiner garantiert, dass die Zahlen missinterpretiert werden könnten, aber zumindest hat man so die Möglichkeit die Schlussfolgerungen halbwegs objektiv zu überprüfen und sich gegebenenfalls zu wehr zu setzen.
"Missbraucht" und "umgedeutet" werden solche Studien sowieso, das sollte jedem seit der letzten hier verlinkten Umfrage klar sein! Jeder der sich ein bisschen mit Statistik auskennt, weiss wie schnell man Zusammenhänge verzerren/miss-/umdeuten kann je nachdem wie man die Daten auswertet.
Deswegen ist es ja so wichtig, dass die Daten öffentlich zugänglich sind!
Zitat:
[url]Die Nutzung von komplizierter Sprache, auch Fachsprache genannt, [Beispiel oben: Intervallskaliert] in einem nicht dafür geeigneten Kontext zeigt den Versuch, die Diskussion rhetorisch an sich zu ziehen[/url]
...und wie bitte will man über Forschung diskutieren und die Rohdaten selbständig auswerten, wenn man schon an Begriffen wie "intervallskaliert" scheitert? Ich will damit niemanden angreifen und niemandem unterstellen, dass er den Begriff nicht versteht, ich gehe aber davon aus, dass sehr viele (und zwar von allen Seiten; also auch von Seiten der Repression und der Presse) solche statistisch fundamentalen Begriffe NICHT verstehen und sich dennoch anmassen, irgendwelche Zahlen auszuwerten und zu interpretieren. Weshalb ich eine Offenlegung der Rohdaten als Risiko betrachte (und zwar zu Ungunsten derer, die für eine liberale Drogenpolitik sind). Wissenschaftler sind (zumindest theoretisch) einer objektiven wissenschaftlichen Sichtweise verpflichtet; ein Journalist kann kann die Zahlen nach Lust und Laune verdrehen und einen Drogenskandal draus machen.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Die Daten müssen frei zugänglich sein, damit man die Ergebnisse auch objektiv überprüfen kann!
Nicht du, nicht ich, aber andere die von ihrem Fach was verstehen!
Zitat:
Die Vorurteile gegen die Forschung sind sicher zu einem gewissen Teil berechtigt - aber ich hoffe, dass das nicht generell ist. Sicher: Repression stützt sich zu einem gewissen Teil auf Forschungsergebnisse - und Repression ist das, was wir bekämpfen. Aber müssen wir deshalb die Forschung generell bekämpfen? Ist die Forschung daran schuld, wenn sie zu Repressionszwecken "missbraucht" wird? Wenn wir uns der Forschung verweigern, verweigern wir uns dann nicht auch einer Möglichkeit, mit wissenschaftlichen Mitteln gegen die Repression anzukämpfen? Wenn keine Forschungsresultate vorhanden sind: Worauf stützt sich die Repression dann? Auf negative Vorfälle, über die in der Presse und in Spitalstatistiken informiert wird? Auf Berichte in Internetforen? Wo bleiben dann all die unauffällig Konsumierenden, die von Forschung, Repression und Wissenschaft nicht wahrgenommen werden? Eine Studie, wie die hier diskutierte gibt doch genau diesen unauffällig Konsumierenden die Möglichkeit, sich darzustellen.

Es geht nicht darum die Forschung zu boykottieren oder auszubremsen! Es geht nur darum, dass dessen Ergebnisse nachvollziehbar sein sollen. Sonst könnte ja jeder behaupten was er will!


Was spricht konkret gegen eine Veröffentlichung aller Rohdaten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 20.02.2012 - 15:10 
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Wohnort: Berlin
Liebe Conny,

meine Kritik richtete sich nicht gegen das Centre for Drug Research (CDRFFM), sondern gegen den Aufruf, an der Umfrage teilzunehmen, ohne vorher mit den Auftraggebern abgeklärt zu haben, wie sie mit den Daten umgehen werden. Wie man dem Hanfjournal
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ ... _titel.php
entnehmen kann, hattet ihr im Institut deswegen Differenzen mit dem Bundesministerium für Gesundheit in Deutschland. Da die Behörden in der Schweiz nicht sehr viel anders gestrickt sind als in Deutschland, habe ich eine entsprechende Warnung hier gepostet.

