Zitat:
@animal und eine offene beziehung mit mehreren leuten wäre auch nichts?
Hab ich noch nicht ausprobiert. Aber ganz ehrlich, das ist mir zu aufwendig. Als würde ich auf Anhieb ein paar Leute finden, die dazu bereit wären UND die mir gefallen (meine Ansprüche an andere sind immens!). Ausserdem bin ich ein eifersüchtiger Mensch. Ich glaube, das würde schwierig werden. Auch bei den ganzen Spiessern in der Schweiz.
@dope as usual
Schöner Beitrag, danke
Finde C.G Jung ist eh immer ein Gedankengang wert. Allerdings sehe ich auch das Problem das lsd_adept beschrieben hat: wir analysieren Umstände, von denen wir glauben, dass sie nichts als trügerische Vorstellungen sind, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen - aber die Wahrheit ist im Grunde nichts anderes als das, was wir als das Gegenteil unserer undurchschaubaren Wahrnehmungen betrachten und somit ebenfalls in keinster Weise zu Vollkommenheit verpflichtet. Die Wahrheit an sich existiert ja nicht. Wenn es sie gäbe, müsste es auch Falschheit geben. Und an die glaube ich nicht.
Was Jung beschreibt, könnte man ja im weitesten Sinne lapidar als "Gegensätze ziehen sich an"-Phänomen bezeichnen. Die Seiten, die in unserm Unterbewussten liegen und wir an andern Leuten anziehend finden, bleiben uns verborgen und somit suchen wir sie in andern Menschen. Das mag ja so sein, aber wenn dem so wäre, und wenn es wirklich möglich wäre, dieses Phänomen dadurch aufzuheben, dass man seine gegengeschlechtlichen Seiten zum Vorschein bringt, dann gäbe es ja gar keine Zweierbeziehungen mehr. Das Ding ist aber, dass die Menschen das mögen. Menschen bilden gern Paare.Da mag die Wissenschaft noch lange Befunde aufdecken, die belegen, dass das wider die Natur ist. Aber seit Jahrhunderten macht man das, und es ist ja auch Tatsache, dass es 2 Geschlechter und somit nur eine Art der 2-geschlechtlichen Paarung gibt. Und irgendwelche Anhaltspunkte braucht man ja, um einen Partner zu lieben. Würde jeder mit einer ausgeprägten Weltliebe rumlaufen, wüsste man ja gar nicht mehr, in wen man sich verlieben soll, nein, es ginge ja auch nicht mehr (laut Jung). Ob das wirklich der Sinn der Dinge ist?
Ich denke, die Wahrheit existiert einzig und allein in Form vom Leben selbst. So wie man liebt, so ist es richtig, aber das heisst noch lange nicht, dass es GUT ist. Warum ich letztendlich mich zu unberechenbaren, attraktiven, psychisch labilen, manipulativen, sprunghaften und freiheitsliebenden Männern hingezogen fühle, ist mir grundsätzlich scheissegal. Na ja, und eigentlich, wenn ich ehrlich bin, trifft die Mehrzahl dieser Eigenheiten auf mich auch zu. Und ich bin mir dessen ja bewusst, wieso sollte ich es also noch auf andere schieben. Es überrascht mich auch nicht mehr, dass das passiert. Nein, echt, im Grunde ist es zum Verzweifeln.
Was ich viel mehr glaube, ist, dass man Liebe
lernt. Man lernt zu lieben von Eltern und in kleinerer Gewichtung vom Umfeld. Was die Liebe ist, bleibt uns überlassen, wir haben sie erfunden, die existiert an und für sich ja nicht, Liebe ist Leben, Leben existiert nicht. Wenn man so aufwachst wie ich, ohne Elternliebe, dann ist es unwahrscheinlich, dass man das Gefühl kennt, jemandem wichtig zu sein. Man gesteht sich (vor andern!) seine guten Seiten nicht ein, sondern nur die schlechten. Man möchte für das geliebt werden, was man an sich kennt, und wenn die Eltern einem immer das Gefühl gegeben haben, scheisse zu sein, dann denkt man: Okay, für's scheisse sein kann ich wohl kaum geliebt werden.
ich meine; ich weiss ja, dass ich nicht scheisse bin, aber wenn die Eltern das vermitteln, dann bleibt dieses Gefühl in einem bestehen, dass andere Menschen das auch so sehen. Dabei geht es eigentlich nur darum, dass ich glücklich bin. Und das bin ich eigentlich auch. Aber jetzt wird's halt wieder primitiv: man möchte von andern glücklich gemacht werden. Und das ist sehr schwierig, wenn man bislang der einzige Mensch ist, der einen selbst glücklich gemacht hat im Leben...