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 Betreff des Beitrags: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.11.2010 - 16:37 
Sternesammler
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Hallo liebe Leute,

da ich seit einer ganzen Weile wieder am Subutex-Abdosieren/Ausschleichen bin, geht mir zunehmend die Frage durch den Kopf, weshalb Entzüge eigentlich bei den meisten Leuten von Mal zu Mal schlimmer werden.
Ich bin bis vor kurzem alle 1-2 Wochen um 0,1mg runtergegangen (befinde mich jetzt seit über einer Woche auf einer Restdosis von 0,1mg. Allmählich bildet sich wieder ein Plateau. Bis vor kurzem war aber nachts nicht ansatzweise ans Schlafen zu denken.

Ich fühlte (und fühle mich teilweise) wirklich, als wenn ich abends vor dem Schlafengehen schön gemütlich eine Adrenalinspritze bekomme. Je größer die Müdigkeit, umso grässlicher das innere Rasen und Vibrieren - wie ein Umspannwerk.
Tagsüber üble Schlappheit und schlimme Entzugsdepressionen. Die wurden und werden immer nach ca. 1,5 Wochen besser - zusammen mit den übrigen Symptomen.

Ich habe Subutex auch schonmal ganz abgesetzt und war 3 Jahre komplett sauber. Damals bin ich in 0,2mg-Schritten runtergegangen und konnte nachts noch schlafen. Dieses Mal habe ich den letzten 0,2mg-Schritt von 0,5mg auf 0,3mg gemacht. Dabei dachte ich nachts wirklich, ich werde verrückt. Solche ekelhaften und widerlichen Stresszustände habe ich früher bei wesentlich größeren Schritten nicht ansatzweise gehabt.

Überhaupt frage ich mich, wie es nun genau zu diesem Stress kommt. Schaue ich in diesen Opiat-Abdosierungsleitfaden im Internet, findet sich dort die übliche Formulierung "Opiate/Opioide wirken antiadrenerg, der Körper strebt nach Homöostase (Gleichgewicht), Noradrenalinflutung des Körpers etc."
Was bedeutet denn nun "Opiate/Opioide wirken antiadrenerg"? Wird unter Opioiden weniger Adrenalin produziert? Wird ein (für normale Verhältnisse) zu großes Maß an Adrenalin ausgeschüttet und kann unter Opi-Einfluss nur nicht andocken?

Das würde mich wirklich mal interessieren. Wer von euch hat Erfahrungen mit immer schlimmer werdenden Entzügen von eigentlich identischen Dosiseinheiten gemacht?

Schöne Grüße vom

ZauberLehrling

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.11.2010 - 18:45 
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Kann ich nicht nachvollziehen - ganz im Gegenteil! Bei mir waren die ersten Entzugserscheinungen wesentlich schlimmer als ich sie heute empfinden würde. Und damals war ich auch wesentlich niedriger dosiert als heutzutage. Ich glaub das hat bei mir damit zu tun das ich heute einfach weiß was genau auf mich zukommt, und damals dagegen schlichtweg überfordert war.
Hab aber auch schon gegenteiliges gehört was sich mit den Erfahrungen/Empfindungen des Threadstarters deckt.
Ist aber wahrscheinlich SEHR individuell wie so oft bei der Wirkung/Nebenwirkung von Opiaten.

Grüsse - Bl00d

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.11.2010 - 21:19 
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Howdy Bood,
hätte ja kaum gedacht, dass wir beide einmal gegenteilige Erfahrungen haben, aber hier scheints so zu sein.

Bei mir wars echt so, dass der jeweils nächste Entzug DRASTISCH und SPÜRBAR um einige Einheiten schlimmer war.
Das betrifft sowohl direkte Auswirkungen als auch die Dauer.

Vll verdeutlicht es ein kleiner Erfahrungsbericht.

Mein allererster Entzug fand im Knast statt. Kalt natürlich :whine:

Nach sage und schreibe 9 Monaten ununterbrochenem i.V.-Konsum bester Ware (grösstenteils noch WEISSES!).
Ok, damals dachte ich, ich müsse sterben bzw ich hätte mir GEWÜNSCHT zu sterben, so dreckig ging es mir.
Aber nach relativ kurzer Zeit (4-5 Tage) gings mir eingentlich wieder einigermassen und ich konnte sogar wieder so 2 Std. täglich/nächtlich schlafen.

