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 Betreff des Beitrags: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 05:40 
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Ich stelle mir diese Frage schon eine ganze Weile, so ungefähr seit ich bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie sehr viele Alkoholsüchtige mit körperlichen Entzugserscheinungen gesehen habe: Wie lange und wie viel muss man trinken, um körperlich von Alkohol abhängig zu werden? Ich meine ich kenne so einige die nach meinen Maßstäben viel trinken, aber keiner von denen kriegt das Zittern wenn er aufhört.

Bei GBL und Benzos rechnet man ja meistens so mit nem Monat. Ich kann mir aber irgendwie schwer vorstellen, wie jemand nen ganzen Monat richtig betrunken sein kann ohne an Dehydration oder sonstwas abzukratzen.

Ja, es ist nicht bei allen das Gleiche und man kann sich nur auf Erfahrungswerte berufen, aber das ist ja immer so und deshalb frag ich ja auch.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 13:44 
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Ich glaub nicht, dass man pauschal sagen kann "ab da und da wird man süchtig"! Ich selbst hab auch Jahrelang
gesoffen wie ein Loch. Hatte auch nie das Zittern was du beschreibst. Ich hatte vielleicht ein paar unruhige Nächte, mehr nicht.
Andere wiederum trinken ein paar Wochen und sind dann voll abhängig.
Ich denke auch, dass es auch drauf ankommt was man trinkt. Wenn man täglich sehr viel Schnaps trinkt, glaube ich, dass es
viel härter ist, als wenn man täglich "nur" ein paar Bier trinkt. Kann ich aber nicht genau sagen, weils bei mir nicht so war.
Hab beides "ausprobiert" aber nicht wirklich einen Unterschied gemerkt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 18:38 
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Die psychischen Abhängigkeit ist einhergehend mit der eigentlichen körperlichen Abhängigkeit.
Das ganze ist zwar wissenschaftlich getrennt, hat aber erstmal wenig zu sagen, dass man nicht zittert.

Es gibt genug Leute, die sich einfach jedes WE wegballern müssen. Klar haben die keine Entzugserscheinungen aber "abhängig" in gewisser Weise sind diese Leute trotzdem.

Das Thema ist sehr Komplex, es gibt ja auch Leute mit sog. Co-Abhängigkeit.
Die Trinken z. B. nur weil der Partner oder Freunde trinken und merken garnicht wie .es immer weiter entgleist, weil das Umfeld auch stetig mehr trinkt bzw. ignorieren sie bestimmte Dinge,
dann werden 3,0 Promillezustände von manchen Menschen als "normal" empfunden und es kommt erst zu "Therapie" wenn es viel zu spät ist oder nie.

Durch Abstinenz von 2 Monaten kann man in seinem Umfeld genau betrachten, welche Rolle Alkohol für einen selbst und auch für Freunde und Verwandte spielt. Es gibt sehr viele Leute, die teilweise 1 Flasche Wein am Tag trinken und voll integriert sind und nicht als Alkoholiker auffallen.

Der Alk kann zur schlimmsten Droge überhaupt werden, weil er so einen guten Ruf in der Gesellschaft hat und Selbstkritik eher bei unbekannten Dingen anzutreffen ist.

lg, fenris


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 19:21 
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Bis man eine körperliche Alkoholabhängigkeit entwickelt, kann es sehr lange gehen. Noch viel, viel länger geht es, bis sich dei Betroffenen dies eingestehen und das als Problem ansehen. Vor 40 Jahren begibt sich kaum jemand in eine Behandlung... Und wenn man Glück hat, kann man dann das Ganz noch als Burnout oder Depression deklarieren...
Wie bei den meisten Drogen geht es mit der psychischen Abhängigkeit einiges schneller. Für sehr viele gehört Alkohol einfach zum Feiern dazu; Alkohol gibt dem Leben Inhalt (wenn es denn die Arbeit und das Privatleben schon nicht tun...).


