Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Probleme mit Polizei und Justiz.
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DTJoe
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Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon DTJoe » 13.01.2012 - 11:38

Hey liebe Community,

Ich hab seit vorletzten Dienstag ein mehr oder weniger dickes
Problem am start... ich wurde in unserer kleinstadt hier direkt von der Polizei aufgegriffen und durchsucht!

Gefunden wurden Longpapers, ein Chillum (benutzt) und ein leeres Baggy..

wurde dann sofort mitgenommen aufs Revier (in Handschellen) :D ich dachte die wollen mich verarschen...es war kurz nach 22:00 Uhr als sie mich wieder gehen liessen (einen Ort weiter).

Am nächsten Tag sollte ich wegen so einer Bagatelle zu einer erkennungsdienstlichen Behandlung auftauchen was ich aber nicht tat! Am gestrigen Do. hat mir dann die Polizei höchst persönlich einen Brief mit der Aufforderung am nächsten Donnerstag zu einer erkennungsdienstlichen Behandlung zu kommen, ansonsten meine er würde dies vollstreckt durch die Kriminalpolizei mit folgendem Bußgeld...

Vorgewurfen wird mir in diesem Schreiben: " Allgemeiner Verstoß gg. § 29 BtMG - mit Cannabis (einschließlich Zubereitung) Verdacht Vergehen gg. BtMG mit Cannabis/Amphetamin"

:respect: was die Polizei sich alles aus der Nase ziehen kann... Wie soll ich nun handeln? Anwalt einschalten? Wäre das sehr teuer/bzw kann mich ein Bußgeld erwarten?

Was meint ihr?
grüße

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon nazgul » 13.01.2012 - 12:45

welches land?

wie kommen die auf amphe? war im grip mal welches drin oder haben die das chillum für n rupfröhrchen gehalten? lol

ich würd auf jeden fall hingegen und mal alle angaben machen die du machen musst (personalien, sonst glaub nix). wenn sie dich noch einvernehmen wollen würd ich zugeben was offensichtlich ist, nämlich dass ich konsumiere, und jede weitere aussage verweigern. auf KEINEN FALL angeben wie oft und wieviel du konsumierst, wieviel geld du dafür ausgibst etc. und natürlich auch nicht wo du es gekauft hast ;-) einen anwalt würd ich nicht bemühen. in der schweiz kostet sowas (ohne amphe, davon hab ich keine ahnung) ca. 150 franken, da lohnt sich der anwalt nicht. zumal die sachlage ja relativ klar ist.

meldet sich sicher noch jemand mit mehr ahnung

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poiZEN
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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon poiZEN » 13.01.2012 - 12:51

Am Besten mit Anwalt.
Erkennungsdienstlich bedeutet, sie wollen Deine Fingerprints und Fotos für die Verbrecherkartei (eventuell sogar n Abstrich für die DNA)
Wie weit Du dem Folge leisten musst, dass weiß der Anwalt. Wenn Du allein hingehst wirst Du Dich nur schwer der erkennungsdienstlichen Behandlung widersetzen können.

Wer will schon gerne in der Verbrecherkartei landen und dann auch noch wegen so einer Bagatelle.

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon nazgul » 13.01.2012 - 13:04

poiZEN hat geschrieben:Erkennungsdienstlich bedeutet, sie wollen Deine Fingerprints und Fotos für die Verbrecherkartei (eventuell sogar n Abstrich für die DNA)

bäh hab irgendwie schon gedacht dass ich was übersehe und quatsch verzapfe :-P

wieso schiessen die gleich so rein? warst du aggressiv oder konntest nicht aufs maul sitzen? oder ist das nicht die ganze geschichte?

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon poiZEN » 13.01.2012 - 13:15

Erhoben werden (abhängig von der Jurisdiktion und teilweise vom Anlass) in der Regel folgende Daten der betroffenen Person:

Vorname, Familienname, Wohnort, andere Daten aus Ausweisen und Reisepässen
Alter beziehungsweise Geburtsdatum
Lichtbilder (Fotos)
Körperhöhe, Körpergewicht
besondere körperliche Merkmale (wie Narben, Tätowierungen)
Tonaufnahmen des gesprochenen Wortes
Fingerabdrücke aller zehn Finger sowie Abdrücke beider Handflächen
DNA-Abstrich (Mundhöhlenabstrich), nur auf richterliche Anordnung bei Straftaten von erheblicher Bedeutung (siehe auch DNA-Analyse, Genetischer Fingerabdruck, Speichelprobe)

http://de.wikipedia.org/wiki/Erkennungs ... Behandlung

nimm Dir blos n Anwalt!

