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 Betreff des Beitrags: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 05:40 
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Registriert: 09.01.2009 - 18:54
Beiträge: 663
Ich stelle mir diese Frage schon eine ganze Weile, so ungefähr seit ich bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie sehr viele Alkoholsüchtige mit körperlichen Entzugserscheinungen gesehen habe: Wie lange und wie viel muss man trinken, um körperlich von Alkohol abhängig zu werden? Ich meine ich kenne so einige die nach meinen Maßstäben viel trinken, aber keiner von denen kriegt das Zittern wenn er aufhört.

Bei GBL und Benzos rechnet man ja meistens so mit nem Monat. Ich kann mir aber irgendwie schwer vorstellen, wie jemand nen ganzen Monat richtig betrunken sein kann ohne an Dehydration oder sonstwas abzukratzen.

Ja, es ist nicht bei allen das Gleiche und man kann sich nur auf Erfahrungswerte berufen, aber das ist ja immer so und deshalb frag ich ja auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 13:44 
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Ich glaub nicht, dass man pauschal sagen kann "ab da und da wird man süchtig"! Ich selbst hab auch Jahrelang
gesoffen wie ein Loch. Hatte auch nie das Zittern was du beschreibst. Ich hatte vielleicht ein paar unruhige Nächte, mehr nicht.
Andere wiederum trinken ein paar Wochen und sind dann voll abhängig.
Ich denke auch, dass es auch drauf ankommt was man trinkt. Wenn man täglich sehr viel Schnaps trinkt, glaube ich, dass es
viel härter ist, als wenn man täglich "nur" ein paar Bier trinkt. Kann ich aber nicht genau sagen, weils bei mir nicht so war.
Hab beides "ausprobiert" aber nicht wirklich einen Unterschied gemerkt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 18:38 
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Die psychischen Abhängigkeit ist einhergehend mit der eigentlichen körperlichen Abhängigkeit.
Das ganze ist zwar wissenschaftlich getrennt, hat aber erstmal wenig zu sagen, dass man nicht zittert.

Es gibt genug Leute, die sich einfach jedes WE wegballern müssen. Klar haben die keine Entzugserscheinungen aber "abhängig" in gewisser Weise sind diese Leute trotzdem.

Das Thema ist sehr Komplex, es gibt ja auch Leute mit sog. Co-Abhängigkeit.
Die Trinken z. B. nur weil der Partner oder Freunde trinken und merken garnicht wie .es immer weiter entgleist, weil das Umfeld auch stetig mehr trinkt bzw. ignorieren sie bestimmte Dinge,
dann werden 3,0 Promillezustände von manchen Menschen als "normal" empfunden und es kommt erst zu "Therapie" wenn es viel zu spät ist oder nie.

Durch Abstinenz von 2 Monaten kann man in seinem Umfeld genau betrachten, welche Rolle Alkohol für einen selbst und auch für Freunde und Verwandte spielt. Es gibt sehr viele Leute, die teilweise 1 Flasche Wein am Tag trinken und voll integriert sind und nicht als Alkoholiker auffallen.

Der Alk kann zur schlimmsten Droge überhaupt werden, weil er so einen guten Ruf in der Gesellschaft hat und Selbstkritik eher bei unbekannten Dingen anzutreffen ist.

lg, fenris


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 19:21 
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Registriert: 31.10.2002 - 21:45
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Bis man eine körperliche Alkoholabhängigkeit entwickelt, kann es sehr lange gehen. Noch viel, viel länger geht es, bis sich dei Betroffenen dies eingestehen und das als Problem ansehen. Vor 40 Jahren begibt sich kaum jemand in eine Behandlung... Und wenn man Glück hat, kann man dann das Ganz noch als Burnout oder Depression deklarieren...
Wie bei den meisten Drogen geht es mit der psychischen Abhängigkeit einiges schneller. Für sehr viele gehört Alkohol einfach zum Feiern dazu; Alkohol gibt dem Leben Inhalt (wenn es denn die Arbeit und das Privatleben schon nicht tun...).


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 20:34 
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Die meisten Trinker, trinken aufgrund von psychischen Problemen, wirklich neurologische Ursachen hat das Trinkverhalten bei den wenigsten.

Der Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ist viel zu leichtfertig. Früher hat man den Leuten noch maßvolles trinken beigebracht und heute lernen die Kiddies, dass sich wegschießen und Schnappstrinken total normal sind. Das ganze mit ein wenig MTV-Lifestyle gepaart und schon hat man den Jugendlichen, der den "Standard-Exzess" als normal empfindet.

Gesoffen wurde immer und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Solange man sich selbst im Griff hat ist alles OK. Wenn andere einen stark beeinflussen oder der Alk einen im Griff hat, dann ist es nicht OK.

Binsenweisheiten wie: "Wer Abends Alk trinkt ist kein Trinker."
oder "Alkoholiker trinken nur Bier und Schnapps"
"Wein ist gesund"

auf sowas sollte man sich nicht verlassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 07:24 
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Fenris hat geschrieben:
...und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Worauf beziehst du dich da?

Es gibt verschiedene "Definitionen". Ich denke, das, worauf du dich beziehst ist die Definition, was als unbedenklich (risikoarm) gilt; also 1 Standardglas (Frau) bzw. 2 Standardgläser (Mann) pro Tag; möglichst nie mehr als 5-7 Standardgläser zu einer Gelegenheit. Das heisst nicht, dass jeder, der mehr trinkt, Alkoholabhängig ist.