Beim 2. Mal wars schon wesentlich übler.
Hier hatte ich ca. 1 gutes Jahr durch geballert, kam aber durch dumme Umstände in die Psychatrie zum "entgiften".
Dort ging ich die Wände hoch und dies trotz Verabreichung härtester Dumm-Macher und Dämpfer (Haldol + Konsorten).

Beim 3. Mal war ich lange nicht so hoch dosiert, wie zuvor, aber es kam NOCH SCHLIMMER.
Erstmals kotzte ich ununterbrochen sowie unkontrolliert, desgleichen versuchten meine Därme sich ständig zu entleeren, obwohl überhaupt nix mehr drin war ...
Diese ekelhaften Erscheinungen traten wohlgemerkt ZUZÜGLICH des "normalen" Entzugs-Befinden auf (Krämpfe, Zappeln, ständige Schlaflosigkeit) sowie des psychischen katastrophalen Unwohlseins (Depressionen, Angst(Wach)Träume und Zustände, die man einfach nicht beschreiben kann, es können nur Menschen nachvollziehen, die das selbst am eigenem Leib / an der eigenen Seele verspürt haben).

Heute (fast 30 Jahre später) verspüre ich nach nur 2 Tagen Konsum (nasal) hintereinander eine gewisse Unbehaglichkeit, nach 3-4 Tagen kann ich es ohne Hilfsmittel (Metha, DHC ...) kaum mehr ertragen.

Soweit meine Erfahrungen (sehr gestrafft).

Subu habe ich nie probiert, deshalb sind meine Ausführungen für den Themenstarter wohl nur partiell von Wert.

.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.11.2010 - 23:15 
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hat wohl enselben grund wie das man, war man einmal rauf, eine stetige grundtoleranz behält, außerdem kommt es bei erneuter täglicher Einnahme ja auch viel schneller zu Entzugssymptomen, der Körper merkt sich also wohl vermutlich das er schonmal drauf war. sprich die Konsumzeiträume addieren sich in einem gewissen maße, so das 2 mal 1 jahr konsum sich beim zweiten mal auf vlt 1,5 Jahre addieren. Der Zeitraum hat ja bekannterweiße einen immensen einfluss auf ie stärke der entzugssymptomatik. is verständlich was ich sagen will?

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 08:50 
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Hallo ZauberL,
nimmst du i-welche Hilfs-Medis für den Entzug ??
LG
Gina


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 13:17 
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ich hab so das gefühl das es auch mit dem alter zusammenhängt,,mit 20 hab ich nen entzug besser weggepackt als jetzt mit über 40,obwohl es heute ja noch sache gibt womit man sich den entzug erleichtern kann!!!aber im grossen und ganz ist das wohl bei jedem verschieden!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 14:11 
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Also bei mir wars auch so, das es von mal zu mal schlimmer wurde, der erste war mit 14 da wars nicht mehr als eine leichte Grippe, da hab ich auch nur Folie geraucht, die darauffolgenden waren auch noch nicht wirklich schlimm, hab aber dort schon gemerkt das es bei jedem mal stärker wird, vorallem der erste vom Ballern erschien mir recht stärker als der vom Folie dampfen. Jetzt mit 28 ist es ohne Hilfsmittel nicht auszuhalten. Seit damals hab ich aber auch keinen richtigen Entzug mehr gemacht, meist war es nach zwei Tagen so schlimm das ich abgebrochen habe.
Mittlerweile tue ich mir gar keinen Entzug mehr an, Opiate gehören einfach zu meinem Leben

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 15:11 
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@Threadstarter
Es geht doch hier um den Entzug von Buprenorphin (aktuell 0,1 mg), oder hast du noch Beikonsum??