Schweizer Behörden schnüffelten manchmal gerne mehr als erlaubt, siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fichenskandal

Und in der Schweiz gibt es eine Vorratsdatenspeicherung der Telekommunikationsdaten (1 Jahr), in Deutschland haben wir uns erfolgreich dagegen gewehrt - was nicht heißt, dass die Polizei in Dresden oder in Berlin trotzdem (in rechtswidriger Weise) im Rahmen von gigantischen Funkzellenauswertungen herumschnorchelt.

Mit internetten Grüßen, Hans Cousto

p.s. (Nachtrag)

Wie Drogenbeauftragte agieren, beobachte ich seit Jahren recht genau, z.B.:
Marion Caspers-Merk
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ ... -liste.php
Sabine Bätzing
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ ... -liste.php
Mechthild Dyckmans
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ ... -liste.php
respektive
http://www.hanfjournal.de/hajo-website/ ... ssiers.php


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 20.02.2012 - 22:03 
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Ich sehe Cousto's Forderungen absolut berechtigt und sehr wichtig! EIne Art Boykott ist ja nicht genau das, was er sagt, aber es läuft darauf hinaus, dass man sich gegen Repressionen auch anders wehren kann!
Helicocter hat geschrieben:
Was spricht konkret gegen eine Veröffentlichung aller Rohdaten?

Ja das interessiert mich auch, was Conny dazu sagt, wo sie das Problem einer Veröffentlichung sieht.

Tissy sagte dazu:
Zitat:
Was die Offenlegung der Rohdaten angeht, fände ich es besser, direkt mit den Forschenden Kontakt aufzunehmen und ihnen klar zu begründen, weshalb und wofür DU (und ev. auch andere fachlich qualifizierte Personen) Zugang zu den Daten haben solltet. Aber eine generelle Veröffentlichung der Daten halte ich für gefährlich.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Rohdaten nicht veröffentlicht werden sollten. Was ist denn genau der Grund, warum nur fachlich qualifizierte Personen die Zahlen sehen sollten? Man kann solche Zahlen aus sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten verstehen und Auswerten, und ich denke NICHT, dass es richtig ist, dass nur EIN spezifisches Fach zugang zu solchen Daten erhalten sollte. Ebenfalls die Auswertung der Daten seitens dieses Fachinstituten sollten meiner Meinung nach öffentlich einsehbar sein für diejenigen, die sich dafür interessieren. Ich habe ein so großes Vertrauen in die Arbeitsweise der Forschung diesbezüglich nicht, und würde mich gern selbst davon überzeugen, nach welchen Kriterien und mit welchen Mitteln eben die Auswertung erfolgt ist. Dazu muss ich nicht zwangsläufig ein Mensch von diesem Fach sein! Das sehe ich hier schon problematisch.

Es ist doch so: Drogen-User füllen völlig freiwillig diese Befragungen aus, und geben damit ZUGANG zu ihre persönlichen Erfahrungen und Wissen, und ihr persönliches Verhalten. Wenn diese ein Zugang zu den Daten, und zu den Auswertungen haben wollen, finde ich es äußerst unethisch, diesen nicht zu gewährleisten. Es gibt VOR solchen Befragungen ja auch keine Erläuterung, WAS genau mit den Daten geschieht und WO sie dann hinwandern und dass man sich das Ergebnis NICHT aus der Darstellung der Wissenschaftler durchlesen kann (habe ich nicht gefunden...). Ich frage mich, ob es in solche Institute, die diese Befragungen durchführen Ethische Richtlinien dazu gibt?