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon DTJoe » 13.01.2012 - 13:25

Danke schonmal für die schnelle rückmeldung...

Der Polizist meinte dass in dem Baggy Amphe spuren enthalten sind... war ich aber nicht der meinung... Personalien haben sie mir schon am Tatabend abgenommen....

Das Chillum haben sie für eine Crack Pfeife gehalten, xD die wissen von was sie reden... Nein Aggressiv verhalten habe ich nicht an den Tag gelegt, ich hab ihnen nur deutlich gemacht dass es lächerlich ist und alle Räucher gegenstände legal um die Ecke erhältlich sind!!

Ich lebe in Baden-Württemberg...

grüße

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon sancto » 13.01.2012 - 13:40

kommt mir für bw ziemlich weird vor. besonders, da ja offensichtlich nicht mal substanzen an sich im spiel waren. ich würde höchstwahrscheinlich hingehn um dem schreibe folge zu leisten, würde aber fingerabdrücke etc verweigern. was wollen sie darauf machen ? dich festhalten ? mit welcher begründung. mit gewalt zwingen können sie dich auch nicht. ich würde auch gar nichts sagen von wegen, dass du konsumierst. wenn sie wissen wollen wofür es ist sagst du das ist deine privatsache und fragst, ob es verboten sei sowas zu besitzen. die rückstände sollen sie dir mit vorliegendem laborbericht vorweisen. wenn sie dich dann wirklich net gehn lassen, kannst du immer noch nen anwalt verlangen. wenn sie ( ich geh mal davon aus) nur in der luft fischen und bisschen panik verbreiten wollen werden sie dich dann gehn lassen. ich bin nicht der überpro was so juristischen shit angeht, aber so wie ich das sehe haben die da überhaupt keine rechtslage, unter der sie dir was anhängen können. selbst wenn da minimale rückstände drin hängen sollten, um was für mengen soll das gehn. denke die versuchen dich nur n bisschen anzuficken um zu gucken ob du panik schiebst und was verplapperst.

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon Legend300 » 13.01.2012 - 14:48

DTJoe hat geschrieben:Danke schonmal für die schnelle rückmeldung...

Der Polizist meinte dass in dem Baggy Amphe spuren enthalten sind... war ich aber nicht der meinung... Personalien haben sie mir schon am Tatabend abgenommen....

Das Chillum haben sie für eine Crack Pfeife gehalten, xD die wissen von was sie reden... Nein Aggressiv verhalten habe ich nicht an den Tag gelegt, ich hab ihnen nur deutlich gemacht dass es lächerlich ist und alle Räucher gegenstände legal um die Ecke erhältlich sind!!

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grüße


Also 1. Dickes LOL. Crack Pfeife ? Was zum :D Und 2. einen Anwalt für so eine kleine Sache zu bezahlen, wenn du keinen Familienanwalt hast, lohnt sich nicht. Wenn die Polizei jetzt meint dir irgendwas nachweißen zu können, bitte. Hingehen, keine Aussage machen und fertig. Ein Richter würde die Polizei auslachen wenn sie dem solche Utensilien schickt. Das gilt alles nur falls im Baggy wirklich keine Amphetamin Spuren sind. Falls doch, kannst du zwar mit einer Anzeige rechnen, jedoch wird ein Richter es dann höhst wahrscheinlich fallen lassen.

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon poiZEN » 13.01.2012 - 14:55

Die wollen ja auch keine Aussage, die möchten DICH in der Datenbank:
wenn der Richter oder Staatsanwalt anordnet eine erkennungsdienstliche Behandlung zu machen, dann wird er sich nicht dagegen wehren können.
da würde ich mir schon einen Anwalt nehmen.
@Legend300, Du scheinst noch sehr jung zu sein und keinen Plan von der Vorgehensweise der Behörden zu haben, wenn Du ihm in diesem Fall von einem Anwalt abrätst. Eine "erkennungsdienstliche Behandlung" ist keine Anhörung, wo man mal eben nichts sagt!

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon Legend300 » 13.01.2012 - 15:10

poiZEN hat geschrieben:Die wollen ja auch keine Aussage, die möchten DICH in der Datenbank:
wenn der Richter oder Staatsanwalt anordnet eine erkennungsdienstliche Behandlung zu machen, dann wird er sich nicht dagegen wehren können.
da würde ich mir schon einen Anwalt nehmen.
@Legend300, Du scheinst noch sehr jung zu sein und keinen Plan von der Vorgehensweise der Behörden zu haben, wenn Du ihm in diesem Fall von einem Anwalt abrätst. Eine "erkennungsdienstliche Behandlung" ist keine Anhörung, wo man mal eben nichts sagt!