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 26.12.2010 - 20:34 
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Die meisten Trinker, trinken aufgrund von psychischen Problemen, wirklich neurologische Ursachen hat das Trinkverhalten bei den wenigsten.

Der Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft ist viel zu leichtfertig. Früher hat man den Leuten noch maßvolles trinken beigebracht und heute lernen die Kiddies, dass sich wegschießen und Schnappstrinken total normal sind. Das ganze mit ein wenig MTV-Lifestyle gepaart und schon hat man den Jugendlichen, der den "Standard-Exzess" als normal empfindet.

Gesoffen wurde immer und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Solange man sich selbst im Griff hat ist alles OK. Wenn andere einen stark beeinflussen oder der Alk einen im Griff hat, dann ist es nicht OK.

Binsenweisheiten wie: "Wer Abends Alk trinkt ist kein Trinker."
oder "Alkoholiker trinken nur Bier und Schnapps"
"Wein ist gesund"

auf sowas sollte man sich nicht verlassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 07:24 
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Fenris hat geschrieben:
...und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Worauf beziehst du dich da?

Es gibt verschiedene "Definitionen". Ich denke, das, worauf du dich beziehst ist die Definition, was als unbedenklich (risikoarm) gilt; also 1 Standardglas (Frau) bzw. 2 Standardgläser (Mann) pro Tag; möglichst nie mehr als 5-7 Standardgläser zu einer Gelegenheit. Das heisst nicht, dass jeder, der mehr trinkt, Alkoholabhängig ist.

Für die Diagnose einer Abhängigeit gelten die Kriterien nach ICD-10 bzw DSM-IV, wo die Kriterien dann schon sehr genau festgelegt sind: http://www.psychologie.uni-wuerzburg.de/.../51_Haefner_Alkohol_ICD.ppt


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 10:11 
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Ich kann da aus meiner Erfahrung sagen, es ist vor allem eine "Kopfsache", wenn man Alkohol missbraucht um zum Beispiel Probleme zu vergessen, unangenehme Situationen besser zu meistern oder negative Gefühle zu unterdrücken, lernt das Gehirn mit Alkohol komme ich im Leben besser klar. Jetzt ganz vereinfacht ausgedrückt. So wäre schon mal ein Grundstein für die psychische Abhängigkeit gelegt. Der Körper weiß, eine schlecht einzuschätzende Situation kommt auf mich zu und dein Verstand sagt dir, ja vorher unbedingt etwas trinken dann kann ich das besser überstehen. Der Körper verlangt dann auch zwischendurch Alkohol ohne Grund und du trinkst. Es geht ja alles leichter. Eines Morgens wachst du auf und fühlst dich unwohl, bis du dann gecheckt hast das dies die ersten Anzeichen für einen körperlichen Entzug sind, bist du ein Alkoholiker.
Um zu deiner Frage zurück zu kommen, sicherlich muss man täglich einige Bier oder Hochprozentiges trinken, damit eine körperliche Abhängigkeit entsteht; aber die Motivation aus der du heraus den Alkohol konsumierst, spielt auch eine große Rolle. Jeder Mensch ist anders, zum Glück.

Liebe Grüße
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Nicht alle sind glücklich, die glücklich scheinen.
Manche lachen nur um nicht zu weinen.

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Und ja, ich weiß, dass ich total verwöhnt bin!


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 11:24 
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Tissy hat geschrieben:
Fenris hat geschrieben:
...und was die "Suchtexperten" so sagen finde ich auch nicht immer gut,
da nach deren Definition 90% der Bevölkerung Trinker wären.

Worauf beziehst du dich da?
[/url]


Die eigentlichen Definitionen werden stetig abgeändert.
Deswegen ist imho nur wichtig, dass man gesund ist und klar kommt.
Wenn man sich auf eine Menge festlegt und denkt, wenn man diese Menge überstreitet ist man süchtig, der macht sich schon von der Menge "abhängig".

