Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Probleme mit Polizei und Justiz.
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bluemechind
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Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon bluemechind » 11.11.2009 - 17:54

Der Arzt als Hilfspolizist: Darf der Arzt einen Alkoholiker beim Verkehrsamt melden?

"Mein Freund ist Alkoholiker. Er trinkt aber «nur» nach Feierabend. Er hat sich so weit im Griff, dass er nie trinkt und gleichzeitig Auto fährt. Neulich war mein Freund beim Arzt, weil er von der Sucht loskommen möchte. Jetzt hat der Arzt meinen Freund hinter seinem Rücken dem Strassenverkehrsamt gemeldet; dieses will ihn nun vorladen, um ihn auf seine Fahrtüchtigkeit zu überprüfen. Handelte der Arzt korrekt?"


Ja. Er ist zwar an das Arztgeheimnis gebunden. Es gibt aber eine Reihe von Gesetzen, die alle Ärztinnen und Ärzte verpflichten oder berechtigen, medizinische Daten ihrer Patienten den Behörden weiterzuleiten. Dazu braucht es kein Einverständnis der Patientinnen und Patienten. Gewisse ansteckende Krankheiten, wie zum Beispiel Gelbfieber, Hirn-hautentzündung, Pocken oder Tuberkulose, müssen die Ärzte melden – samt Namen und Adresse des Patienten.

Falls ein Arzt meint, sein Patient stelle eine Gefahr für den Autoverkehr dar, und wenn er deshalb an seiner Fahrtüchtigkeit zweifelt, darf er ihn melden – auch wenn der Patient dagegen ist. Alkoholiker und Drogenabhängige müssen also damit rechnen, dass ihnen der Fahrausweis entzogen wird, wenn die Strassenverkehrsbehörde durch den Arzt von der Sucht erfährt.

Quelle: http://www.ktipp.ch/beratung/1041145/Der_Arzt_als_Hilfspolizist_Darf_der_Arzt_einen_Alkoholiker_beim_Verkehrsamt_melden

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Re: Der Arzt als Hilfspolizis - Süchtige sind eine Ausnahme (CH)

Beitragvon DeepBlue81 » 11.11.2009 - 17:59

Das ist natürlich ne sehr grenzwertige Situation. Wenn der Kollege tatsächlich unter Alkoholeinfluss fährt hat der Arzt natürlich richtig gehandelt. Wer sich betrunken ans Steuer setzt hat keinen Fühererschein zu haben.

Wenn nicht ist das für mich aber ein Vertrauensbruch zwischen Arzt und Patient der kaum zu rechtfertigen ist.

Sehr knifflige Kiste. Wie ist denn das in Deutschland? Man verlässt sich ja immer so auf die Schweigepflicht der Ärzte aber wie ist das in solchen Grenzfällen? Interessantes Thema!

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Re: Der Arzt als Hilfspolizis - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon bluemechind » 11.11.2009 - 18:01

Ja, ist sehr spannend. Denn meistens sind unsre Amateurantworten (von mir auch z.B ^^) hier im Forum im Stil von "Du kannst alles dem Arzt sagen, er hat Schweigepflicht"
In DE weiss ich nicht, mal nachgucken :user:

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Re: Der Arzt als Hilfspolizis - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon bluemechind » 11.11.2009 - 18:03

Prinzipiell ist der Arzt zwar (z.B. der Hausarzt) an seine Schweigepflicht gebunden, aber es gibt auch Ausnahmen wenn ein höheres Rechtsgut gefährdet ist (siehe auch § 34 StGB). Ein konkretes Beispiel: Wenn der Arzt der Meinung ist der Patient ist aufgrund seines Drogenkonsums nicht in der Lage sicher ein Fahrzeug zu führen und stellt somit eine Gefahr für Dritte dar, so darf er durchaus das Ordnungsamt und/oder die Führerscheinstelle von diesem Sachverhalt informieren. Ob dies ein Hausarzt dann auch so macht ist steht natürlich wieder auf einem anderen Blatt! Dies ganze ist ingesamt ein komplexes Thema und nur ein Jurist wird dir dort eine realtiv rechtssichere Auskunft geben können.