Ich kann nur von der Ethnologie sprechen, wo es klare Ethische Richtlinien, die jedoch natürlich freiwillig von den jeweiligen Forscher eingehalten werden. Dazu gehörte auch, wenn ein Ifnormant befragt wurde, die Auswertung seiner/der Daten also die Arbeit dazu ihm auch zukommen zu lassen, wenn er dies den will, oder diese eben zur Verfügung zu stellen, ob nun für entgelt (Verlegt als Buch etc..) oder frei. Ich habe das bei meiner einen Forschng so gemacht, und da es nicht so viele Leute waren, die daran bereiligt waren, auch diesen die Ergebnisse geschickt. Da es nur der Erste Teil war, und der Zweite noch in Arbeit ist, ist er noch nicht veröffentlicht, wird es aber werden und für alle erhältlich sein, die Interessa haben, egal wer. Sie wollten SELBST lesen, ob das, was sie erzählten auch so, WIE sie es erzählten verarbeitet wurde, und eben wie die gesamte Auswertung stattfand, nach welchen Gesichtspunkten. ERST DADURCH ist das Vertrauen zu der Forschung überhaupt möglich und kann hergestellt werden.
Erst wenn die Befragten sehen, dass der Umgang mit den Informationen EBEN NICHT in der Forschung selbst einer "Verfälschung" oder ähnliches unterzogen wird, werden sie umso freiwilliger auch das nächste Mal bei solchen Befragungen teilnehmen. Das ist aber eigentlich logisch, dass Wissenschaft, WEIL sie ja eben Unabhängig sein MUSS und SOLL, auch TRANSPARENT sein muss. Das Unterscheidet doch (meiner Meinung nach) Seriösität von Unseriösität, wenn es um freiwillige abgabe von Informationen anderen Menschen und ihr Verhalten angeht. Es ist auch völlig unwichtig, was die Gesetzeslage dazu sagen würde, weil es geht eher um ethische Gesichtspunkte als um Gesetze an diesem Punkt. Es gibt (sobald mir bekannt ist) ja gar kein Gesetz, was die Freigabe oder Veröffentlichung verbietet. Eine Nicht-veröffentlichung macht ja eben die Forschung unseriös, weil die Fehlerquelle (die Interpretative Fehlerquelle, waren ja hier die Medien gemeint/genannt) NICHT genau herausgefunden werden kann, wenn Medien eben Mist bauen...

Ein weitere wichtiger Grund FÜR Veröffentlichung:
WARUM sollte denn nur EINE Partei (Ob nun Politische oder Mediale) die Möglichkeit erhalten, diese Ergebnisse FÜR SICH umzudeuten, misszuverstehen, zu Interpretieren, zu eigenen Zwecken zu missbrauchen etc... und alle anderen Parteien (die Informanten oder eben auch Vereine etc..) sollen das nicht haben, diese Möglichkeit? Das sehe ich als eine Ungerechtigkeit.
Das Recht an wissenschaftliche Informationen heranzukommen sollte breiter gefächert sein und zumindest für diejenigen, die daran Teilgenommen haben absolut vorhanden sein. Wir reden ja hier nicht über chemische Herstellungsverfahren von Drogen und deren Anleitungen, sondern um Verhalten von Menschen. Jeder, der sich dafür interessiert und so einen Text verstehen möchte, kann doch wohl die Paar Wörter, die er nicht versteht nachschlagen, und nicht jeder will das überhaupt, aber manche eben doch.

Zitat:
Ist die Forschung daran schuld, wenn sie zu Repressionszwecken "missbraucht" wird?
Ich sage das mal so: WENN die Forschung keine Transparenz anbietet, dann ist sie das durchaus (mit-schuldig), weil sie sich dadurch NICHT verteidigen kann! Und die Froschung ist auch daran Schuld, wenn sie nicht klar von der Politik oder Medien fordert, dass eben die Dinge so dargestellt werden MÜSSEN, wie sie auch aus der Forschung herrausgehen. Das ist eine Forderung, die gestellt werden muss. Durch solche Forderungen kann ja eben ein Repressionsmissbrauch wenigstens vermindert werden. Nicht die Presse oder Politik sind diejenigen, die unabhängig sind, sondern es ist eigentlich die Forschung (NUR DIESE eigentlich!!!).

HIer 2 Zitate aus dem Thread, wo du noch etwas dazu gesagt hattest (ich will nicht irgendwie überall das selbe tippen...etc...wenn es dir nicht recht ist, kannst du es wegeditieren :D ):
viewtopic.php?f=59&t=23037&start=25
Tissy hat geschrieben:
Wenn ein Forschungsinstitut mit REsultaten an die Öffentlichkeit gelangt, dann kann das auf mehreren Wegen geschehen:
1. Die Institution wird von der Presse direkt angefragt (dies ist besonders dann der Fall, wenn bekannt ist, dass ein Thema untersucht wird).
2. Die Institution verfasst eine Pressemeldung, ein Pressekommuniquée oder gibt allenfalls sogar eine Pressekonferenz, wo die Journis umfassend informiert und mit qualitativ hochstehendem Material ausgstattet werden.