Soll nicht heißen, dass ich nichts auf die Meinung von Experten gebe, aber
eine zentralisierte Meinung halte ich für gefährlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 12:33 
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Die diagnostischen Kriterien nach ICD 10 und DSM IV beziehen sich ja eben nicht auf Mengen! Wobei das natürlich die Kriterien für eine Alkohol-Abhängigkeit sind. "Trinker" wird eigentlich nur umgangssprachlich verwendet - das ist dementsprechend auch nicht definiert...


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.12.2010 - 14:26 
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Mich regt es einfach auf, dass sich diese Standards so schnell verändern.
Das ist genauso wie mit dem Alkohol im Straßenverkehr, da wurden die Standards immer wieder geändert anstatt gleich 0 Promille.


Ich sehe nicht umbedingt kritisch was da jetzt drin steht, sondern eher in welcher Form das ganze zusammengefasst wird. In diesem Thread habe ich Videos zum Thema: Krankheiten, die früher keine waren.

Dass soll nicht heißen, dass die damit unrecht haben, denn Alkoholismus ist wirklich übel. Ich würde es nur im Auge behalten ob sich das ganze nicht nochmal verändert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 20.01.2011 - 10:50 
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Ich glaube Freebird wollte etwas wissen was bei anderen Drogen angegeben ist aber nur bei Alkohol nicht. Wenn man jeden Tag was konsumiert, also jeden Tag soviel Alkohol trinkt das man den ganzen Tag über etwas im Blut hat bzw. besser gesagt man trinkt immer wenn man kann, wie lange es dauert bis man körperlich erste Anzeichen der Abhängigkeit bemerkt. Und bei Benzos/Heroin sind es ja so um die 2 Wochen, nur jetzt ist die Frage, wie lange es bei Alkohol dauert. Ich würde jetzt mal spontan sagen, das es auf jeden Fall länger dauert, da Alkohol ja relativ schnell abgebaut wird und man so auch womöglich trotz durchgehenden Trinkens eventuell Phasen hat, in denen man nüchtern ist. Beispielsweise früh morgens bevor man anfängt zu trinken. Das hat man ja bei Benzos Opioiden nicht, wegen der HWZ. Auch bei GBL dauert es ja wegen der sehr kurzen hwz meistens länger als 2 Wochen.

Im Internet gibts dazu keine Aussage, man könnte es höchstens aus Erfahrungen von Usern sagen.

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obstfliege hat geschrieben:
Kontrollierter Drogenkonsum ist eher eine Qual als ein Spaß! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 20.01.2011 - 21:27 
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Ich denke auch, dass man das pauschal nicht sagen kann. Ich trinke seit meinem 15. Lebensjahr jedes Wochenende, früher war es sogar mehr, aber ich könnte jederzeit darauf verzichten. Ich denke auch, dass man immer einen gewissen Pegel haben muss und das über eine gewisse Zeit. Dann hat sich der Körper dran gewöhnt und man bekommt entzugserscheinungen.


Zuletzt geändert von ravediddi am 23.01.2011 - 11:56, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 11:04 
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Ja man kann nicht genau sagen wieviel und wielange man trinken muss um körperlich abhängig zu werden! mein Vater ist Alkoholiker und bei ihm hat es sich nach und nach eingeschlichen,irgendwann brauch der Körper dies.Mein Vater muss zb. seinen pegel haben um nicht entzügig zu werden.Er war auch schon des öfteren zur Entgiftung und bekommt dort dann Distraneurin um keine Krämpfe oder ein Delirium zu bekommen.

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Dein Neid ist meine Anerkennung, dein Hass mein Sieg, wenn du hinter meinem Rücken redest weis ich das du mich zum Mittelpunkt deines Lebens machst und dafür danke ich dir !!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 11:30 
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ich glaube das die Psyche eines Menschen auch Einfluss darauf hat wie schnell man Symptome einer körperlichen Abhängigkeit entwickelt....


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.01.2011 - 16:59 
Zitat:
ich glaube das die Psyche eines Menschen auch Einfluss darauf hat wie schnell man Symptome einer körperlichen Abhängigkeit entwickelt....

