Das tut mir Leid, mit deinem Vater, Hänfli.
Hänfli hat geschrieben:
Denn es ist ja alles noch normal und gut. Da heisst es dann schnell, "ist ja nur ein Feierabenbier" in wirklichkeit wird aber schon am mittag eins getrunken und bei Feierabend ist es dann meist einiges mehr als nur eins.
Ja, ungefähr so funzt es auch bei meinem Vater, nur sind es dann mittags meist auch schon einiges mehr als eins. Meine Mutter macht das dann eher andersrum: im Lokal trinkt sie nur Wasser und Kaffee, dann hat sie ja das "ach, ich trink doch nichts", dass sie sich danach zu Hause trotzdem noch mehrere Gläser reinhaut, sieht dann ja kleiner.
Ah, so ein absichtliches "gaaaanz unauffällig" ist eigentlich überhaupt nicht mein Ding, aber vielleicht ist es in dieser Situation eine gute Idee.. weil es keine direkte Respons von ihnen verlangt, wie es ein Gespräch eben schon tut (und dabei entstehen gerade oft Ausreden).
paradise hat geschrieben:
meine mutter hat auch zum trinken angefangen seit kurzen sehr viel wegen meinen vater wsl.. und dazu auch noch benzos^^
zumindest hab ich sie mitn kiffen ein bisschen davon weggebracht

, sie siehts halt ein das es gesünder is...
Ja, benzos! Da bin ich schon froh, dass meine Mutter davon wegbleibt (habe ich auch mal gesagt, dass sie meist nicht gut sind und definitiv abhängig machen können, egal was ein Arzt behaupten mag). Kiffen verträgt sie nicht, raucht aber 1-2 Päckchen Zigaretten am Tag. Sonst so haben beide meine Eltern eigentlich gar nichts mit Drogen am Hut, ist halt nur der blöde Alk.
Tissy hat geschrieben:
auch wenn du inzwischen erwachsen bist und zur Uni gehst (stimmt doch - oder?).
Mit der Uni stimmt, ja (und erwachsen stimmt offiziell wohl auch

).
Tissy hat geschrieben:
Was du tun kannst: Sie motivieren, ihr Verhalten zu verändern, und ihnen deutlich machen, dass du unter dem, was sie sich antun, leidest.
Das blöde daran ist, dass das ihnen sehr sehr weh tun würde. Dass ich mir Sorgen mache, wissen sie, sie haben aber auch selber schon Sorgen um gerade mich. Von mir weiß ich, dass es mich sehr traurig macht zu wissen, dass meine Eltern Angst um mich haben. Andersrum kann das denke ich auch so, bzw. noch was weitergehend sein - sie sind ja die Eltern und wenn sie wüssten wíe sehr es mir weh tut, dass sie diese Probleme haben, würde auch noch ein Berg an Schuldgefühlen dazu kommen ("jetzt bin ich selber auch noch Teil der Probleme von meinem Kind"). Hmm, sie Motivieren, ihr Verhalten zu ändern und ihnen vielleicht klar machen, dass sie nicht nur ihr eigenes Leben damit beeinflussen, werde ich dann wohl schon weiter machen.
Tissy hat geschrieben:
Das mit der Beratung könnte bei dir aber wohl etwas kompliziert werden, da du ja selbst auch konsumierst... (Der Berater könnte das Hauptproblem darin sehen...) Anderseits hast du ja auch mal geschrieben, dass deine Freundin sehr viel trinkt. Von daher könnte man schon auch ein gewisses Muster bei dir ausmachen (Wer Eltern mit Suchtproblemen hat, hat übermässig viele Freunde / Partner mit Suchtproblemen).
Also mit der Freundin, das war nicht ich (obwohl ich schon einen Post in dem Thread hatte). Ich habe zwar schon ein paar Freunde mit ähnlichen Problemen, aber es ist bei keinen von ihnen Alk und sie sehen es selber ein/arbeiten daran, außerdem sehe ich sie nur ein paar Mal im Jahr. In meinem eigenen Konsum sehe ich auch nicht direkt ein Problem (im Bezug zur Beratung), der eine Teil ist minimal und sporadisch, halt nur auf Parties mit den passenden Leuten und genug Lust dazu (nüchtern bleiben ist da auch kein Problem). Der andere Teil, der momentan vielleicht weniger gut läuft, kommt vom Arzt, also unabhängig davon ob es gut oder schlecht ist, wird das die "offizielle Seite" auch nicht/weniger beeinflussen.. vermute ich. Obwohl ich mich da ja eigentlich nicht gut auskenne.. vielleicht schätze ich ja falsch ein, wie so Leute das sehen.
Ich werde mir auf jeden Fall die Links mal anschauen und über Beratung nachdenken. Danke!
bifidus hat geschrieben:
Irgendeinen Grund gibt es immer, weswegen jemand trinkt, daher sollte man Grundsätzlich diesem Grung auf den Zeh fühlen. Denn auch wenn sie Kurzfristig nüchtern wären, der Schmerz wird einfach zu gross sein ohne den Alk. Du schreibst ja das die Probleme noch viel tiefer gehen. Deine Situation kommt mir mehr als bekannt vor, für mich ist es wie ein Spiegel Deinen Text zu lesen, doch gab es nichts mehr zu helfen, es war viel zu spät.
Andere würden wie gesagt einfach davonlaufen, Du hilfst Ihnen ja bereits; ich würde Dich nicht als schlechte Tochter bezeichnen. Hmm eine Grosse hilfe ist mein Text nun warscheindlich auch nicht, wenn ich noch Zeit finde überlege ich noch etwas. Alles gute
Danke, Bifidus, dein Text ist sicher eine Hilfe.
Davonlaufen ist mir schon manchmal durch den Kopf gegangen. Dann dachte ich mir, ich muss doch mein eigenes Leben erstmal auf die Reihe bringen und mich dabei von gar nichts außerhalb meines "ich's", beieinflussen/abhalten lassen. Weit weg ziehen, damit man erst gar nicht in die Verführung kommt, hin zu fahren. Und auch wie Tissy teilweise schrieb, sagen dass ich nicht mehr vorbeikomme, wenn sie nicht nüchtern sind. Obwohl sowas in Maßen wahrscheinlich gut sein könnte, für mich und wohl auch für sie, fühle ich mich gar nicht in der Position so etwas zu machen. Es "passt" nicht, ich versteh so gut wie große Schmerzen sie haben, ohne den Alk (wie du auch sagst) noch mehr als mit, da kann ich nicht einfach so hereinplatzen und auch noch meine Anforderungen machen. Wenn nur pur das trinken das Problem macht, würde das wohl anders aussehen, aber dies ist ja nicht der Fall.. obwohl es ja die andere Sachen, als downer, schon mit-ankurbelt.
Okay, so wie es jetzt ist, geht es wohl auch nicht. Ein wenig mehr Abstand, gefühlsmäßig, wäre vielleicht schon gut. Sie müssen irgendwie den Respekt vor sich selbst wieder finden, es sind eigentlich so schöne Menschen, die immer für mich da sind/waren und mir beigebracht haben, sich selbst niemals auf zu geben, und nun sind sie selber dabei. Menschen sind schon komisch.
Alkohol ist leider so extrem zugänglich wenn man Probleme hat: man muss dafür nicht zum Arzt, es schmeckt gut, es wird einem von allen Seiten (fast) in den Arsch geschoben und man findet immer Ausreden.