Und nochmal die Frage:
Nimmst du Medikamente, die den Entzug erleichtern oder nicht? :conf:

Meine Efahrung ist, dass je länger ein Opiat konsumiert wird, um so heftiger ist der Entzug davon - egal, wie
oft man es vorher schon versucht hat abzukicken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 16:43 
Sternesammler
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Hi ginaxyz,
hallo an alle Übrigen hier,

nein, Beikonsum habe ich keinen und hatte auch noch nie welchen.
Ich war vom Frühjahr 2007 bis 2009 auf 6ml Pola und kletterte dann bis zum Frühjahr 09 bis auf 2ml runter. Dann welchselte ich auf 8mg Subutex.

Ich war auch schonmal von 1998 bis 2002 auf Metha und dann ein Jahr auf Subutex. 2003 stieg ich dann bei 0,2mg aus und hatte damals praktisch kein Kopfkino. Ich hatte die Schnauze einfach gestrichen voll.
2006 kam dann eine Schmerzerkrankung und ich bekam in dem Sommer Valoron N. Damit dosierte ich mich bis zum Anschlag hoch und saß irgendwann auf dem Trockenen.
Mit akutem Craving von schnell anflutenden Opis komme ich jedoch überhaupt nicht klar. Die brechen jede Selbstkontrolle bei mir. Also wieder H. Im Sommer 07 bin ich dann wieder in Substi gegangen und beschloss, dass ich (zu meinem Leidwesen) einige Jahre benötigen werde, um wieder Gras über der Suchtbaustelle wachsen zu lassen. Also erstmal Dämpfung mit Pola, um keinen Gedanken mehr an Opis verschwenden zu müssen. Irgendwann regte sich wieder mein Freiheitsdrang und ich ging runter, um ca. 1,5 Jahre auf Subu zu verweilen.

Beikonsum hatte ich niemals. Dazu habe ich eine extrem feste Einstellung: Ich vergleiche die akute Heroinabhängigkeit wie ein Feuer oder Flammenmeer, in dem ich zu verbrennen drohe. Die Substitution ist mein Feuerschutzraum. Wenn ich einmal die Hemmschwelle verlieren würde, Beikonsum zu haben, dann wäre es für mich so, als würde ich im Feuerschutzraum zündeln. Das ist meine letzte Zuflucht. Ein weiteres Auffangnetz gibt es nicht. Ich wäre verloren.

Das ist auch der Grund, weshalb ich nach wie vor im Programm bin.
Ich bekomme zwar die 0,4mg-Tabletten, aber die Apotheke (und auch Arztpraxis) haben mir erklärt, dass sie mir keine halben Tabletten davon verschreiben dürfen. Mein Arzt hat mir aber freigestellt, selber auf 0,2mg runterzugehen. Ich bringe dann den Rest einfach wieder mit in die Praxis, um meine Glaubwürdigkeit zu bewahren. Allerdings habe ich Angst, dass die mir nen Vogen zeigen, wenn ich auf 0,05mg gehe (oder auf 0,05mg alle zwei Tage). Dann würde eine 0,4mg-Tablette nämlich 16 Tage halten. Sicher gab es noch keinen Patienten in der Praxis, der die Absicht hatte, eine Weile auf diesen lächerlich scheinenden Dosierungen rumzuhängen.
In Anbetracht der letzten (wirklich üblen) 0,1mg-Schritte (Ich werde sicher noch eine min. noch eine Woche auf der Dosis bleiben müssen, bis der Adrenalinüberschuss weg ist), soll mein allerletzter Schritt (der ja meistens der Schlimmste ist) keine ganzen 0,1mg groß sein. Auf keinen Fall will ich das Progamm verlassen und mich dann irgendeiner Form von physischem Craving ausgesetzt sehen. Das muss dringendst minimiert werden. Immerhin hängt da viel von ab.
Ein einziger Rückfall würde für mich ausreichen und die Wunde liegt wieder frei. Dann müsste ich wieder für Jahre (wahrscheinlich noch länger) ins Programm, bis ich psychischen Abstand habe.

Am liebsten würde ich noch ein halbes Jahr im Programm bleiben, während ich in Wirklichkeit clean bin. Immer schön hin und Urinkontrollen abgehen. Irgendwann würde ich dann denken: das ist totaler Blödsinn. Du bist doch die ganze Zeit sauber! Spar dir den Stress! Aber solange ich UKs abgeben muss, bin und bleibe ich sauber (also von Kiffe & Co - von Opis und dem ganzen harten Scheiss sowieso).