Zitat:
Selbst wenn die Journis mit super tollem Material ausgestattet werden und sich die Insitution ein Gegenlsesrecht ausbedingt: Man ist fast machtlos gegen solche Falsch-Interpretationen von ahnungslosen Journis. Plus - wie schon weiter oben erwähnt: Oft ist es so, dass dann kurz vor Redaktionsschluss noch irgendjemand den Text überarbeitet, der Null Ahnung von der Materie hat. Das ist so! Traurige Realität, erlebe ich aber andauernd...
Für einmal gilt hier: Der Überbringer der Botschaft ist tatsächlich der Übeltäter und euer Zorn sollte sich gegen die Journis richten!!!
Ich mag nicht über die Qualität dieser Umfrage insgesamt urteilen, aber ich unterstelle den Forschenden keine schlechten Absichten. Was am Schluss daraus gemacht wird, ist eine andere Frage.

Es ist etwas zu einfach den Informant aufzufordern, die Politische Lobby und die Medienlobby, sowie die Wissenschafts"lobby" selbst "zu durchschauen", und da sich einzusetzen, wofür eigentlich sich Wissenschats, Politik und Medien selbst einsetzen müssen. Selbst wenn das gemacht werden würde, wäre das wohl kaum ausreichend.

Die Anfertigung solcher Studien obliegt, wie du ja auch geschrieben hast eben der Wissenschaft, und diese kann BEDINGUNGEN stellen. Die Presse kann darum gebeten werden, für die Öffentlichkeit verständliche von wissenschaftlern geschriebenen Zusammenfassungen mit-zu Veröffentlichen. Die Wissenschaft kann sich auch bei der Politik beschweren über solche verfälschende Berichterstattung und um Aufklärung bitten. Ich muss doch als Wissenschaftler den Anspruch haben, dass mein Text auch so verstanden wird, wie ich es gemeint habe, und nicht verfälscht wird! So wie ich das aus den Erläuterungen von Cousto oben verstehe, läuft da etwas falsch. DAS macht diese Forschung eben Unglaubwürdig, und das sollte die Forschung selbst auch nicht zulassen! Informanten haben nicht die Aufgabe für unabhängige Wissenschaft und korrekte Medienberichterstattung zu sorgen! Natürlich sollte es auch ihnen ein Anliegen sein, und natürlich sollten sie sich AUCH dafür einsetzen.

Eine Forderung seitens der Befragten/Informanten wäre ja zum Beispiel sowas:
"Wir werden diese Befragung nur weiterleiten/ausfüllen, wenn und das Ergebnis zur Verfügung gestellt wird und öffentlich zugänglich gemacht wird, mindestens für diejenigen, die daran Teilgenommen haben und diejenigen, die diese weitergeleitet haben."

Eine Forderung seitens der Forschung wäre zum Beispiel sowas:
"Wir werden den Medien die Ergebnisse nur dann weiterleiten, wenn folgender von uns-angefertigter Text/Erklärung unverändert und überall zur Medialen Interpretation mit-veröffentlicht wird...etc..."
... ja nur ein Beispiel, aber wenn eine solche "Eigendarstellung des Forschungsergebnisses" zu jeder Berichterstattung zwangsläufig stattfinden würde, und auch zu den Veröffentlichung der Rohdaten mit dabei wäre, dann kann die Wissenschaft sich zurücklehnen, und hat damit SICH SELBST aus der Gefahrenzone herausgeholt falls veröffentlichte Rohdaten oder ähnliches anders Interpretiert werden. Es ist dann für jeden klar, dass Medien und Politik Probleme verursachen, und nicht die Forscher. Solange aber die Transparenz fehlt, ist dieses gar nicht möglich.

Wenn man keine Forderungen stellt geschieht nichts! Destso weniger Transparenz, destso mehr Zweifel! Und von der Politik, sowie von der Forschung muss das gefordert werden seitens denen, die über Informationen ferfügen, also den Informanten! "WAS bekomme ich, wenn ich eure Fragen beantworte?" (und ich meine damit ja nicht Geld, sondern eben ethische Gerechtigkeit)...quasi... Das ist doch eigentlich ne Selbstverständlichkeit....Ich selbst sehe Forschung sehr zentral und wichtig, aber wenn sie sich nicht um ihre Transparenz bemüht, und um ihren INFORMANTEN, dann wirds kompliziert, einseitig und Informationen werden weniger und weniger. Selbstdarstellung ist wohl kaum ein Grund, um eine Umfrage auszufüllen!!!