Ich denke dass die Psyche einen grossen Einfluss drauf hat wie man die Symptome einer körperlichen Abhängigkeit wahrnimmt. Auf die Entwicklung glaube ich aber eher weniger....


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:10 
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Freebird hat geschrieben:
Ich stelle mir diese Frage schon eine ganze Weile, so ungefähr seit ich bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie sehr viele Alkoholsüchtige mit körperlichen Entzugserscheinungen gesehen habe: Wie lange und wie viel muss man trinken, um körperlich von Alkohol abhängig zu werden? Ich meine ich kenne so einige die nach meinen Maßstäben viel trinken, aber keiner von denen kriegt das Zittern wenn er aufhört.

Bei GBL und Benzos rechnet man ja meistens so mit nem Monat. Ich kann mir aber irgendwie schwer vorstellen, wie jemand nen ganzen Monat richtig betrunken sein kann ohne an Dehydration oder sonstwas abzukratzen.

Ja, es ist nicht bei allen das Gleiche und man kann sich nur auf Erfahrungswerte berufen, aber das ist ja immer so und deshalb frag ich ja auch.


Praktischer Letfaden:
Hast Du am Abend ungeheuer gesoffen und wirst Du am nächsten Morgen entsprechnd unwohl wach, sind die Symptome die Du dann empfindest, das, was man einen "Kater" nennt, Deine ersten Entwöhnungssymptome vom Alkohol. Schon bist Du leicht physisch abhängig. Du glaubst das nicht? Du meinst das sei "nur ein Kater". Ja, so nennt es der Volksmund. Tatsächlich sind es Deine ersten milden Entwöhnungssymptome. Du glaubst es nicht? Wollen wir wetten? Du kannst es Dir selbst beweisen. Trinke etwas auf Deinen Kater hin und es geht Dir sofort beser. Morphingewöhnte kennen diesen dramatischen Übergang vom Unwohlsein zum Gefühl neuer Gesundheit, wenn man sich die morgendliche Morphindosis verabreicht. Am exaktesten trifft es wohl der alte Säuferspruch: "Mache am Morgen mit dem weiter, womit Du am Abend zuvor aufgehört hast".