Benzos würde ich im Entzug auch niemals anrühren. Zum einen würde ich meinen Take-Home-Status verlieren, zum anderen helfen die Dinger gegen den Adrenalinüberschuss sowieso nicht. Im Gegenteil: Benzos machen auf absolut hinterfotzige Weise willensschwach. Der innere Widerstand gegen den Rückfall kann damit auf heimtückische Weise gebrochen werden. Schwupps, hat man sich wieder irgendwas eingebaut.
Aufs Kiffen freue ich mich schon seit fast zwei Jahren. Aber bei mir kommt nichts rein, bevor ich nicht aus dem Programm raus bin und die aller-allerletzten Entzugssymptome des Abdosierens verschwunden sein.

Kürzlich dachte ich mal kurz über Doxepin oder Trimipramin nach. Letzteres hat mir früher wohl mal beim Einschlafen geholfen als ich entzügig war. Andererseits sind diese alten Dinger so ekelhaft und haben so fiese Überhangseffekte am nächsten Tag, dass ich mir das lieber Erspare. Irgendwann muss die Unruhe einfach nachlassen.

Nachgedacht habe ich auch über Lyrica und Clonidin. Beide müssen aber langsam wieder runtergefahren werden und Clonidin kann neben üblen Reboundeffekten auch mittelschwere bis schwere Depressionen verursachen.
Da Depressionen beim Entzug sowieso auftreten, fürchte ich mich sehr davor, dass das Zeug meine Moral schwächt und mich von hintenrum anfällig für Rückfälle machen könnte.

Also erstmal noch eine Woche auf 0,1mg - so gerne ich auch clean wäre. Wenn ich nichts mehr spüre, werde ich das in zwei Teile teilen - also nur noch 0,05mg täglich. Ganz zum Schluss werde ich diese Dosis nur noch täglich nehmen. Die Entzugserscheinungen davon sind dann hoffentlich erträglich. Ich komme mir teilweise wirklich wie ne Memme vor. Dieses RLS vertrage ich absolut nicht. Da drehe ich wirklich am Rad. Einmal habe ich jetzt vor ner Woche meine Subutex-Dosis schon um 2:30 Uhr nachts genommen (statt morgens). Allerdings gelang es mir, die nächste Dosis wieder wie gehabt am Morgen des darauffolgenden Tages einzunehmen.
Die Vorstellung, wieder etwas mehr zu nehmen und damit umsonst gelitten zu haben, ist mir unerträglich.


@ginaxyz: übrigens habe ich deine ganzen Abdosierungsbeiträge gelesen und habe jetzt fast den (sicherlich illusionären) Eindruck, dich zu kennen. Dahingegen bin ich für dich nur so´n Neuer mit gerade mal drei Forenbeiträgen (oder so). Ging mir nur gerade durch den Kopf. Was macht denn dein Buprenorphinproblem? Sry, aber ich aber eben nicht nachgeschaut, ob du wieder etwas Neues geschrieben hast.

LG

ZL

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 17:21 
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@ZauberL

finde deinen letzten Beitrag sehr reif und vor allem kompetent.
Du hast Prinzipien und Grenzen die du nicht überschreitest.
Das finde ich extrem wichtig und macht eine starke Persönlichkeit aus.

Und ich finde es überhaupt nicht lächerlich so langsam runterzugehen wie du es tust
und auch eine gewisse Zeit auf kleinsten Dosen zu verweilen.
Ich war auch ein Typ der das gebraucht hat und ich gehe nach über einem
Jahr clean immernoch zu meinem Substiarzt um Gespräche zu führen und auch
ab und zu ne UK abzugeben. Und mir hilft das.


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 17:37 
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Hallo ZauberL,
super, dass du jetzt genau beschrieben hast, was bei dir abgeht! :ok:
So kann man sich besser ein Bild machen und (hoffentlich) was brauchbares für dich schreiben.

