Hübsch, wenn man in den Medien immer wieder auf Berichte stößt die zeigen, wie gesund Alkohol doch ist. Man möchte meinen, je mehr man säuft, desto gesünder wird man. Deine Frage kann ich beantworten: Alkohol ist ein Zellengift, wobei es als erstes die mehr empfindlicheren Zellen, die des peripheren und zentralen Nervensystems trifft. Inwieweit Nervenzellen nachwachsen ist eine Frage, die ich nicht exakt beantworten kann. Es scheint Möglichkeiten zu geben, ihr Wachstum zu fördern, zumindest im Bereich des peripheren Nervensystems, durch einen Stoff namens Alpha Lipolsäure. Das soll angeblich das Wachsutm peripherer Nervenzellen etwas anregen. Säufst Du ordentlich, kann es geschehen, dass Du gegen eine Wand prallst die sich "Korsakov" nennt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Korsakow-Syndrom . Dabei handelt es sich um eine schwere Störung des Gedächtnisses aufgrund einer Alkoholbedingten Stoffwechselstörung, Mangel an Thiamin etc etc. Ich bin in so manchen Fällen mit dem Jonglieren dieser Wissenschaftler nicht einverstanden, will darauf aber nicht weiter eingehen. Deshalb wollen wir in diesem Fall aus purer Bequemlichkeit die gegebene Erklärung der Wikipedia schlucken.
Ich hatte die Ehre, in der berühmten Jellinek Klink Amsterdams eine zwölftägige Alkohol Entwöhnung zu durchlaufen. Dabei ließ man uns Dia Aufnahmen von Gehirnschäden sehen, die durch übermäßiges saufen entstehen können. Hatte ich es richtig verstanden, ist man hierbei schon über das Korakov Syndrom hinaus oder es ist Teil eines Fortgeschrittenen. Man stelle sich ein menschliches Gehirn vor, das vor einem auf dem Tisch liegt, mit all den Furchen und Windungen und so. Wir betrachten es von oben. Dabei sieht man Löcher, richtig in die Tiefe gehende Löcher, etwa im Durchmesser eines Mittelfingers oder eines Daumens, die wie ein Schrottschuss über die Gehirnoberfläche verteilt, in die Tiefe gehen. Ich hatte zuvor schon einmal davon gehört. Hat man es aber als scharf gestochene Farbaufnahme vor Augen, sieht es dann doch etwas anders aus als in der bloßen Vorstellung. Das ist der Substanzverlust an Nervenzellen des Gehirns, hervorgerufen durch übermäßigen, und ich meine langzeitlichen ÜBERMÄSSIGEN Alkoholkonsum. Als Wochenendsäufer kriegt man das vermutlich nicht hin. Es gibt, wie ich meine, eine medizinische Bezeichnung für das Phänomen, ich erinnere mich nicht mehr so richtig (mein Korsakov sitzt mir im Nacken), aber es kann gut sein, dass auch diese Löcher im Gehirn noch zum Korsakov Syndrom zählen. Das Alkohol verblödet, ist leicht festzustellen. Man sieht es nicht unbedingt an Leuten die selten trinken und nur ab und zu betrunken sind, aber man sieht es deutlich an Leuten die dauernd trinken. Sie verrohen mit der Zeit, sie sitzen entweder nur betrübt, leicht verängstigt und reizbar da wenn es ihnen an Alkohol fehlt. Haben sie aber den Spiegel erreicht mit dem sie sich wohlfühlen, dabei müssen sie keineswegs besoffen wirken, nicht torkeln oder mit schwerer Zunge reden, sind sie überwiegend interessiert an Dingen, die zu Gelächter reizen. Sie witzeln über alles, wobei ihre Witzeleien mit der Zeit immer dümmlicher und somit immer peinlicher werden. Am Ende sind immer sie die einzigen die noch über ihre Witze lachen. Beobachtet man sie weiter, sieht man sie einen Reduktionsprozess des Geistes vollführen der an einen Rückgang vom Mensch zum Tier erinnert. Sie verrohen moralisch und verblöden einfach immer mehr, stumpfen vom Intellekt her auffallend ab, ihr Alkoholkosum nimmt zu, sie werden grauer und grauer im Gesicht, verlieren an Gewicht, bleiben dabei aber völlig fröhlich und fallen irgendwann laut lachend ins Grab. Das ist eine Art. Es gibt Varianten. Je nach Stoffwechselbeschaffenheit vertragen die Leute Alkohol verschieden. Ich war zum Beispiel durchaus in der Lage, drei F0,75l Flaschen Rum mit 42% zu trinken und wirkte dabei nie besoffen, immer nur leicht angetrunken, angeheitert, wie man so sagt. Ich bekam einen roten Kopf, wurde fröhlich und verbrachte eine gute Zeit. Irgendwann während der vierten Flasche fühlte ich das ich müde wurde und die Müdigkeit die Fröhlichkeit verhinderte, also ging ich nachhause und schlief. Ich bin der AUffassung das dieser Stoffwechseltypus am meisten durch den Alkohol gefährdet ist. Leute, die Alkohol offenbar gut vertragen, werden weniger daran erinnert, welche Zerstörung er im selben Moment in dem er sie fröhlich hält, in ihrem Körper anrichtet. Sie sind dann auch völlig überrascht wenn sie nach Jahren der Trinkerei plötzlich von einem Arzt hören, dass sie bereits mit einem Bein im Grab stehen und gerade im Begriffe sind, das andere Bein nachzuziehen. Ich denke, damit habe ich Deine Frage ausreichend beantwortet?
Bevor sich Anzeichen eines dauernden Schadens am zentralen Nervensystems ergeben, wird das periphere Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen. Die Füße werden taub, manchmal auch die Hände. Das sind Folgen des Absterbens von Zellen des peripheren Nervensystems. Ich denke, damit habe ich Deine Frage ausreichend beantwortet. Alkohol ist toxisch. Er tötet Zellen und zu aller erst die Zellen des Nervensystems.