Quelle: http://www.gutefrage.net/frage/hat-ein-arzt-bei-drogen-schweigepflicht

In Deutschland das gleiche Recht so wies aussieht......

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Re: Der Arzt als Hilfspolizis - Süchtige sind eine Ausnahme (CH)

Beitragvon DeepBlue81 » 11.11.2009 - 18:10

Danke fürs raussuchen. :ok: Da heisst es also Augen auf beim Eierkauf und wieder ein Grund mehr wieso es wichtig ist einen Hausarzt zu haben dem man hundertprozentig vertraut.

Wie schnell man in eine Abhängigkeit rein rutscht wissen hier ja sehr viele, und dann auch noch den Führerschein zu verlieren der ja oft Teil der Existenzgrundlage ist... Ärgerlich ärgerlich. :ooh:

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Re: Der Arzt als Hilfspolizis - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon bali » 07.02.2010 - 03:33

Ärzte können einem so alles andichten. Eine wirkliche Schweigepflicht gibt es nicht mehr. Die Frage ist ja nur wie man die Ärzteschaft dazu bewegt auch brav zu petzen.

Es wird folgendermaßen ablaufen:

Herr XYZ hat einen ganz schweren Verkehrsunfall mit Toten und er nahm Drogen / Medikamente. Der Arzt wusste, dass er einen Führerschein besaß.....
In den Medien wird das ganze schön hochgeschaukelt und es wird dann Schauurteile gegen Ärzte geben um andere einzuschüchtern.

Leute wegen Trunkenheitsfahrten einzusperren, wie früher oder deren Fahrzeuge zu verkaufen, daran denkt natürlich niemand. Wäre ja schließlich dumm wenn,
die Behörden sich an geltendes Recht halten müssen.



Das Verkehrsrecht ist Teil einer Unterdrückungsbewegung. MPU

viewtopic.php?f=104&t=15527

Auf kurz oder lang wird auch der Schweiz soetwas aufgezungen und die einfachen Bürger werden sich dagegen nicht wehren können.
Ich rede hier von Grundrechten, die massivst eingeschränkt werden.

Dass ist schon eine Milliardenindustrie. Denen stehen Regelungen wie Verwertbarkeit von Informationen und Schweigepflichten im Weg.
Ich bitte, dass ihr euch informiert, selbst wenn ihr von den Gesetzen nicht betroffen seid, da es ja eine Lobby ist wird versucht zu expandieren und das Schritt für Schritt.

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon labi » 24.05.2012 - 22:19

Unqualifizierte zwischenfrage; für welches land gilt das?

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon sbtrkt » 20.06.2012 - 00:23

labi hat geschrieben:Unqualifizierte zwischenfrage; für welches land gilt das?


Späte Antwort aber naja: Da der Link ne .ch Endung hat, wohl auf jeden Fall für die Schweiz, ich denke mal aber dass es auch so ähnlich in den umliegenden Ländern ist.

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon peak » 21.08.2012 - 09:54

es hängt von der jeweiligen situation ab wuerde ich sagen. WER sitzt da genau beim arzt und wie verhält er sich.
inwieweit ist der arzt dazu moeglich NEUTRAL zu beurteilen...

so wie ich aber die menschen kenne, hat der arzt ueberreagiert weil der alkoholiker einen zu fertigen eindruck gemacht hat, was es dem arzt unmoeglich mact sich neutral mit der lage ausseinander zu setzen.

lg

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon niflglim » 13.09.2012 - 20:16

