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 Betreff des Beitrags: Rechtsmedizin
BeitragVerfasst: 11.03.2011 - 15:21 
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Registriert: 09.03.2011 - 14:55
Beiträge: 1
Hier meine Situation (sorry ist etwas lang aber muss sein) inkl. Nachtrag
2.6.11 kleiner Auffahrunfall verursacht. Wollte die Sache mit Geld regeln, doch da das Auto nicht der beschädigten selber gehörte, liess sie die Polizei kommen. Nach der Frage nach Alkoholkonsum WILLKÜR
bejahte ich diese, da ich auch rund 5 Bier intus hatte. (Dass dies unverhältnismässig viel ist und ich einen Riesenshit gebaut habe, bereue ich sehr). Ab zur Blutentnahme ins Spital. Der Arzt kontrollierte mich auch auf meine Sehkraft und ich erklärte, Einäuger zu sein. Danach fragte er mich auf Drogenkonsum, was ich mit gutem Gewissen verneinen konnte. Auf die Frage nach Medis gab ich an, Dimetrin und Stilnox auf verschreiben des Arztes zu nehmen. Dies hätte ich lieber nicht gesagt, wiese lest ihr noch. Führerschein natürlich sofort von der Polizei beschlagnahmt.
Da ich seit einiger Zeit unter starken Gemütsschwankungen und Einschlafstörungen litt, konsultierte ich meinen Hausarzt welcher mir die Medis verabreichte.
In der Zwischenzeit vom Ereignis bis zum Aufgebot holte ich mir Hilfe bei einem Psychologen um mein Problem in den Griff zu kriegen.
Nach ca. 4 Wochen erhielt ich einen Bescheid des Strassenverkehrsamtes (ähnlich wie in D TÜV), dass ich zu einer Untersuchung zum Institut der Rechtsmedizin IRM muss (MPU in D) da Fahren mit Alkohol und Medis näherer Abklärungen bedürfe. Nun folgte Rechnung auf Rechnung: Fr. 1200.—für die Rechtsmedizin, natürlich Vorauszahlung. Bussgeld Fr. 800.--, Gerichts- und Schreibgebühren Fr. 1470.--, Kosten für Strassenverkehrsamt Fr. 250.--, Psychologischer Bericht Fr. 150.--, Kosten Untersuch und Bericht Augenarzt Fr. 480.--.
Nun ist es bereits September der 19. und ich trabe in der Rechtsmedizin an. Gespräch, Blut- , Urin- und Haarprobe werden entnommen. Nach 2 Stunden war alles vorbei und das grosse Warten beginnt. 21.10.10 Schreiben des Strassenverkehrsamtes mit folgendem Urteil: Vorsorglicher Entzug des FS auf unbest. Zeit, da ETG 80mg. Wiedererwägungsgesuch kann nach mindestens 6-monatiger Abstinenzzeit und regelmässigen 6-wöchentlichen Blutkontrolle CDT nach frühestens jedoch 6 Monaten des ersten IRM Untersuch gestellt werden. In der Zwischenzeit schrieben mich der Augenarzt und der Psychiater verkehrstauglich.
Januar 2011 also Wiedererwägungsgesuch gestellt. Zuerst wieder Fr. 1200. —Rechnung vorauszahlen, Strassenverkehrsamt ebenfalls nochmal Fr. 250.--, neuer Psych. Bericht, Rechnung noch nicht erhalten. Nochmals zum Augenarzt, wieder verkehrstauglich geschrieben von beiden.
Am 15.Februar 2011 wieder antraben IRM. Das gleiche Prozedere von neuem mit zusätzlich Zahlen und Buchstaben mit Strichen verbinden, Blut-, Urin- und Haarprobe sowie Gespräch. Am Schluss meinte der Arzt, dass er betreffend meiner Sehkraft nicht sicher sei und ich müsse nochmals zum Augenarzt. Auch fragte er mich noch so nebenbei ob ich ihm ein Formular zu Einverständnis von nochmaligen 4 Haarproben innerhalb der nächsten 2 Jahren unterschreiben würde. Natürlich unterschrieb ich (Kosten je Fr. 550.00) sonst bekomme ich wenn möglich noch weiter Probleme. Nun gehe ich am 22.2.11 nochmals zum Augenarzt und warte dann wieder eine ganze Weile auf den Bescheid der Behörden.
Augenarzt schreibt: Fahrtauglich, Psychiater ebenfalls.
Weitere Rechnung ins Haus geflattert: Fr. 260.00 eines Labors für die gehabte Haaranalyse.
Um noch klar zu stellen: Seit September wirklich Abstinent. Bluttests immer gemacht und alle in Ordnung. Medis neu vom Psychologen: Surmontil 75mg auf die Nacht und 100mg Efoxor am Morgen.
Allmählich grenzt das Ganze an Willkür oder nicht? Ich fahre seit 1971 Auto und hatte noch nie einen Unfall und geriet noch nie mit dem Gesetz in Konflikt.
Wieso ich damals angefangen habe zu trinken, hing mit meinen Gemütsschwankungen zusammen.
Auch wenn ihr das Einkommen von D mit der Schweiz vergleicht, ist das für Hansli-Normalverdiener satte Kosten. Ausweichmöglichkeiten haben wir in der Schweiz keine, denn das Strassenverkehrsamt akzeptiert nur die Rechtsmedizin der Uni Klinik.
Heute Tel. erhalten, nochmals sofortige Haaranalyse da Ergebnis noch erhöht war. TROTZ ABSTINENZ SEIT SEPTEMNER 2010, nochmals Hausarztbericht, Augenarzt + Psycho.
Wofür brauchen wir die Rechtsmedizin wenn alle Berichte anderer Aerzte angefordert werden???
Viel Glück allen in ähnlichen Situationen. Ich halte Euch auf dem Laufende
Mango


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 Betreff des Beitrags: Re: Rechtsmedizin
BeitragVerfasst: 01.04.2011 - 17:38 
Ex-Moderator
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Registriert: 04.09.2008 - 12:50
Beiträge: 7040
Wohnort: Dahinten
Willkommen im Club des "Pseudostrafrechtes". Tortzdem nicht OK 5 Bier zu trinken, aber naja.

Auch wenn es OT ist, ich habe ja bereits in unzähligen Threads vor solchen Maßnahmen gewarnt.
Sollten es die Behörden bei es euch zu bunt treiben, dann setzt euch dafür ein, dass bei den Psychologen Video aufnahmen erlaubt werden, sonst ist das ein Selbstläufer den man fast nicht mehr gestoppt werden kann, weil die daran noch Geld verdienen. In DE nennt man das ganze auch MPU-Mafia. ( bei Wikipedia wurde die meiste Kritik schon häufig sofort gelöscht). Das klingt am anfang alles noch sinnvoll, artet aber in einer nicht rechtsstaatlicher Abzocke aus, gegen die man sich kaum wehren kann und die so ziemlich jeden treffen können.

Solange die es nicht an privat Firmen vermitteln ist die Chance für euch sehr gut.
Die Österreicher haben es wohl auch nicht so streng, aber in DE ist es einfach nur noch krank.

Viel Glück.

P.S. Solche Threads kann man immer gebrauchen, damit andere Leute sehen wie die Rechtspraxis abläuft.


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