Nehmen wir an, Du trinkst Dir auf Deinen Kater hin etwas. Was geschieht? Es geht Dir sofort besser! Aber in Wahrheit schiebst Du nur Deinen Kater, Deine Entwöhnungssymptome, vor Dir her, gerade so, wie das auch Morphingewöhnte mit ihren Morphinentwöhnungssymptomen tun. Immer wenn Du findest, dass Dein "Kater" zu stark murrt, trinkst Du Dir erneut einen und schon ist er wieder still und Du bist wieder mitten drin im Jubel des Lebens. Aber damit gewinnt Dein Kater nur immer mehr an Gewicht, mit anderen Worten, Deine physische Abhängigkeit zum Alkohol vertieft sich mehr und mehr und die Entwöhnungssymptome die Du vor Dir herschiebst werden immer stärker. Doch noch fühlst Du Dich wohl dabei. Abhängig von Deiner ureigenen physischen Konstitution kann das einige Zeit so gehen, aber irgendwann kommt der Tag an dem die Symptome der Vergiftung, die Du Deinem Körper regelmäßig zumutest, als sichtbare Symptome nach außen treten. Die meisten davon lassen sich NOCH mit etwas größeren Mengen Alkohols zudecken. Du trinkst und sie weichen in den Hintergrund. Doch in diesem Hintergrund bauen sich zugleich andere Symptome auf die bald nach vorne treten werden und sich nicht mehr so einfach weg trinken lassen. Du könntest zu jedem Zeitpunkt mit dem Trinken aufhören. Alkoholentwöhnungssymptome sind bei weitem nicht si schmerzhaft wie Morphinentwöhnungssymptome und sie dauern auch nicht so lange. Schon am dritten Tag einer Alkoholentwöhnung fühlst Du Dich weitgehend wieder hergestellt. Und selbst die ersten zwei drei Tage sind mit etwas Medizin, wie zum Beispiel Librium, Tranqsilium oder Distrneurin gut zu ertragen. Es schüttelt Dich ein wenig und Du fühlst starke innere Unruhe. Doch Du trinkst weiter und wirst dabei zunehmend schwächer, Du magerst ab, Deine Haut wird fahl, Dir geht rasch die Puste aus und plötzlich trifft Dich völlig unerwartet weil unbekannt, wie aus heiterem Himmel, Dein erste Delirium. Hast Du Glück und einen liben Schutzengel an Deiner Seite, überlebst Du es. Du überlebst es, aber hattest doch das Pecj dabei, dass Du Dir bei einem Fall einige Rippen brichst. Du landest im Krankenhaus, wo Dir eine Ärztin mit einem Sonargerät über Deinen Leib fährt um zu sehen wie es Deinen Rippen geht. Dabei diktiert sie ihrer Assistentin den Befund. Noch halb im Trance hörst Du sie sagen, "Die Rippen könnten rasch wieder in Ordnung sein, wäre da nicht diese deutliche Hepatic cirrhosis, und Du denkst bei Dir, "Hepatic? Hat das nicht etwas mit der Leber zu tun?". Was nun? Deine Antwort wird über Leben und Tod entscheiden. Überlege sie gut. Du kannst jetzt noch aufhören zu trinken, drei vier Tage lang den Kater Deines Lebens durch machen, den Du ohnehin schon viel zu lange vor Dir herschiebst und danach mit einiger Vorsicht noch Jahre, mit etwas Glück sogar Jahrzehnte leben. Du kannst aber auch einfach weiter trinken, bis Deine Leber undurchlässig wird wie das Leder eines alten Armeestiefels und Deine Vena Cava schwillt weil sie ihr Blut nicht mehr durch die Leber zwängen kann. Unter dem wachsenden Druck schwellen gewisse Venen Deines Körpers, unter anderen die Venen in Deiner Luftröhre, die eines Tages nicht mehr weiter schwellen können und platzen. Dann, mein Freund, ersäufst Du in Deinem eigenen Blut. Während Du zum Himmel entschwebst zieht der Gedanke an Dir vorüber, "Hätte ich nur diesen ersten Kater auf mich genommen, oder zumindest einen der späteren", und hinter Dir hörst Du noch jemand sagen: "Ach, ist ja doch alles nur relativ, ob Hasch, Morphin oder Alkohol. Es ist alles gleich gefährlich..." Wohl bekomms!

Der "Kater", sind die ersten milden Alkohol-Entwöhnungssymptome. Wer etwas anderes behauptet, selbst sei er Prof. der Medizin, hat keine Ahnung wovon er spricht!



Zuletzt geändert von CAvH am 21.03.2011 - 19:25, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:20 
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Beiträge: 248
Ein Kater ist nichts anderes als die Symptome der Dehydration und anderen Mangelerscheinungen, ausgelöst durch den Alkoholkonsum. Das hat überhaupt nichts
mit Entzugserscheinungen zu tun. Wenn du mir erzählen willst, dass es einem besser geht, wenn man am nächsten Morgen wieder was trinkt, hast du in deinem
Leben noch nicht gesoffen. Komm mal bei mir vorbei, wenn es mir nach einer harten Nacht schlecht geht und ich Schnaps, Bier oder was auch immer, trinke.
Dann kotz ich dir alles voll und mein Gejammer danach wird noch schlimmer sein.

Selten so einen Unsinn gelesen. Man mag manche Drogen mehr mögen als andere, aber gezielte Desinformation bringt da auch nichts.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:21 
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Ist ein Aspekt des Katers nicht auch, dass man seinen Körper vergiftet bzw. dehydriert hat und eben deswegen der Kater auftriitt? Also ein körperliche Schädigung in dem Sinne mein ich.

