heineken hat geschrieben:
Allerdings habe ich öfter daran gedacht ob ich es wirklich durchziehen kann nicht mehr zu trinken und jedesmal wenn ich daran denke hab ich ein scheiß Gefühl im Bauch, weil ich mich an all die schönen Momente die es so gab mit Alkohol erinnere.
Genau deshalb kann so ein gefühlter Abschied so ähnlich sein wie eine Beziehung zu beenden oder
"einen Freund zu verlieren"- das hat mal ein befreundeter Arzt zum kolumbianischen Schriftsteller Gabriel Garcia Márquez gesagt,
als der von seiner jahrzehntelangen exzessiven Zigarettensucht weg wollte.
Für ihn hat das Nachdenken über genau diese kleine Bemerkung den Knoten gelöst und er hat aufhören können,
weil er endlich den Mechanismus verstand, mit dem er sich an die Raucherei gekettet hatte.
Aber bei Substanzen, die psychisch so viel mit uns machen, ist es mit dem einfachen Weglassen nicht getan!
Der Rat hier ist schon gut,
eM-Key hat geschrieben:
Zur Zeit längst du dich ab, aber ich denke dein Problem wirst du langfristig so nicht lösen können. Dein Gehirn muss sich erstmal wieder neu "programmieren", es muss lernen in diesen bestimmten Situationen ohne Alkohol zurecht zu kommen. Du bist auf dem richtigen Weg, versuche dir Strategien zurecht zu legen um den Griff zum Alkohol zu vermeiden.
aber zum 'Umprogrammieren' gehört noch was ganz Wichtiges:
Du musst die entstehenden Löcher mit
neuer Erde füllen, das heißt
Du brauchst haufensweise
schöne Momente, die Du
ohne die Krücken erlebst, verstehst Du?
Nur dann kann Schönes auch an Nüchtern gekoppelt werden und aus Nüchtern wird GUT
- statt nur "hm naja, vernünftiger so, aber es fehlt was".
Also eine positive Umprogrammierung, ein aktives Re-setting.
Wenn bei Dir Lockerheit, Enthemmung, Tanzen, Ansprechen von Leuten usw. bisher so stark an den Alk gekoppelt sind,
musst Du
genau das gezielt & konsequent angehen ohne Krücke,
mit allen Mitteln, die's überhaupt gibt.
Sonst wird Dir all das ständig fehlen und der Rückfall wäre vorprogrammiert,
denn Du willst ja nicht ewig unlocker sein usw.
Und Du kannst Dich auch nicht für immer 'ablenken'!
Also: wie macht man sich locker und frei ohne Alk etc.?
Indem man es übt, immer wieder.Ganz praktisch, einen kleinen Schritt nach dem anderen, auch x Mal wieder von vorn oder mal auf ganz andere Art…
Genau wie mit absolut allem sonst im Leben, was erstmal schwierig ist.
Es gibt viele gute Hilfen dabei. Du könntest das evtl. mit psychologischer Hilfe angehen.
Ist immer so ne Sache, ein guter Therapeut ist Glückssache,
aber es kann wirklich sehr gut sein, wenn man den Richtigen findet.
Aber selber kannst Du eh das Meiste tun.
So gut, wie Du hier über Dich selbst schreibst und so differenziert, wie Du Dich und Dein Problem siehst,
solltest Du die besten Chancen haben, das auf die Reihe zu kriegen!
Z.B. per Buchkauf kann man sich die besten Leute ins Haus holen, die einem live nie helfen könnten;
so kannst Du über die Thematik lesen und alleine an Dir arbeiten, um Dich locker und frei zu machen.
Und zum praktischen Üben an der Front

wird Dir selber genug einfallen.
Super wär's, nicht allein damit zu sein, vielleicht gibt es weitere Kandidaten..?
Vielleicht ist diese Abhängigkeit eine große Chance für Dich, für Deine ganze Entwicklung,
denn sie zeigt Dir genau, wo Du noch nicht auf eigenen Füßen stehst -
und Du bist so intelligent, dass Du das auch genau erkennst.
Dass wir Krücken brauchen, um uns gut zu fühlen, ist eine Illusion.
Die Krücken selber verhindern nur, dass wir es eigenständig lernen.
Fang mit dem Üben der Eigenständigkeit gleich in Deiner Gastfamilie an und im Freundeskreis.
Es ist der HAMMER, wenn Du da nicht einfach sagen kannst,
dass Du nichts trinken/nehmen willst oder davon weg möchtest:
heineken hat geschrieben:
Problem ist nur mein Gastbruder hat mich gestern auf ein Rave eingeladen und sein Kollege meinte auch gleich: "schön Teile und Koka" ... Ich hab gesagt ich kann nicht wegen trainieren u.s.w. aber das wurde nur mit ja ja wir reden Freitag abgetan... Die Jungs kennen mich zu gut und ich hab scheiße Angst, dass das kommende Wochenende mit Alk, Pulver und Pillen gepflastert wird …
Das ist auch ein Abhängigkeit, eine sehr üble sogar!
Solange Du Ausreden erfinden musst und nicht offen zu Dir stehen kannst,
egal wem gegenüber,
kannst Du nicht wirklich weiterkommen.
Mein bester Tipp dafür ist, dass
alles (!!) von den anderen ruckzuck angenommen wird,
wenn man es mit der größten Selbstverständlichkeit rüberbringt.
Kein Zaudern, Stammeln, Entschuldigen usw., sondern die ruhige selbstverständliche
"So ist es und basta"-Nummer.
Da wird vielleicht kurz blöd geguckt, aber schnell ist Ruhe.
Und schau auch, wo sonst Leere in Dir ist, die so oft
abgefüllt werden will…
Ganz sicher gibt's Sachen, die Du eigentlich gerne erleben/machen/lernen würdest,
auf die Du nur noch nie gekommen bist.
Talente, Anlagen, Bedürfnisse, die Du vielleicht noch gar nicht kennst.
un abrazo y: ¡ fuerza, amigo !