Du hast ja in meinem Thread schon gelesen, wie es mein Freund und später auch ich auf
Null geschafft haben.
Dort habe ich ja auch schon mehrfach betont, dass mir Lyrica und Clonidin am meisten geholfen
haben.
Beides nehme ich inzwischen nicht mehr und hatte auch keine Absetzsymptome oder Depris.
Im Gegenteil - zuerst war es wohl Lyrica, die mich gut drauf gebracht hatten und dann, als
ich auf Null war, hatte ich totale Euphorie, weil ich es endlich geschafft hatte!

Mein Freund hat bis vor kurzem noch Clonidin benötigt, jetzt auch nicht mehr.

Der "Rückfall" mit Bupre war eher ein Unglück und ich glaube nicht, dass dies öfter vorkommen wird.

Du bist keine Memme! Und wenn - dann bin ich auch eine... ;)
Meine Theorie ist sowieso, dass Opiatkonsumenten ALLE nicht gut Schmerzen aushalten können.... klar einer mehr und der andere weniger.
Aber letztendlich will man sich doch betäuben, weil man die Schmerzen (auch seelisch!!) ausblenden will!!
Ich hatte ja bei 0,1 mg abgekickt und es ging recht gut!

Versuch doch mal für den Schluss Temgesic zu bekommen. Damit kannst du 0,05mg ja bestens dosieren.
Evtl. von einem Allgemeinmediziner!?
Ansonsten... wie gesagt:
Mein Tipp ist und bleibt PREGABALIN :ok:
Alles Liebe :hug:
Gina


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 19:35 
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Also bis jetzt habe ich es ja ohne Begleitmedis geschafft. Die Unruhe auf den 0,1mg ebbt langsam wieder ab. Sie ist nicht mehr so schlimm wie noch vor ein paar Tagen. Ich sitze tagsüber auch nicht mehr stromig auf der Couch und leide unter meiner Kraftlosigkeit.
Das Craving nimmt auch wieder ein wenig ab. Das ist sowieso ziemlich harmlos (bezogen auf frühere Entzüge). Ich weiss natürlich nicht, ob die jetzigen Noradrenalinempfindungen bis zum Wochenende abgeklungen sind. Je weiter man runter kommt, umso hartnäckiger ist das ja.
Trotzdem: wenn diese Symptome verschwunden sind, werde ich auf 0,05 mg runtergehen. Das geht mit den 0,4er Subutex überraschend gut.
Da steht ja auf der einen Seite eine "04" drauf, auf der anderen Seite ist so ein merkwürdiges Kreuz.
Ich teile die immer mit einer Rasierklinge zwischen der 0 und der 4. Dann habe ich zwei Stücke á 0,2mg. Diese beiden Stückchen drehe ich dann um und teile sie auf der Linie dieses Kreuzes ebenfalls mit der Klinge durch. Diese 0,1mg-Stückchen sind dann ein wenig länglich. Deshalb kann man die auch mit der Klinge in zwei Teile teilen. Wenn es mal etwas bröselt: scheissegal.
Es gibt ja immer Leute, die furchtbar Angst davor haben, dass diese kleinen Stückchen kaum noch vom Körper aufgenommen werden. Das ist echt unbegründet. Das Zeug ist so potent. Am Ende zählt nur, dass es etwas weniger ist als zuvor. Das merkt man schon noch.
Richtig übel finde ich es, wenn Leute meinen, das Zeug am Ende irgendwie nasal nehmen zu müssen. Damit verdreifacht man ja teilweise die Wirkstoffaufnahme. Einen Gefallen tut man sich damit nicht.

Und zu den übrigen Medis: wenn ich bis jetzt ohne ausgekommen bin, dann kann ich mir auch vorstellen, dass es auf den beiden letzten Schritten auszuhalten ist. Ich werde noch 0,05mg/Tag und 0,05mg/alle 2 Tage wechseln. Das müsste echt auszuhalten sein.

Blöd ist halt, dass das alles so furchtbar langwierig ist. Aber so ein bekloppter Heroinentzug dauert ja teilweise nur eine Woche. Das habe ich nur einmal durchgestanden. Selbst einen Tilidinentzug habe ich nie geschafft. Spätestens am dritten Tag musste ich etwas haben. Jetzt ist das Schlimmste an der ganzen Geschichte die nervöse Unruhe, die Kraftlosigkeit und der fehlende innere Antrieb/Lustlosigkeit. Aber das sind immer nur Symptome, die nach einem Abdosierungsschritt bis zum nächsten Dosisplateau auftreten.