Das einzige Mal das ich wirklich nen Kater hatte, also mit Kopfschmerzen meine ich, war ich so hackedicht, dass ich wohl nur knapp an einer Alkoholvergiftung vorbegeschlittert bin. Ich trinke schon nicht so viel Alkohol und werde dementsprechend auch relativ schnell an- oder betrunken. Aber mir schlägts dann mehr auf den Magen und ich muss brechen, Kopfschmerzen hab ich nie. Gegen die Übelkeit am Morgen hilft auch wieder Trinken nicht bzw. ich brächte gar nix an Alkohol mehr runter.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:30 
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Man wird immer von diesen klugen Leuten überfallen, die Ihr Wissen aus anderer Leute Hand bekommen haben und sich damit klug vorkommen. Ich habe schon mehrere dieser Alkoholentwöhnungen hinter mir. Glaubst Du nicht dass ich weiß wovon ich spreche? Deydrierung, mein Arsch. Dehydrierung ist Bestandteil, mehr nicht. Aber schon stehe ich wieder vor dem Problem dass ich mich mit Naseweisen abkämpfen müsste, die wahrscheinlich noch nie durchlebt hatten wovon sie sprechen, und das geht einfach über meine Kräfte. Glaubt was ihr wollt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:33 
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@ madman
bekommt ihr keine zittrigen hände nach nem durzechten wochenende.?
ich würde cavh`s these nicht als unsinn abtun.
es kommt halt darauf an wie man gewöhnung / entzug / sucht definiert.

und geht nicht gleich mit der verbalen keule aufeinander los.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:42 
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CAvH hat geschrieben:
Man wird immer von diesen klugen Leuten überfallen, die Ihr Wissen aus anderer Leute Hand bekommen haben und sich damit klug vorkommen. Ich habe schon mehrere dieser Alkoholentwöhnungen hinter mir. Glaubst Du nicht dass ich weiß wovon ich spreche? Deydrierung, mein Arsch. Dehydrierung ist Bestandteil, mehr nicht. Aber schon stehe ich wieder vor dem Problem dass ich mich mit Naseweisen abkämpfen müsste, die wahrscheinlich noch nie durchlebt hatten wovon sie sprechen, und das geht einfach über meine Kräfte. Glaubt was ihr wollt.


Ich möchte dir ja nicht zu nahe treten aber nur weil man die körperlichen Symptome eines Entzuges erlebt hat (wobei "nur" hier sicher nicht wertend betr. Entzug gemeint ist), heisst das ja nicht automatisch, dass man danach das medizinische Allwissen über die Substanz hat.

Abgesehen davon: genau so wenig wenig wie ich was mir ein Arzt sagt einfach so glaube, glaube ich auch nicht alles was in einem Forum anonym geschrieben wird. Meines Erachtens spielt Dehydrierung beim Kater eine Rolle. Deine Theorie tönt auch logisch und spielt wohl ebenfalls eine. Aber was wie stark gewichtet werden muss, kann ich nicht beurteilen wenn ich nicht mehr Wissen über Studien usw. habe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:44 
Sternesammler
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Das ist keine "These". Ich habs nur erlebt.
Man muss nicht notwenigerweise schon nach einer durchzechten Nacht zittrige Hände haben. Bei vielen Leuten kommen die erst nach einigen durchzechten Tagen und Nächten. Hast Du aber schon nach einer durchzechten Nacht zittrige Hände, weist das darauf hin, dass Dein Körper, Dein Nervenkostüm, Alkohol schlecht verträgt und das er auf Deinen Organismus möglicherweise rascher giftig wirkt als auf den anderer Leute...


Doch zittrige Hände sind noch eine zahme Geschichte. Hat der Tremor Dich richtig zu packen, kannst Du kaum mehr laufen, weil Deine Beine unter Dir sich so verhalten als seien sie aus Gummi, und versuchst Du Suppe zu löffeln, gibs auf, sie fliegt nur unkontrolliert durch den Raum...