Für die Diagnose einer Abhängigeit gelten die Kriterien nach ICD-10 bzw DSM-IV, wo die Kriterien dann schon sehr genau festgelegt sind: http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/.../51_Haefner_Alkohol_ICD.ppt


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 10:11 
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Ich kann da aus meiner Erfahrung sagen, es ist vor allem eine "Kopfsache", wenn man Alkohol missbraucht um zum Beispiel Probleme zu vergessen, unangenehme Situationen besser zu meistern oder negative Gefühle zu unterdrücken, lernt das Gehirn mit Alkohol komme ich im Leben besser klar. Jetzt ganz vereinfacht ausgedrückt. So wäre schon mal ein Grundstein für die psychische Abhängigkeit gelegt. Der Körper weiß, eine schlecht einzuschätzende Situation kommt auf mich zu und dein Verstand sagt dir, ja vorher unbedingt etwas trinken dann kann ich das besser überstehen. Der Körper verlangt dann auch zwischendurch Alkohol ohne Grund und du trinkst. Es geht ja alles leichter. Eines Morgens wachst du auf und fühlst dich unwohl, bis du dann gecheckt hast das dies die ersten Anzeichen für einen körperlichen Entzug sind, bist du ein Alkoholiker.
Um zu deiner Frage zurück zu kommen, sicherlich muss man täglich einige Bier oder Hochprozentiges trinken, damit eine körperliche Abhängigkeit entsteht; aber die Motivation aus der du heraus den Alkohol konsumierst, spielt auch eine große Rolle. Jeder Mensch ist anders, zum Glück.

Liebe Grüße
eM-Key


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 11:24 
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Tissy hat geschrieben:
Fenris hat geschrieben:
...und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Worauf beziehst du dich da?
[/url]


Die eigentlichen Definitionen werden stetig abgeändert.
Deswegen ist imho nur wichtig, dass man gesund ist und klar kommt.
Wenn man sich auf eine Menge festlegt und denkt, wenn man diese Menge überstreitet ist man süchtig, der macht sich schon von der Menge "abhängig".

Soll nicht heißen, dass ich nichts auf die Meinung von Experten gebe, aber
eine zentralisierte Meinung halte ich für gefährlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 12:33 
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Die diagnostischen Kriterien nach ICD 10 und DSM IV beziehen sich ja eben nicht auf Mengen! Wobei das natürlich die Kriterien für eine Alkohol-Abhängigkeit sind. "Trinker" wird eigentlich nur umgangssprachlich verwendet - das ist dementsprechend auch nicht definiert...


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 14:26 
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Mich regt es einfach auf, dass sich diese Standards so schnell verändern.
Das ist genauso wie mit dem Alkohol im Straßenverkehr, da wurden die Standards immer wieder geändert anstatt gleich 0 Promille.


Ich sehe nicht umbedingt kritisch was da jetzt drin steht, sondern eher in welcher Form das ganze zusammengefasst wird. In diesem Thread habe ich Videos zum Thema: Krankheiten, die früher keine waren.

Dass soll nicht heißen, dass die damit unrecht haben, denn Alkoholismus ist wirklich übel. Ich würde es nur im Auge behalten ob sich das ganze nicht nochmal verändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 20.01.2011 - 10:50 
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Ich glaube Freebird wollte etwas wissen was bei anderen Drogen angegeben ist aber nur bei Alkohol nicht. Wenn man jeden Tag was konsumiert, also jeden Tag soviel Alkohol trinkt das man den ganzen Tag über etwas im Blut hat bzw. besser gesagt man trinkt immer wenn man kann, wie lange es dauert bis man körperlich erste Anzeichen der Abhängigkeit bemerkt. Und bei Benzos/Heroin sind es ja so um die 2 Wochen, nur jetzt ist die Frage, wie lange es bei Alkohol dauert. Ich würde jetzt mal spontan sagen, das es auf jeden Fall länger dauert, da Alkohol ja relativ schnell abgebaut wird und man so auch womöglich trotz durchgehenden Trinkens eventuell Phasen hat, in denen man nüchtern ist. Beispielsweise früh morgens bevor man anfängt zu trinken. Das hat man ja bei Benzos Opioiden nicht, wegen der HWZ. Auch bei GBL dauert es ja wegen der sehr kurzen hwz meistens länger als 2 Wochen.

Im Internet gibts dazu keine Aussage, man könnte es höchstens aus Erfahrungen von Usern sagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 20.01.2011 - 21:27 
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Beiträge: 4
Ich denke auch, dass man das pauschal nicht sagen kann. Ich trinke seit meinem 15. Lebensjahr jedes Wochenende, früher war es sogar mehr, aber ich könnte jederzeit darauf verzichten. Ich denke auch, dass man immer einen gewissen Pegel haben muss und das über eine gewisse Zeit. Dann hat sich der Körper dran gewöhnt und man bekommt entzugserscheinungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 11:04 
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Beiträge: 67
Wohnort: Wirschhausen
Ja man kann nicht genau sagen wieviel und wielange man trinken muss um körperlich abhängig zu werden! mein Vater ist Alkoholiker und bei ihm hat es sich nach und nach eingeschlichen,irgendwann brauch der Körper dies.Mein Vater muss zb. seinen pegel haben um nicht entzügig zu werden.Er war auch schon des öfteren zur Entgiftung und bekommt dort dann Distraneurin um keine Krämpfe oder ein Delirium zu bekommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 11:30 
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Beiträge: 9
ich glaube das die Psyche eines Menschen auch Einfluss darauf hat wie schnell man Symptome einer körperlichen Abhängigkeit entwickelt....


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 16:59 
Zitat:
ich glaube das die Psyche eines Menschen auch Einfluss darauf hat wie schnell man Symptome einer körperlichen Abhängigkeit entwickelt....

Ich denke dass die Psyche einen grossen Einfluss drauf hat wie man die Symptome einer körperlichen Abhängigkeit wahrnimmt. Auf die Entwicklung glaube ich aber eher weniger....


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