Ich muss noch ergänzen, dass ich es sehr gut und wichtig finde, das hier darüber gesprochen wird :daum: , und dass es diese Möglichkeit gibt ist auch ein Zeichen von Transparenz!!! Wir alle können die Welt ja ändern durch unser Verhalten, und bezüglich der Illegalisierung und politischen Repressionen ist es nun mal zwingend notwendig, sich FÜR mehr Transparenz einzusetzen und Forderungen zu stellen. Darbei kann die Wissenschaft NUR GEWINNEN!!! :ok:

Vielen Dank für diese Möglichkeit hier und @Tissy, Cousto und Conny auch für eure Bemühungen bezüglich Aufklärung.

...ja ich weiß....zu lang!!! :sad: :color:
Grüsse,
NTP


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 07:51 
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Da die Forschungsinstitution hier mitliest, denke ich, dass sie die geeignetsten sind, auf diese Fragen zu antworten.

Ich möchte einfach zu bedenken geben, dass Rohdaten nur von wenigen Personen wirklich korrekt interpretiert und analysiert werden können (jeder der mal auf Hochschulniveau Statistik-Unterricht gehabt hat und sich mit SPSS oder einem anderen Analyse-Programm auseinandergesetzt hat, weiss, wovon ich spreche). Jegliche Aufbereitung der Rohdaten in eine lesbar Form ist bereits eine erste Reduktion und somit Interpretation. Welche Daten soll man dann also Veröffentlichen ohne Gefahr zu laufen, dass damit Humbug angestellt wird? Wie bereits oben angedeutet, werden ja schon Schulnoten völlig falsch verarbeitet und alle halten das für korrekt und zweiflen kaum an den Resultaten.

Zudem muss ich ganz persönlich sagen, dass ich keine Befragung zu illegalen Substanzen ausfüllen werde, wenn die Rohdaten nachher veröffentlicht werden. Gerade wenn man ein nicht ganz durchschnittliches demographisches Profil hat, wäre mir die Gefahr zu gross, dass ich aufgrund der Daten identifiziert werden könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 09:50 
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Vielleicht sollte ich zuerst noch anmerken, dass die Idee mit der Umfrage zu Legal Highs von uns kommt. Wir hatten ein Interesse daran, mehr über diese von Medien, Forschern und Drogenpolitikern prognostizierte "Welle neuer gefährlicher Substanzen" zu erfahren. Denn wir wollten gerne genauer wissen, was an diesem Phänomen "neue psychoaktive Substanzen" dran ist. Uns interessiert dabei insbesondere die Konsumentenmotivationen und die Erfahrungen der Konsumenten mit diesen sogenannten Legal Highs. Damit kann auch ein Beitrag zu einer realistischen Einschätzung des Phänomens und zur Entdramatisierung geleistet werden.

Die Rohdaten werden nicht veröffentlicht, um Datenschutz zu gewährleisten. Wir bemühen uns immer, unsere Methode und die Ergebnisse möglichst transparent darzulegen. Wer darüber hinaus genauere Fragen zu unserer Studie hat, kann sich gerne an uns wenden.

Freundliche Grüße
Conny
Centre for Drug Research / Goethe-Universität Frankfurt am Main


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 09:54 
Ok, danke, dann nehm ich auch dran teil :daum:


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 10:34 
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wow, die Wahrheit über drug-checking... wusst ich doch dass ich verdammt nochmal nicht einfach paranoid bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 11:34 
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Wir freuen uns über Eure Teilnahme! Und bedanken uns schon mal bei denen, die den Fragebogen bereits ausgefüllt haben!

Herzliche Grüße
Conny
Centre for Drug Research


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 21.02.2012 - 15:25 
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Beiträge: 2361
Wohnort: tiefster dunkelster jungel
Omg... :mued: ... da ist wohl etwas missverstanden worden, daher spezifiziere ich meine Frage etwas:

@CDRFFM: Ich würde gerne einen Link haben wollen, wo ich die für die Öffentlichkeit zugängliche Forschungsergebnisse einsehen kann. Ich meine der Text, wo drinne steht: 30 Personen von 500 Teilnehmer (utopische Zahlen für das Beispiel hier) haben bei Frage 1.3 (utopische Zahl) mit "ja" geantwortet...etc... Ist das irgendwo einsehbar, und wenn ja, dann wo. (1) Ich habe das nicht gefunden.

