Sero hat geschrieben:
Ich denke jeder hat seine Gründe, warum er Opiate konsumiert.
Viele werden süchtig und kennen die Hintergründe dafür lange Zeit nicht.
Für mich liegen diese ganz klar im Schmerzgedächtnis.
Ich kann mit dem Schmerz aus der Vergangenheit, dem Hass auf mich selbst und der Angst vor der Zukunft nicht umgehen. Es ist nicht so, dass ich es nicht versucht hätte, aber wer selbst dieses Problem hat, versteht es. Ein großer Teil tut meine Intelligenz da auch seinen Teil zu.
"Zu" intelligente Menschen neigen eben auch zu psychischen Problemen und müssen erst eine lange Entwicklung durch machen um zu begreifen wie man lebt. Das bringt einem ja auch niemand bei. Und das Umfeld ist voller schlechter Beispiele und Eindrücke.
Meiner Erfahrung nach ist ein Teil der Opioidkonsumenten künstlerisch oder sprachlich sehr begabt oder hochintelligent. Aber das hat nur indirekt etwas mit Siechtum oder Sucht zu tun.
Das ist nicht so einfach wie "Du gehst in ne Klinik, machst 2 Jahre Psychotherapie und nimmst Antidepressiva und alles ist wieder schön". So funktioniert das nicht. Menschen können sich nur begrenzt ändern und auf diese Weise auf jeden fall nicht.
Es ist so viel Selbstreflektion nötig.
Wer damit nicht umgehen kann, sollte es nicht erzwingen, weil es nur schlimmer ausgeht.
In Wunden rumzubohren führt zwar zu Erkenntnis aber auch in eine viel größere Lebenskrise als zuvor.
Beispielsweise LSD dazu zu nutzen wenn man solche Probleme hat, kann hilfreich sein, wenn die Blockaden aber zu stark sind, treibt es einen in den Wahnsinn. Ich werde dieses Risiko erst mal nicht eingehen, weil ich dafür nicht bereit bin.
Ohne Opioide hätte ich mich gar nicht so weit an mich annähren können.
Es hilft einem dabei, ehrlich und man selbst zu sein. Zumindest bei mir.
Mit den meisten kann man da nicht drüber reden.
1: Haben sie keine Ahnung von Suchtentstehung
2: Bilden sie sich etwas auf ihre Dummheit und Ignoranz ein
und 3: Werden sie auch noch arrogant
Es ist wirklich unfassbar. Ich habe so oft versucht es anderen verständlich zu machen, es kommen nur dumme Fragen oder Vorwürfe zurück. Oder, dass man mich als selbstverlogenen Süchtigen stigmatisiert.
Ich lasse das einfach, es hat keinen Sinn.
Du kannst mit wissenschaftlichen Belegen kommen, du kannst mit den einfachsten Dokumentation kommen, es bringt nichts. Ist einfach zu weit über ihrem Horizont.
Die Medien und manche Ärzte, oder sogar die Universitäten haben einen großen Dienst dazu geleistet, dass Menschen glauben, dass man nach dem ersten Mal Heroin sofort süchtig wird und stirbt, weil Diamorphin an sich suchterzeugend und schädlich ist. Das ist so engstirnig.
Es gibt Menschen die haben Heroin genommen und nichts gemerkt, sich übergeben und es nie wieder angerührt und es gibt Menschen die die Erlösung gespürt haben.
Der Punkt ist, dass die Wirkung und Sucht mit steigendem Schmerzgedächtnis(Siechtum) zunimmt.
Sucht heilt Siechtum.
Wenn man in Kliniken Zwangsentzüge durchführt, verschlimmert man damit nur das Siechtum und damit die Sucht/das Verlangen nach Heilung.
Keiner würde all diese Dinge auf sich nehmen, nur um Substanzen einzunehmen, die er eigentlich gar nicht braucht. Brauchen ist hierbei subjektiv.
Man kann jetzt so argumentieren, dass ja jeder Mensch ein Trauma erlebt hat, was richtig ist und es wie gesagt auch andere Möglichkeiten gibt, aber es sollte jedem SELBST überlassen sein.
Man selbst weiß immer am besten was gut für einen ist. Das ist ein Fakt.
Mir gibt es auf jeden fall ein RIESENGROßES Stück Lebensqualität.
Edit: Weil der Thread "und ewig lockt der Kick" heißt, möchte ich auch noch was dazu sagen.
Diese Neigung zu Kicks ist ebenfalls im Gedächtnis verankert. Vermutlich mal aus krankhafter Langeweile, welche natürlich auch viel komplexer ist als zuerst angenommen.
Hab nicht viel zum Thema zu sagen, aber das was Sero hier schreibt ist sowas von wahr!
Ich selber nehme kein Heroin, bin aber seit 2 Jahren DHC abhängig, und ich denke die Psychische Sucht ist sicher ziemlich ähnlich?
Erkenne mich auf jedenfall in ein paar sätzen in deinem Text wieder