Beim Rumgrübeln in den letzten Wochen kam mir so eine (laienhafte) Theorie, dass (bei höheren Subutex-Dosierungen) immer kurz nach der morgendlichen Einnahme ein Großteil der Opioidrezeptoren besetzt ist. Bereits während der Wirkung innerhalb des Tages wird aber einiges davon abgebaut und ein guter Teil wird wieder frei. Bei der nächsten Einnahme wird das ganze wieder besetzt. Da aber immer wieder nachdosiert wird (nach 24 Stunden) ist es immer nur ein bestimmter Teil, der frei wird. das Niveau sackt niemals soweit ab, dass die letzen Rezeptoren auch wieder frei werden. Keine Ahnung, ob das wirklich so ist - aber möglicherweise sind es eben diese "letzten Rezeptoren", die bei der endgültigen Abdosierung nach Ewigkeiten wieder frei werden und praktisch immer besetzt waren. Womöglich sind diese letzten Symptome deshalb so hartnäckig.
Einer von mehreren möglichen Gründen.

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Zuletzt geändert von ZauberL am 16.11.2010 - 21:22, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.11.2010 - 20:04 
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Das ist dann ja gut, wenn du die 0,4 mg so gut teilen kannst.
Wenn du es ohne Medis schaffts, ist es um so besser. :ok:

Deine Theorie mit der Besetzung der Rezeptoren klingt plausibel aber ich persönlich
kenne mich da nicht so gut aus - da gibt es hier User, die davon mehr Ahnung haben!
Ich hoffe, jmd von ihnen meldet sich hier noch zu Wort dazu.

Berichte bitte unbedingt weiter, wie es dir geht (ich habe jetzt auch schon das Gefühl, dich zu kennen ;) )

Ich wünsch dir noch nen schönen Abend und halte durch,
ich bin überzeugt, dass du das packst! :ok:
Du bist ja quasi schon fast auf Null.
Gina


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.11.2010 - 01:16 
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is doch klar warum sich der affe von langwirkenden opioiden so ewig zieht: bei ner HWZ von bis zu 48h und der annahme das nach der 5 fachen HWZ keine relevanten dosen mehr im körper vorhanden sind, dauert es ja !10! Tage bis der Körper komplett opioidfrei ist, der Entzug also quasi erst starten kann. Das tritt bei einem ultrakurzwirksamen opi mit ner hwz von bspw 2h eben schon nach 10h ein. (natürlich ist es aber so, dass durch die unterversorgung bereits vorher entzugssymptome ausgelöst werden, die auch deutlich abnehmen bis zum Tag 10, weshalb sich der ENtzug nicht bis dahin steigert sondern schon corher wieder leicht schwächer wird. Aber das schweißt jetzt sehr aus, eshaalb ist der Affe von dem kurzwirksamen eben kürzer, aber auch viel viel heftiger!).

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.11.2010 - 08:03 
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Kann mir jmd sagen, ob etwas dran ist, dass Lyrica opiatverstärkend wirkt?
Habe dies "NUR" mal im DF gelesen - also kein wissenschaftlich fundierter Bericht o.ä.

ICH hatte dieses Gefühl beim Runterdosieren mit Hilfe von Lyrica nämlich gar nicht, denn sonst wäre ich damit nicht so gut damit auf 0 gekommen.
Allerdings hatte ich das Lyrica in geringer Dosis noch ca. 8 - 10 Tage nach dem Schritt auf 0 weitergenommen...
und hatte es dann von 450 mg auf 75 mg OHNE PROBLEME sehr schnell (innerhalb von ca 2 Wochen) ausgeschlichen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.11.2010 - 16:59 
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Zur angeblichen Opiatverstärkung durch das Lyrica kann ich leider auch nichts sagen. Vielleicht meldet sich da ja noch jemand. Allerdings klingt Verstärkung für mich ja so, als ob es den Opiatspiegel anheben würde. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein. Dann kann ich gleich mehr Subutex nehmen (was ich nicht vorhabe). Würde mich auf jeden Fall auch interessieren.