Ich meinte nicht gleich dieses: Person x hat fragen xyz mit qbc beantwortet (2) Das würde ich zwar auch wissen wollen, und ich weiß auch, dass man das total anonymisieren kann, und zwar so, dass es absolut NICHT zurückführbar ist, aber dieses Anliegen war mir weniger Zentral. Das wäre zwar wünschenswert, aber durchaus für den einen oder anderen Problematisch, wenn nicht gewährleistet ist, dass die Personen-Daten eben "verschwinden", und im Netz ist sowas ja nicht so leicht!!! Der Zugang zu DIESEN Rohdaten (NICHT (3))/ Informationen wäre sehr interessant, wenn man selbige Fragen unter anderen Gesichtspunkten auswerten wollen würde, also Fachübergreifend, das fände ich sehr gut, wenn diese Möglichkeit bestehen würde.

Personen-Daten (soziodemografische Daten) (3), damit meine ich: IP-Adressen, E-Mail-Adressen, Namen, und teilweise auch Alter, Beruf, Abschlüsse/Schulausbildungen und Geschlecht oder irgendwelche Angaben zum Aufenthaltsort etc.. sind ja Daten, die sensibel sind und die wohl kaum irgendjemanden zugeänglich gemacht werden dürfen. Das versteht sich aber von selbst.... Gerade im Bereich der Drogen ist doch das selbstverständlich, dass das eben NICHT veröffentlicht wird. Es wäre Ethisch ja nicht korrekt, die Informanten zu Entannonymisieren, aber ich bin davon ausgegangen, dass das klar ist. Bei meiner weiterleitung habe ich ja diese auch nicht freigegeben. Wenn ein User "Punktus" ein Fragebogen ausfüllte, hat er eine Zahl zugeordnet bekommen, und das Forum, in dem" Punktus spämte", wurde ebenfalls nicht genannt, daher stellte sich das Problem bei mir nie. Die Zuordnung der Zahlen zum Namen sollten ja im Internet niemals auftauchen, und auch für niemanden zugänglich sein, weshalb ich das immer nur Handschriftlich gemacht habe, was bei einer geringen Personenmenge kein problem ist. Ich hatte auch aufgerufen, die Fragebögen aus einem Internetshop downzuladen. etc... da gibts ja Möglichkeiten der technischen Anonymisierung...

Wo ist aber das Problem, wenn eben diese Personen-Daten (3) nicht veröffentlicht werden, sondern nur die Einzelbeantwortung der Fragen zu den Legal-Hights, die oberige (2). Tissy du sagst, dass aufgrund eines spezifischen Konsummusters du da Ängste hättest, doch "gefunden" oder "zugeordnet" zu werden. Das könnte ich verstehen, wenn eben die Personen-Daten nicht gelöscht werden oder die Anonymisierung nicht gut genug funktioniert würde, also aus dem Netz NICHT verschwinden. Diesen Punkt (u.a., kommunikation Deutschland-Schweiz) hatte ja Cousto bemängelt, wenn ich das richtig verstanden habe. Bei dem derzeitigen Stand der Technik und der Internet-Datensicherheit kann ich durchaus deine Bedenken verstehen. Ich selbst hätte diese Angst nicht, da die Mühe und der Aufwand zu enorm wären, aber ich kann das verstehen. Ist das der einzige Grund?