Jung ja, keine Ahnung haben, nein. Ich hatte schon das volle Programm, Stichwort: Kreditkartenbetrug. Ich bin nicht Stolz drauf und hatte auch eine erkennungsdienstliche Behandlung, ohne Anwalt. Aussage verweigert und erst danach meinen Anwalt kontaktiert. Und natürlich ist es eine Anhörung wo man nichts sagen kann. Denn das ist dein gutes Recht. Entweder du beziehst Stellung oder nicht. Im Endeffekt müssen Sie dich einer Straftat überführen.

Deswegen mein Rat: Gar nicht hingehen. Denn:

Es geht nicht um § 81b 1. Alt. StPO (zur Durchführung eines Strafverfahrens) sondern um § 81b 2. Alt. StPO (zum Zwecke des Erkennungsdienstes). Es ist ja noch kein Strafverfahren eröffnet, also zwingt dich niemand dazu.

Jedoch habe ich eines übersehen. Die haben mit Bußgeld gedroht wenn du nicht hingehst ? Das ist völliger Quatsch und ein Anwalt ist wirklich das beste. Vielleicht kann er sogar noch Fehlverhalten der Polizei für dich rausholen, was den Fall erledigen würde, bevor er überhaupt aufgemacht wurde.

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon poiZEN » 13.01.2012 - 15:20

Ich kann mir vorstellen, dass er sogar vorgeführt wird (also von zu hause abgeholt) wenn er nicht kommt.
Aber ich weiß ja auch nicht wie tief das geht... zumindest bei dem Begriff "Erkennungsdienst" bimmeln meine Alarmglocken. Bei einer normalen Anhörung ist es egal ob man hingeht oder nicht, aber in diesem Falle weiss ich's nicht. ich würde mit dem Schlimmsten rechnen und mir aufjeden Fall einen Anwalt zu rate ziehen.

Es reicht ja vielleicht ein kurzes Gespräch mit einem Anwalt um herauszufinden ob man da hinmuss oder nicht!

VVV

Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon VVV » 13.01.2012 - 15:31

Würde mir auch auf jeden fall einen Anwalt nehmen.
Gehört zwar jetz nicht hier her aber bei meiner letzten
verhörung standen sicher 10 Polizisten um mich
2 hielten mich fest und einer drohte mich in den
Kasten hinter mir reinzutreten.

Und das alles nur weil ich keine Aussage machen wollte.
Die können richtige Arschlöcher sein.

Mit einem Anwalt dabei wäre soetwas sicher nicht passiert.
Aber die Zeit mir einen zu nehmen hatte ich leider nicht
weil ich direkt mitgenommen worden bin.

Mfg

bali
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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon bali » 13.01.2012 - 15:42

Dass man im Süden wegen kleiner Mengen in die Kartei kommt habe ich schon gehört,
aber wegen Resten.

Nimm dir einen Anwalt, das kostet ist aber besser.

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Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon Legend300 » 13.01.2012 - 15:45

VVV hat geschrieben:Würde mir auch auf jeden fall einen Anwalt nehmen.
Gehört zwar jetz nicht hier her aber bei meiner letzten
verhörung standen sicher 10 Polizisten um mich
2 hielten mich fest und einer drohte mich in den
Kasten hinter mir reinzutreten.

Und das alles nur weil ich keine Aussage machen wollte.
Die können richtige Arschlöcher sein.

Mit einem Anwalt dabei wäre soetwas sicher nicht passiert.
Aber die Zeit mir einen zu nehmen hatte ich leider nicht
weil ich direkt mitgenommen worden bin.

Mfg


Und ist noch was passiert ? Hast du das deinem Anwalt gesagt ? Haben die keine Konsequenz daraus gehabt ? Wäre schade drum, wer weiß wie oft die so eine Scheiße sonst weiterhin abziehen.

VVV

Re: Erkennungsdienstliche Behandlung wegen Bagatelle...?

Beitragvon VVV » 13.01.2012 - 16:01

Hab ich natürlich dem Anwalt weitergegeben.
Aber Infos ob sie davon Konsequenzen hatten hab ich
leider nicht. Hoffe ich aber!

Die Gerichtsverhandlung habe ich ja noch vor mir.
Viell. kommt da ja was raus.
Obwohl das meine kleinste Sorge ist.

Wollte es nur als Warnung vor den Idioten
geschrieben haben.
Lieber niemals alleine und unvorbereitet dort hingehn.
Kommt sonst nur Blödsinn dabei raus.

Mfg


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