Freebird hat geschrieben:
Ich stelle mir diese Frage schon eine ganze Weile, so ungefähr seit ich bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie sehr viele Alkoholsüchtige mit körperlichen Entzugserscheinungen gesehen habe: Wie lange und wie viel muss man trinken, um körperlich von Alkohol abhängig zu werden? Ich meine ich kenne so einige die nach meinen Maßstäben viel trinken, aber keiner von denen kriegt das Zittern wenn er aufhört.
Bei GBL und Benzos rechnet man ja meistens so mit nem Monat. Ich kann mir aber irgendwie schwer vorstellen, wie jemand nen ganzen Monat richtig betrunken sein kann ohne an Dehydration oder sonstwas abzukratzen.
Ja, es ist nicht bei allen das Gleiche und man kann sich nur auf Erfahrungswerte berufen, aber das ist ja immer so und deshalb frag ich ja auch.
Praktischer Letfaden: Hast Du am Abend ungeheuer gesoffen und wirst Du am nächsten Morgen entsprechnd unwohl wach, sind die Symptome die Du dann empfindest, das, was man einen "Kater" nennt, Deine ersten Entwöhnungssymptome vom Alkohol. Schon bist Du leicht physisch abhängig. Du glaubst das nicht? Du meinst das sei "nur ein Kater". Ja, so nennt es der Volksmund. Tatsächlich sind es Deine ersten milden Entwöhnungssymptome. Du glaubst es nicht? Wollen wir wetten? Du kannst es Dir selbst beweisen. Trinke etwas auf Deinen Kater hin und es geht Dir sofort beser. Morphingewöhnte kennen diesen dramatischen Übergang vom Unwohlsein zum Gefühl neuer Gesundheit, wenn man sich die morgendliche Morphindosis verabreicht. Am exaktesten trifft es wohl der alte Säuferspruch: "Mache am Morgen mit dem weiter, womit Du am Abend zuvor aufgehört hast".
Nehmen wir an, Du trinkst Dir auf Deinen Kater hin etwas. Was geschieht? Es geht Dir sofort besser! Aber in Wahrheit schiebst Du nur Deinen Kater, Deine Entwöhnungssymptome, vor Dir her, gerade so, wie das auch Morphingewöhnte mit ihren Morphinentwöhnungssymptomen tun. Immer wenn Du findest, dass Dein "Kater" zu stark murrt, trinkst Du Dir erneut einen und schon ist er wieder still und Du bist wieder mitten drin im Jubel des Lebens. Aber damit gewinnt Dein Kater nur immer mehr an Gewicht, mit anderen Worten, Deine physische Abhängigkeit zum Alkohol vertieft sich mehr und mehr und die Entwöhnungssymptome die Du vor Dir herschiebst werden immer stärker. Doch noch fühlst Du Dich wohl dabei. Abhängig von Deiner ureigenen physischen Konstitution kann das einige Zeit so gehen, aber irgendwann kommt der Tag an dem die Symptome der Vergiftung, die Du Deinem Körper regelmäßig zumutest, als sichtbare Symptome nach außen treten. Die meisten davon lassen sich NOCH mit etwas größeren Mengen Alkohols zudecken. Du trinkst und sie weichen in den Hintergrund. Doch in diesem Hintergrund bauen sich zugleich andere Symptome auf die bald nach vorne treten werden und sich nicht mehr so einfach weg trinken lassen. Du könntest zu jedem Zeitpunkt mit dem Trinken aufhören. Alkoholentwöhnungssymptome sind bei weitem nicht si schmerzhaft wie Morphinentwöhnungssymptome und sie dauern auch nicht so lange. Schon am dritten Tag einer Alkoholentwöhnung fühlst Du Dich weitgehend wieder hergestellt. Und selbst die ersten zwei drei Tage sind mit etwas Medizin, wie zum Beispiel Librium, Tranqsilium oder Distrneurin gut zu ertragen. Es schüttelt Dich ein wenig und Du fühlst starke innere Unruhe. Doch Du trinkst weiter und wirst dabei zunehmend schwächer, Du magerst ab, Deine Haut wird fahl, Dir geht rasch die Puste aus und plötzlich trifft Dich völlig unerwartet weil unbekannt, wie aus heiterem Himmel, Dein erste Delirium. Hast Du Glück und einen liben Schutzengel an Deiner Seite, überlebst Du es. Du überlebst es, aber hattest doch das Pecj dabei, dass Du Dir bei einem Fall einige Rippen brichst. Du landest im Krankenhaus, wo Dir eine Ärztin mit einem Sonargerät über Deinen Leib fährt um zu sehen wie es Deinen Rippen geht. Dabei diktiert sie ihrer Assistentin den Befund. Noch halb im Trance hörst Du sie sagen, "Die Rippen könnten rasch wieder in Ordnung sein, wäre da nicht diese deutliche Hepatic cirrhosis, und Du denkst bei Dir, "Hepatic? Hat das nicht etwas mit der Leber zu tun?". Was nun? Deine Antwort wird über Leben und Tod entscheiden. Überlege sie gut. Du kannst jetzt noch aufhören zu trinken, drei vier Tage lang den Kater Deines Lebens durch machen, den Du ohnehin schon viel zu lange vor Dir herschiebst und danach mit einiger Vorsicht noch Jahre, mit etwas Glück sogar Jahrzehnte leben. Du kannst aber auch einfach weiter trinken, bis Deine Leber undurchlässig wird wie das Leder eines alten Armeestiefels und Deine Vena Cava schwillt weil sie ihr Blut nicht mehr durch die Leber zwängen kann. Unter dem wachsenden Druck schwellen gewisse Venen Deines Körpers, unter anderen die Venen in Deiner Luftröhre, die eines Tages nicht mehr weiter schwellen können und platzen. Dann, mein Freund, ersäufst Du in Deinem eigenen Blut. Während Du zum Himmel entschwebst zieht der Gedanke an Dir vorüber, "Hätte ich nur diesen ersten Kater auf mich genommen, oder zumindest einen der späteren", und hinter Dir hörst Du noch jemand sagen: "Ach, ist ja doch alles nur relativ, ob Hasch, Morphin oder Alkohol. Es ist alles gleich gefährlich..." Wohl bekomms!
Der "Kater", sind die ersten milden Alkohol-Entwöhnungssymptome. Wer etwas anderes behauptet, selbst sei er Prof. der Medizin, hat keine Ahnung wovon er spricht!
Meine Erfahrungen decken sich mit Deinen. Nach zwei trinkreichen Nächten bemerkte ich bereits die genannten/ bekannten Symtomen. Natürlich, die für mich einfachste Lösung lag sehr nahe!
Was ein bisschen hilft ist doch aber Salz und Wasser, nur hab ich diese nach einzelnen Nächten probiert und nicht nach Monatelangem Konsum, da stieg ich immer auf Benzos um, was wunderbar die Symptome bedecken mochte.