Weitere Frage zur Forschung @CDRFFM:
Ich verstehe einfach nicht, wenn diese Umfrage zu Legal Hights gemacht wird, warum einige Fragen NICHT zu legal Hights sind? Ich fände es wesentlich besser, viel mehr Fragen zu legan Hights zu stellen, diese Frage finde ich unzulässig.
"Welche Substanzen (außer Legal High-Produkten) haben Sie jemals im Leben konsumiert?"
Das ist jetzt nur eine von 7 Fragen, mit denen ich ein Problem habe. Ich möchte an dieser stelle betonen, dass es auch die Möglichkeiten gibt mit "keine Angabe" zu antworten, und dass man diese auch nutzen sollte!!! Ich finde auch gerade WEGEN dieser Möglichkeit der "keinen Angabe" diese Umfrage auch eher harmlos, wenn man eben diese Funktion benutzt!!! Wenn man zu Legal Hights befragt wird, sollte man auch nur dazu antworten. Und dann sehe ich keinerlei Probleme!!! Im Gegenteil, es sind zu wenig Fragen über Legal Hights enthalten...da würde mich ja viel mehr interessieren... :D

Ich möchte an dieser Stelle BETONEN, dass ich FÜR solche Umfragen bin, und diese auch wichtig finde, aber ich sie noch für zu undifferenziert erachte....
:color:
Grüsse,
NTP


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 23.02.2012 - 10:01 
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@Naturpur: Die von Dir gewünschten Zahlen können bislang deshalb nicht einsehbar sein, da der gesamte Bericht zur Befragung über Legal Highs in Deutschland noch nicht veröffentlicht wurde (das wird aber hoffentlich bald der Fall sein). Da wir keine IP-Adressen speichern und die Befragung völlig anonym ist, sind Rückschlüsse auf Personen nicht möglich. Rohdaten werden von uns trotzdem nicht veröffentlicht. Die Fragen, die sich nicht konkret auf Legal Highs beziehen, befassen sich mit dem Konsum anderer illegaler Substanzen, das hat folgenden Grund: In den Medien wird es manchmal so dargestellt, dass von Legal High-Produkten, wie Räuschermischungen und Badesalzen, zahllose, unbedarfte junge Menschen verführt werden, die sonst niemals mit Drogen in Kontakt gekommen wären, da diese Produkte als harmlos und legal vermarktet werden. In unserer Studie konnten wir das widerlegen, da die meisten Konsumenten von Legal Highs bereits auch illegale Substanzen konsumiert hatten. Damit wird die Berichterstattung zu diesem Thema entdramatisiert. Ein anderer Aspekt ist die These, dass Legal Highs als Substitute für illegale Substanzen genutzt werden. Um diese These zur Konsumentenmotivation belegen oder widerlegen zu können, ist es wichtig zu wissen, ob die Konsumenten von Legal Highs sonst andere Substanzen konsumieren oder konsumiert haben. Dabei spielt auch eine Rolle, welche Effekte die Bekämpfung von Legal Highs bei den Konsumenten erzielen würde. Usw.

Grüße
Conny
Centre for Drug Research


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 26.09.2012 - 09:12 
Inventar
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Beiträge: 2361
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SO...und wie ich wieder mal im Netz herrumrecherchierte, wo ich denn als Ethnologe in der Drogenforschung einsteigen könnte, siehe da, den bericht gefrunden, den ihn auch hier hin hättet verlinken können:

Volständige Version:
http://www.drogenbeauftragte.de/fileadm ... _Highs.pdf
Kurzbericht:
http://www.drogenbeauftragte.de/fileadm ... ragung.pdf

Keine Ahnung, warum da bei mir nur Schwarz zu sehen ist...vielleicht liegt es an meinem Browser...

Aber das hier ging:
Suchttherapietagen 2012 in Hamburg vorgestellte Präsentation zu Legal Highs:
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/for ... e_2012.pdf

Joa...das werd ich mir anschauen, spannend ist das! :ok:

Grüsse,
NTP


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 26.09.2012 - 09:19 
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Beiträge: 9253
Wohnort: fucki'n dissoversum !
Zitat:
Keine Ahnung, warum da bei mir nur Schwarz zu sehen ist...vielleicht liegt es an meinem Browser...


dann solltest ma deinen adobe reader updaten ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Umfrage zu legal highs
BeitragVerfasst: 10.08.2013 - 10:19 
Inventar
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Wohnort: tiefster dunkelster jungel
Da war ich gerade am Herumrecherchieren im Netz, und schon wieder darauf gestosen....
hier mal eine andere Version, mit Tabellen etc...:
Der Abschlußbericht zur Umfrage
http://www.infodrog.ch/tl_files/templat ... 013-06.pdf

Hier Quellseite falls der Link nicht geht:
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/forschung/cdr/

Sher empfehlenswert und spannend.

Grüsse,
NTP


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