Bei mir war das mal so als ich als Schüler mit dem haschen angefangen habe da hat er das toleriert nachdem ich ihm Antwort stand auf Nachfrage meinte nur wegen der Ausbildung sollte ich es besser lassen und überhaupt andere Freizeitbeschäftigung suchen.
Als ich dann das erste mal Probleme bekam mit der Psychiatrie und die Eltern am Querelen waren hat er bei jeder positiven Urinprobe mit Ordnungsamt,Beschluß und erneuter richterlich angeordneter Einweisung gedroht. War jetzt seit zehn Jahren nicht mehr drin und hab alle Drogen ausser Nikotin und Kaffee sein lassen und müsste wegen meiner täglichen starken Rückenschmerzen welche seit drei Jahren durch Ostheochondrose,Spondyl-Arthrose bestehn und weswegen jetzt ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente läuft ein adäquates starkes Schmerzmittel für Bedarfsfall nehmen was der Hausarzt selbst nur noch im alleräußersten Notfall verschreibt oder auch gar nicht mehr weil er meint 32jährig wäre ich noch zu jung für solche Medikation wogegen andere Ärtzte die ich im dringendsten Ausnahmefall besucht habe mal was verschreiben.(OT)
Ich meine nur : der größte Polytoxe oder Junkie schlechthin der wegen Suchtschmerzen etc. 100er Packungen von sämtlichen Präparaten bekommt und dazu fremd oder selbstgefährdend handelt wurde so gut wie immer unbehelligt ziehn und wieder laufen lassen während ich damals als Teenage-Gelegenheitskiffer für kleine Vergehen insgesamt viermal eingewiesen wurde weil arbeitslos und kiffend und damit automatisch als selbst und fremdgefährdend eingestuft und andere Auto fuhren oder zumindest immer selbst bei drastischer Gefährdung bei allem freie Hand(welche dann öfter narbig zerschnitten war)
Kann ja sein das so was wie Vergleichsweise die Hand Gottes auf manchen ruht was behördliche Kontrollen betrifft und andere der Reihe nach durchscheppern wie sie wollen???

Wie geht sowas? Wo ist da Statusermeßlichkeit,Ermeßen? Wer entscheidet da über das Ausmaß von Eingriffen des Arzt/Gerichtsystem?
Ein Kollege ist bei solch entsprechender Handhabung vor kurzem Gestorben.

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon Schokoblume » 18.10.2012 - 14:04

Also ich weiß nicht ob meine Situation vergleichbar ist; Ich hab meinem Psychiater erzählt, dass ich täglich konsumiere (dhc tilidin morphin) und er weiß auch, dass ich momentan meinen Führerschein mache und Fahrstunden nehme.
Ich musste ihm versprechen, dass ich meine Fahrstunden nur dann wahrnehme, wenn ich nicht konsumiert habe und den Konsum dann eben auf den Abend hinauszögere. Das habe ich wenn ich gefahren bin eh immer gemacht, aber fands ganz fair. Obwohl mein Lehrer immer danebensitzt, ist es saugefährlich dicht zu fahren. Hätte es auch okay gefunden, wenn er es meinem Fahrschullehrer gesagt hätte. Hier gehts nicht nur um mein Leben, sondern um das von vielen anderen Verkehrsteilnehmern.

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon Thanatari » 18.10.2012 - 18:59

OFF:
o_O - wenn du TÄGLICH opiate konsumierst hieße das in folge das du dann lieber affig auto fährst..!? :shock:
hackenbreit sollte man sicherlich nicht fahren,aber doch besser auf normalfühllevel als voll auf turkey..

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon Schokoblume » 18.10.2012 - 21:14

Naja ich bin nicht "schwer" drauf, also mein Affe kommt "nur" in Form von Schwitzen und Schmerzen. Werde nicht zitterig oder so.

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon Thanatari » 18.10.2012 - 22:39

Schokoblume hat geschrieben:Naja ich bin nicht "schwer" drauf, also mein Affe kommt "nur" in Form von Schwitzen und Schmerzen. Werde nicht zitterig oder so.


trotzdem bist du nicht so fit wie dus sein könntest,reagierst vielleicht eher gereizt etc.
nur um nicht affig zu werden reicht ja ein winzige bruchteil der turndosis - wäre ich in dieser lage würde ich vorher so 1/5 der üblichen dosis nehmen..

aber das ist nur was ich tun würde,ich will dich da keinesfalls beeinflussen,du weißt am besten wie du klarkommst..

LG,THANI

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Re: Der Arzt als Hilfspolizist - Süchtige sind eine Ausnahme

Beitragvon Schokoblume » 18.10.2012 - 22:42

Ich werds mal versuchen mit irgendwelchen Konzentrations- Reaktionstests ausm Internet, werd ich sicher was finden (:
Vielen Dank für den Tipp! Lg


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