Mich interessiert aber noch eine Information von den Buprenorphin-Langsamausschleichern. Wenn jemand von euch von 0,2mg auf 0,1mg runtergegangen ist: wie lange hat es auf dieser Dosis gedauert, bis die Schlafstörungen komplett weg waren. So lange möchte ich nämlich gerne auf der Dosis bleiben. Ich würde gerne weiter runter gehen. Vor dem Abklingen der Schlafstörungen kann ich das aber nicht tun.
Mir ist schon klar, dass sowas individuell unterschiedlich abläuft. Trotzdem interessieren mich hier eure Erfahrungswerte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.11.2010 - 17:44 
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ZauberL hat geschrieben:
Allerdings klingt Verstärkung für mich ja so, als ob es den Opiatspiegel anheben würde. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein. Dann kann ich gleich mehr Subutex nehmen.

Ganz genau!!
So denke ich nämlich auch. Ich bin ja mit Lyrica auf Null gegangen und das hätte dann ja gar nicht so gut klappen können.

Allerdings habe ich die Lyrica ja auch noch weiter genommen, nachdem ich das Bupre abgesetzt hatte.
Dann habe ich problemlos Lyrica ausgeschlichen und nehme es nun vllt alle 4 Wochen mal zum anturnen - macht immer richtig gute Laune.
Und wenn man sich unter L. i-wann ins Bett legt, ist es angenehm schlaffördernd. :schlaf:

Aber mich würden mal die Erfahrungen von anderen interessieren, was die "angebliche" Opiatverstärkung angeht.

Gelesen habe ich das i-wann mal im Drogenforum und seitdem treibt mich die Frage echt um, weil ich es anderen ja auch
zum Abkicken von Bupre gerne empfehle.

ZauberL hat geschrieben:
Mich interessiert aber noch eine Information von den Buprenorphin-Langsamausschleichern. Wenn jemand von euch von 0,2mg auf 0,1mg runtergegangen ist: wie lange hat es auf dieser Dosis gedauert, bis die Schlafstörungen komplett weg waren. So lange möchte ich nämlich gerne auf der Dosis bleiben. Ich würde gerne weiter runter gehen. Vor dem Abklingen der Schlafstörungen kann ich das aber nicht tun.
Mir ist schon klar, dass sowas individuell unterschiedlich abläuft. Trotzdem interessieren mich hier eure Erfahrungswerte.

Bei mir hat die Reduktion von 0,2 auf 0,1mg nur ein paar Tage gedauert - allerdins, wie gesagt mit Lyrica + Clonidin.
Ich hatte dann auch keine RLS mehr und konnte mit Lyrica recht gut schlafen.
Auch der Schritt auf 0 war eigentlich easy :keineahnung:
Ohne diese beiden Medis hätte das natürlich gaaanz anders ausgesehen :mued: - das weiß ich.

Vielleicht ist hier ja noch der eine oder andere Bupre-Abkicker, der der dazu was sagen kann, wie das ohne Medis ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Jeder Entzug schlimmer als der Vorangegangene...!?
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.11.2010 - 20:34 
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Registriert: 18.05.2010 - 00:21
Beiträge: 62
wie ich dir ja schonmal geschrieben habe bekomme ich lyrika gegen meine schmerzen (bandscheibe)dagegen helfen sie echt gut auch wenn man sie mal wieder 5-6 wochen nicht genommen habe und dann wieder schmerzen bekomme!!ich bekomme noch 80mg meta aber das wirkt bei mir ob mit oder ohne lyrika gleich überhaupt keine veränderung,und auch bei H.... merke ich da keine veränderung aber für mich ist es einfach nur ein schmerzmittel das mir sehr gut hilft und hat bei mir keine auswirkungen auf opis!!!
liebe grüsse
zitrone86
p.s zauberl mach einfach weiter so,scheinbar merkst du doch das es für dich der richtige weg ist,und versuch nicht zu viel auf einmal zu wollen,dann schaffst du dein ziel auch was du vor augen hast!!!!


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