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:51 
Sternesammler
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Registriert: 20.11.2010 - 12:57
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Tatsu hat geschrieben:
CAvH hat geschrieben:
Man wird immer von diesen klugen Leuten überfallen, die Ihr Wissen aus anderer Leute Hand bekommen haben und sich damit klug vorkommen. Ich habe schon mehrere dieser Alkoholentwöhnungen hinter mir. Glaubst Du nicht dass ich weiß wovon ich spreche? Deydrierung, mein Arsch. Dehydrierung ist Bestandteil, mehr nicht. Aber schon stehe ich wieder vor dem Problem dass ich mich mit Naseweisen abkämpfen müsste, die wahrscheinlich noch nie durchlebt hatten wovon sie sprechen, und das geht einfach über meine Kräfte. Glaubt was ihr wollt.


Ich möchte dir ja nicht zu nahe treten aber nur weil man die körperlichen Symptome eines Entzuges erlebt hat (wobei "nur" hier sicher nicht wertend betr. Entzug gemeint ist), heisst das ja nicht automatisch, dass man danach das medizinische Allwissen über die Substanz hat.

Abgesehen davon: genau so wenig wenig wie ich was mir ein Arzt sagt einfach so glaube, glaube ich auch nicht alles was in einem Forum anonym geschrieben wird. Meines Erachtens spielt Dehydrierung beim Kater eine Rolle. Deine Theorie tönt auch logisch und spielt wohl ebenfalls eine. Aber was wie stark gewichtet werden muss, kann ich nicht beurteilen wenn ich nicht mehr Wissen über Studien usw. habe.


Es steht Dir frei zu glauben, was immer Dir zusagt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:54 
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CAvH hat geschrieben:
Tatsu hat geschrieben:
CAvH hat geschrieben:
Man wird immer von diesen klugen Leuten überfallen, die Ihr Wissen aus anderer Leute Hand bekommen haben und sich damit klug vorkommen. Ich habe schon mehrere dieser Alkoholentwöhnungen hinter mir. Glaubst Du nicht dass ich weiß wovon ich spreche? Deydrierung, mein Arsch. Dehydrierung ist Bestandteil, mehr nicht. Aber schon stehe ich wieder vor dem Problem dass ich mich mit Naseweisen abkämpfen müsste, die wahrscheinlich noch nie durchlebt hatten wovon sie sprechen, und das geht einfach über meine Kräfte. Glaubt was ihr wollt.


Ich möchte dir ja nicht zu nahe treten aber nur weil man die körperlichen Symptome eines Entzuges erlebt hat (wobei "nur" hier sicher nicht wertend betr. Entzug gemeint ist), heisst das ja nicht automatisch, dass man danach das medizinische Allwissen über die Substanz hat.

Abgesehen davon: genau so wenig wenig wie ich was mir ein Arzt sagt einfach so glaube, glaube ich auch nicht alles was in einem Forum anonym geschrieben wird. Meines Erachtens spielt Dehydrierung beim Kater eine Rolle. Deine Theorie tönt auch logisch und spielt wohl ebenfalls eine. Aber was wie stark gewichtet werden muss, kann ich nicht beurteilen wenn ich nicht mehr Wissen über Studien usw. habe.


Es steht Dir frei zu glauben, was immer Dir zusagt.


Das sowieso. :) Mehr Fakten anstelle von persönlichen Erlebnissen (wobei die auch Lehrreich sind, kein Zweifel. Nur ist es imho halt so, dass man nur weil man die Auswirkungen selbst erlebt hat es nicht heisst, dass man auch automatisch die einzig richtige Schlussfolgerung zieht) wären halt zum Meinungsbilden hilfreich. Ich will schliesslich nicht nur glauben sondern, so weit möglich, wissen. :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Körperliche Abhängigkeit
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.03.2011 - 19:56 
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für mich klingt das mit der dehydrierung und dem mineralienverlust zu einfach und beschönend.
alkoholsucht ist ein verdammt komplexes thema.
ich finde cavh`s ansichten einleuchtend.
die grösse der problematik zeigt doch, dass man neue denkansätze benötigt.

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